Energiehaus zum Tüfteln – Elektroabteilung der Berufsschule Schongau baut Modellhaus zum Lernen

Ein in Bayern bislang einzigartiges Projekt möchte die Elektroabteilung der Berufsschule in den kommenden drei Jahren umsetzen: In einer großen Halle soll ein in Holzständerbauweise gebautes Haus mit unterschiedlichsten Elektroinstallationen errichtet werden, damit die Lehrlinge praktische Übungsmöglichkeiten für die verschiedensten Anforderungen haben.

„Wir wollen Praxisnähe in den Unterricht holen und gleichzeitig Interesse und Begeisterung für den Beruf wecken“, bekräftigt Josef Lory, Fachbereichsleiter für Elektrotechnik am Beruflichen Schulzentrum in Schon- gau. Umgesetzt werden soll diese Praxisnähe mit dem Bau eines Holzhauses mit einer Fläche von 15 mal 7,5 Metern. Nachdem im vergangenen Jahr die Ausbildungsrichtung des Kfz-Handwerks nach Weilheim verlegt worden war, herrschte Unklarheit, wie die leer stehende Halle genutzt werden könnte. Nach reiflicher Überlegung entschied man sich für das einzigartige Projekt des Hallenhauses mit einer Reihe von verschiedenen Installationen. „Das Haus hat zwei Grundfunktionen. Es soll zum einen normgerecht zeigen, wie etwas in der Praxis gemacht wird und zum anderen soll es gleichzeitig Fehler beinhalten, die zeigen, wie etwas nicht gemacht wird. Trotzdem soll das Haus voll funktionsfähig sein“, verdeutlicht Lory. Ein ganzes Sammelsurium an Installationen wird das Musterhaus bergen: Licht, Jalousien, Klima, Heizung, Lüftung, die alle mit einer intelligenten Steuerung versehen sind. Außerdem verfügt das Haus über Meldeanlagen für Einbruch, Brand, zur Videoüberwachung und Warmwasserbereitungs- und Wärmerückgewinnung sowie eine Türsprechanlage, eine Telekommunikationsanlage, ein Breitband-TV und Schutzmaßnahmeprüfungen in allen elektrischen Bereichen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 132500 Euro. 57000 Euro trägt der Landkreis, den Rest muss die Schule selbst aufbringen. Dazu beschreitet die Schule einen besonderen Weg: Zum einen erbringt die Elektroabteilung insgesamt rund 420 Stunden Eigenleistung. Zum anderen ist sie auf der Suche nach Sponsoren. „Das Projekt wird sich über mehrere Jahre hinziehen, weil es mit viel Eigenleistung und mit der Abhängigkeit von Sponsoren gepaart ist“, so Lory. Zurzeit wird das Holzhaus von einer Zimmerei gebaut, anschließend werden die elektrischen Grundinstallationen geplant. Dann sollen Sponsoren angeschrieben werden.

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