Eirenschmalz expandiert:

"Wohnen, arbeiten, leben"

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Die Planung für „Werk 3“ sieht eine zweischiffige Halle in abgestufter Bauweise vor. Durch einen Gang (ganz rechts zu sehen) soll es mit dem bestehenden Gebäude der Firma Eirenschmalz verbunden werden. Baubeginn für das rund zehn Millionen Euro schwere Projekt könnte bereits im März 2018 sein.

Schwabsoien – Grünes Licht hat die Eirenschmalz Unternehmensgruppe von Seiten der Gemeinde für den Bau einer rund 13.000 Quadratmeter großen Halle bekommen. Das neue Produktions- und Logistikzentrum „Werk 3“ soll im Süden des bestehenden Standortes entstehen. Dafür muss allerdings erst das Wohnhaus der Familie Eirenschmalz weichen. Diese Planung hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag einstimmig abgesegnet.

Das Schwabsoier Blechbearbeitungs-Unternehmen wächst seit seiner Gründung 1990 kontinuierlich, wie Geschäftsführer Anton Eirenschmalz in der Sitzung darlegte. 2001 erweiterte man sich nach Augsburg, 2007 wurde die große Halle am Sportplatz in Schwabsoien gebaut. Rund 400 Mitarbeiter – jeweils 200 in Augsburg und Schwabsoien – sind für das Unternehmen mittlerweile tätig. „Wir brauchen einfach Platz“, machte Eirenschmalz deutlich.

Südlich der Firma Eirenschmalz (gelb umrandet) soll das neue „Werk 3“ entstehen. Auf dem Gelände steht noch das Wohnhaus der Familie.

Noch im Sommer war eigentlich geplant, eine neue Halle weiter östlich im neuen Schwabsoier Gewerbegebiet zu errichten. Jedoch hätte dieser Standort auch Probleme mit sich gebracht: „Alles müsste immer über die öffentliche Straße transportiert werden“, sagt der Geschäftsführer. Bei einem Blick in den Plan war dann klar: Die Erweiterung nach Süden würde gut funktionieren, wenn da nicht das Wohnhaus der Familie wäre. Die Entscheidung gegen das 20 Jahre alte Haus und für die kurzen Wege fiel dann Anfang Oktober. Innerhalb von vier Wochen erstellte das beauftragte Hohenfurcher Büro Riedle Ingenieurbau-Bau die Planung, die Geschäftsführer Michael Riedle nun dem Gemeinderat präsentierte.

Vorgesehen ist eine zweischiffige Halle mit Satteldächern. Darin liegt auch der Grund für die Zweischiffigkeit, so Riedle. Ein Satteldach, das die Gesamtfläche überspannt, würde zu hoch werden. Ein Pultdach aber beispielsweise würde sich nicht so gut ins Ortsbild von Schwabsoien einfügen. Durch die abgestufte Bauweise, die dem natürlichen Gefälle entspricht, wird eine große Produktionsfläche ermöglicht. Insgesamt entstehen hier Produktionskapazitäten von weiteren 13.000 Quadratmetern. Die Investitionssumme für die Halle – ohne Grundstückskosten – liegt bei etwa zehn Millionen Euro. 29 Stellplätze werden in einer Tiefgarage Platz finden, 134 weitere sind geplant.

Wenn alles nach Plan verläuft und die Genehmigungen des Landratsamtes bald vorliegen, könnte bereits im März oder April mit dem Bau der südlichen Halle begonnen werden. Schon im Herbst 2018 könnte diese dann in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig muss der Rückbau des Wohnhauses – und natürlich auch der versetzte Neubau auf einem Grundstück weiter westlich – in Angriff genommen werden. Für diese Planungen musste der Bebauungsplan angepasst werden. Das Schallschutzgutachten steht noch aus, hier erwarte man aber keine Schwierigkeiten.

Durchweg positiv fiel das Urteil der Gemeinderäte aus. Es sei zwar ungewöhnlich, dass ein Firmeneigentümer sein Wohnhaus verlegt, aber das „Paket“ gefalle ihm gut, betonte Bürgermeister Siegfried Neumann. Gemeinderat Rudi Kögel war ebenfalls überzeugt: „Optisch gefällt es mir unwahrscheinlich gut. Im Vergleich zu anderen Gewerbegebieten ist das ein richtiger Luxusbau.“ Einstimmig sprach sich das Gremium dann auch für die Änderung des Bebauungsplanes und die Bauplanung aus.

Rund 80 bis 100 Mitarbeiter könnten auf lange Sicht gesehen hinzukommen, wie Anton Eirenschmalz nach der Sitzung sagte. Allerdings gehe es in erster Linie um ein langsames Wachstum. Konsequenzen für seinen Ort sieht auch Bürgermeister Neumann. Die Gemeinde müsse sich entwickeln und weiterer Wohnraum geschaffen werden, damit „wohnen, leben und arbeiten“ in Schwabsoien möglich werde. Präziser wollte sich das Gemeindeoberhaupt dazu aber noch nicht äußern.

Astrid Neumann

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