50 Jahre aktiver Dienst

Monika Magg von der Schongauer Wasserwacht gewürdigt

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Monika Magg wird von Claudia Merk mit der Wasserwacht Spange für 50 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet. Strahlende „Beisitzer im Hintergrund“ sind 1. Vorsitzender Gerd Merk und Technischer Leiter der Kreiswasserwacht Wolfgang Strauß.

Schongau – Gott sei Dank, es gibt sie immer noch. Die stillen Helfer in Vereinen, die im Hintergrund viel Gutes leisten. Die immer zur Stelle sind, wenn Hilfe benötigt wird. Die nicht bei jeder Situation die Hand aufhalten und dann erst aktiv werden. Für die es eine Selbstverständlichkeit ist, da zu sein, wenn man sie braucht. Eine gute Seele von dieser Art ist Monika Magg, die nun für 50 Jahre Dienst bei der Schongauer Wasserwacht mit einer Ehrenspange ausgezeichnet wurde.

Hört man in Verbindung mit der Wasserwacht den Namen Magg, denkt man ganz spontan immer an das Urgestein Mag­nus. Der ehemalige Schulleiter von Hohenfurch, der sich einen Namen dadurch gemacht, dass er die Einrichtung „Nichtschwimmerfreie Grundschule“ ins Leben gerufen hat, steht beziehungsweise schwimmt bei Belangen der Wasserwacht immer an vorderster Stelle. 45 Jahre ist er aktiv dabei, hat unzähligen Kindern den richtigen Beinschlag oder die korrekten Armbewegungen beigebracht. Der Name Magg spricht für gute (Wasser-)Qualität.

Doch an diesem Tag ist Magnus Nebensache. Hat nichts zu melden. Wurde er doch tatsächlich übertrumpft. Seine bessere Hälfte Monika ist ihm um satte fünf Jahre voraus. Das alles in Sachen Seepferdchen & Co. „Moni“, wie sie von allen Wasserwachtlern genannt wird, wurde jetzt für 50 Jahre Dienst bei der Wasserwacht geehrt. „50 Jahre, das ist so viel wie Goldene Hochzeit“, formuliert es scherzend 1. Vorsitzender Gerd Merk bei der Ehrung.

„Wie kann es sein, dass jemand so lange in einem Amt oder einem Verein tätig ist?“ ist die große Frage an diesem Tag. Moni gibt sich bescheiden. Will eigentlich nicht so recht mit der Sprache herausrücken, aber Zuhörer können hartnäckig sein. Einer davon ist 1. Vorsitzender Gerd Merk, der zwar viel in Sachen Wasserwacht weiß, aber eben nicht alles.

„Meinen Freischwimmer habe ich damals 1963 im Haindl-­Fabrikbad gemacht“, erinnert sich Moni. 15 Minuten lang musste sie dort ihre Bahnen ziehen. Unter strenger Aufsicht ihrer Lehrerin Jungbauer. „War nicht einfach, schließlich hatte eine Bahn nur eine Länge von zehn Metern“, wirft Magnus ein.

„Mit zwölf Jahren habe ich dann meinen Grundschein, also den Rettungsschwimmer in Bronze abgelegt“, erzählt Moni. Ihr Ausbilder war damals Werner Jocher, der leider vor einigen Wochen verstorben ist. Jocher hat Moni und drei Freundinnen überredet, zur Wasserwacht zu gehen. Gesagt, getan. Ausbildung wurde zusammen mit den Jugendrotkreuzlern in den Räumen im alten BRK-Haus (neben dem Stadtfriedhof) absolviert. „Eine tolle Zeit“, erinnert sich Moni, wobei sie sicherlich eher an die Feten in den Katakomben denkt. Schließlich war sie schon 16 Jahre und hatte den Jugendleiterschein in der Tasche.

Einer der ersten Wegbegleiter war Helmut Franke. Alte Hasen können sich noch an ihn und seine unkonventionelle Schwimmaus-

bildung erinnern. Und Franke hat Moni in Sachen Motorrettungsboot immer aufgezogen. „Frauen können so was nicht, sind viel zu schwach und auch technisch unbegabt“, so seine Meinung. „Da hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich habe auf Teufel komm raus für den Bootsführerschein gebüffelt“, so Moni. Üben am Lido, Theorie und Prüfung in Utting. Bestanden.

„Wo heute die Toiletten für das Bootshaus am Lido sind, war damals der Abstellraum für den Bootsmotor“, erzählt Moni. Den übrigens immer Kurt Gnettner finanzierte. Und: „Den Wachdienst haben wir auf einer Decke im Gras abgehalten.“ Locker und flockig.

Vor allem lag Moni die Jugendarbeit am Herzen. Darüber hinaus organisierte sie anstehende Lehrgänge und natürlich jede Menge Veranstaltungen. Erst als ihr Mann Magnus, den sie beim Judo kennengelernt hat, in die Vorstandschaft gewählt wurde, ist Moni etwas kürzer getreten. Sie kümmert sich jetzt um den Zusammenhalt der Truppe, denn „dieser muss gepflegt werden“, so ihre Devise. Und recht hat sie.

Hans-Helmut Herold

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