Zu viel Lärm durchkreuzt Pläne

Endgültiges Aus für Skater- und Bolzplatz?

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Die Nähe zum Krankenhaus oberhalb des bereits vorhandenen Fußballplatzes am Leprosenanger macht einen angrenzenden Skaterplatz aus Lärmschutzgründen unmöglich.

Schongau – Der versprochene neue Skaterplatz sowie der neue Bolzplatz für die Schongauer Jugendlichen rücken in weite Ferne. Schuld ist der Lärmschutz, der einen Betrieb an den favorisierten Plätzen unmöglich macht.

Eigentlich schien alles ganz einfach. Als der Bolzplatz an der Marktoberdorfer Straße dem Bauprojekt Meisenhöfe weichen musste, reservierte die Stadt 150000 Euro aus dem Grundstücksverkauf und versprach einen Ersatz samt neuem Skaterplatz. Mit letzterem sollte ein langgehegter Wunsch der Schongauer Jugendlichen endlich in Erfüllung gehen. Knapp ein Jahr später droht das Versprechen der Stadtoberen zum Boomerang zu werden. Das Projekt steht vor dem endgültigen Aus. 

 Dabei hatte zuletzt alles darauf hingedeutet, dass die Suche nach einem möglichen Standort endlich von Erfolg gekrönt sein könnte. Im Januar hatte Stadtbaumeister Ulrich Knecht mehrere Vorschläge unterbreitet, im Februar kristallisierten sich eine Fläche am Leprosenanger unweit der bestehenden Fußballanlage unterhalb des Krankenhausbergs und das Schärfers Halde genannte Grundstück oberhalb des Eisstadions als geeignet heraus. In der jüngsten Stadtratssitzung zerstörte jedoch Walter Frömmrich alle Hoffnungen auf ein baldiges Anrücken der Baumaschinen. Der Grund: Lärm. 

Der Werkleiter hatte die schallschutztechnischen Untersuchungen ausgewertet, die eine Firma im Auftrag der Stadt für beide Lagen durchgeführt hatte. Das niederschmetternde Ergebnis sorgte für enttäuschte Mienen bei den Stadträten. Sowohl am Leprosenanger als auch bei der Schärfers Halde würden Bolz- und Skaterplatz die zulässigen Lärmpegel überschreiten, erklärte Frömmrich. Bei ersterem wäre das nahe Wohngebiet an der Augsburger Straße laut den Fachleuten mit 55 Dezibel betroffen. Zwar könne man den Wert unter die erlaubte Grenze senken, indem man Bolz- und Skaterplatz nach Westen versetze, erläuterte der Werkleiter. Allerdings wäre das Krankenhaus weiterhin mit 55 Dezibel betroffen. „Das ist besonders schützwürdig. Da darf es maximal 45 Dezibel laut werden. Das bekommen wir aufgrund der Höhenlage nicht hin.“ 

Eine ähnliche Situation gilt für die Fläche am Eisstadion. Auch hier liege das Wohngebiet zu nah, sagte Frömmrich. Einzige Möglichkeit, zumindest den Skaterplatz an dieser Stelle zu verwirklichen, sei der Bau einer gigantischen Schallschutzwand von 77 Meter Länge und vier Meter Höhe. „Das ist wohl nicht zu finanzieren“. Den ästhetisch eher zweifelhaften Charakter eines solchen Gebildes erwähnt der Werkleiter gar nicht erst. 

Was also tun, lautete die Frage für Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl und die Stadträte. Besonders die Jugendreferenten Ilona Böse (SPD) und Helmut Hunger (CSU) konnten ihre Enttäuschung nicht verbergen. „Sehr bedauerlich“, beurteilte Böse die Entwicklung, die an den „unmissverständlichen Auftrag“ der Jungbürgerversammlung erinnerte, etwas in diesem Bereich zu tun. „Bitter“ fand es Hunger: „Jetzt haben wir Geld, aber bringen die Plätze nicht zustande.“ 

Als Alternative schlug Böse vor, auf der Schärfers Halde zumindest einen Pump-Bike-Park anzulegen. Ob es dafür allerdings eine große Nachfrage gibt, konnte die Jugendreferentin nur vage bestätigen. Zumindest aus technischer Sicht hatte Frömmrich keine Einwände. Eine derartige Anlage sei eher möglich. 

Das soll jetzt geprüft werden – wie auch ein alternativer Standort für den Skaterpark im Gewerbegebiet Lerchenfeld. Solange müssen die Jugendlichen weiter mit dem provisorischen Platz am V-Markt vorliebnehmen. Dessen Tage sind schon gezählt: Er soll einer neuen Waschanlage weichen.

Christoph Peters

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