Schauplatz der legendären Poolpartys

Ende des Hohenfurcher Feuerlöschteichs fast besiegelt

Feuerlöschteich Hohenfurch Poolparty
+
Der Feuerlöschteich liegt unweit der parallel verlaufenden Hauptstraße sowie der Schönach im Oberdorf und wurde über lange Zeit für die bekannte Poolparty genutzt. Ursprünglich als Schwimmbad gebaut, werden die Argumente für seinen Erhalt immer weniger.

Hohenfurch – Die dörfliche Landjugend feierte jedes Jahr in und an ihm die Poolparty. Das könnte allerdings schon bald der Vergangenheit angehören. Abschließend entschieden ist es zwar noch nicht, aber die Tendenz weist in eine eindeutige Richtung. Bei der Jahresabschlusssitzung hat Bürgermeister Guntram Vogelsgesang die Mitglieder des Hohenfurcher Gemeinderats aufgerufen, sich Gedanken über eine Zuschüttung des Feuerlöschteichs zu machen.

Für das Herrichten des im Oberdorf direkt an der Schönach gelegenen Teichs war immer viel Tatkraft gefordert. Nach Auslassen und der Befreiung vom Schlamm konnte die ausgelassene und weithin bekannte Party stets aufs Neue steigen.

Anfang der 1960er Jahre als Schwimmbad gebaut, musste diese anfängliche Bezeichnung schon sehr schnell der als Feuerlöschteich weichen „weil schon damals die Auflagen entsprechend hoch waren“ wusste Bürgermeister Guntram Vogelsgesang dem Gemeinderat zu berichten. Der Teich wird von einem Triebwerkskanal einer Mühle gespeist. Dieser sei „regelmäßig zugewachsen“, der Unterhalt dafür sei seit dem Wegfall des Mühlenbetriebs eher zögerlich realisiert worden. Und auch beim Auslauf gebe es Probleme.

Hinzu komme, dass die Feuerwehr den Teich heutzutage nicht mehr braucht. Da es eine ganze Reihe an Saugstellen an der Schönach gibt und die zu dem Teich führende Brücke nicht „für Fahrzeuge von der Größenordnung der Feuerwehr geeignet“ und schon länger baufällig sei, bestehe keinerlei Interesse mehr an der weiteren Nutzung, schilderte Guntram Vogelsgesang.

Zudem informierte er über einen andernorts verfassten Zeitungsbericht, gemäß dem der dortige Bürgermeister in einem Strafprozess wegen fahrlässiger Tötung angeklagt war, weil ein Kleinkind in einem nichtabgesicherten Teich ertrank. Eine Absicherung mit einem Zaun ist auch in Hohenfurch nicht vorhanden.

„Die Wasserqualität ist nur einmal im Jahr gut“, führte Guntram Vogelsgesang weiter aus. Nämlich immer nach den Poolpartys, wenn neues Wasser eingelassen wurde. Bereits bei einer Gemeinderatssitzung im Sommer 2011 habe man sich kritisch mit dem Teich und der Frage zu dessen Fortbestand auseinandergesetzt, wusste der Rathauschef sich außerdem zu erinnern.

Neben vielen weiteren Gründen bedürfe es vor allem deshalb, weil die Tage der Mühle gezählt seien, auch keiner kostenintensiven Aufrechterhaltung des Triebwerkskanals mehr. Somit spreche alles dafür „diesen Teich nicht aufrechtzuerhalten“.

Er selbst habe nach einer Begehung mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamts den Grundsatzplan entwickelt, den Triebwerkskanal aufzulösen, die dortige Brücke – zumal deren Eigentum nicht geklärt ist – zu entfernen und den aufgelassenen Triebwerkskanal zuzuschütten.

Der Wunsch der Landjugend bestehe bislang darin, den aufgeschütteten Platz nicht zu bepflanzen, um dort auch künftig „eine wie auch immer genannte Poolparty“ durchzuführen. Die Erfüllung dieses Wunsches sah er unproblematisch und somit gut realisierbar.

Auch wenn er aufgrund der offenen Entscheidung des Gemeinderats noch keine detaillierten Pläne hatte, konnte Guntram Vogelsgesang die Nachfragen zum Prozedere beim Zuschütten, unter anderem in Abhängigkeit zum Hochwasserschutz, zur Bodenbeschaffenheit und mehreren weiteren Faktoren bereits recht ausführlich darlegen.

Den von Martin Knopp geäußerten Einwand, dass es „ein Käs“ sei, ohne zu wissen was noch alles kommt einen Haufen Geld für eine Auffüllung zu verwenden, begegnete er mit dem Hinweis, dass man – obwohl die benötigten Kubikmeter noch nicht berechnet worden seien – immer wieder geeignetes Material zum Auffüllen in der Gemeinde vorhanden sei.

Letztlich lautete der – wenn auch von dem ein oder anderen Gremiumsmitglied noch etwas zögerlich gefasste – einstimmige Beschluss, dass die Gemeinde den Feuerlöschteich generell aufgeben wird. Über das Wie will man dann zu einem etwas späteren Zeitpunkt entscheiden.

mel

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein Haus, das schon zweimal im Weg stand
Ein Haus, das schon zweimal im Weg stand
Einbruch in Peitinger Bahnhofs-Kiosk
Einbruch in Peitinger Bahnhofs-Kiosk
Mutmaßlicher Drogenhändler von Schongauer Polizei geschnappt: Mehr als zwei Kilo Marihuana und Waffen
Mutmaßlicher Drogenhändler von Schongauer Polizei geschnappt: Mehr als zwei Kilo Marihuana und Waffen
Geplanter Denkmalschutz wirft Fragen auf
Geplanter Denkmalschutz wirft Fragen auf

Kommentare