Drei weitere Gruppen – Neun zusätzliche Mitarbeiter

Enorme Nachfrage nach Kita und Krippe: Peiting reagiert

Alfons-Peter-Schule Peiting
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Wegen der großen Nachfrage werden in der Alfons-Peter-Schule vorübergehend zwei Räume für Krippen eingerichtet.
  • vonJohannes Jais
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Peiting – Enorm ist die Nachfrage bei den Plätzen im Kindergarten und in der Krippe in der Marktgemeinde für die Zeit ab September 2021. Rasches Reagieren ist deshalb angesagt; es werden in der Alfons-Peter-Schule vorübergehend zwei Räume für Krippen eingerichtet und im Therese-Peter-Kinderhaus wird ein Eckraum zu einer Regelgruppe umfunktioniert.

Genauso wichtig ist es, das fachliche Personal rechtzeitig zu bekommen. Es werden weitere acht Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen eingestellt, dazu eine dritte Teilzeit-Mitarbeiterin für den hauswirtschaftlichen Bereich im Therese-Peter-Kinderhaus. Die Marktgemeinderäte haben dieser deutlichen Ausweitung beim Betreuungsangebot so zugestimmt.

„Wir haben schon Bewerbungen, können aber weitere gern nehmen“, skizzierte Stefan Kort, Hauptamtschef im Rathaus und damit fürs Personal zuständig, die aktuelle Situation. Man müsse sich im Wettbewerb dem stellen, dass auch andere Kitas Fachpersonal suchen. Dennoch sei er aber zuversichtlich, die Stellen bis September besetzen zu können.

Die deutliche Aufstockung beim Personal zeigt Auswirkungen auf den Haushalt der Marktgemeinde Peiting. Der zusätzliche Aufwand beträgt für heuer – also für die Zeit von September bis Dezember – rund 160.000 Euro. Im nächsten Jahr ist der finanzielle Mehraufwand auf zirka 470.000 Euro zu beziffern.

Rasches Handeln ist angesagt. Das reguläre Anmeldeverfahren für die Kitas in Peiting ist für das neue Kindergartenjahr 2021/2022 abgeschlossen. Es zeigt sich eine nach wie vor sehr hohe Auslastung – und das trifft auf sämtliche Einrichtungen in Peiting zu.

Ein besonderer Aspekt ist, dass vermutlich aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie Eltern verstärkt die Möglichkeit genutzt haben, den Beginn der Schulpflicht nach hinten zu verschieben und somit die Kinder länger in die Kita zu geben. Bemerkbar macht sich dies bei Eltern, deren Buben oder Mädchen zwischen dem 1. Juli und 30. September sechs Jahre werden.

Die Anmeldungen

Im Therese-Peter-Haus zeigen sich die Auswirkungen besonders deutlich. Dort sind für die Regelgruppen (ab drei Jahren) 25 Kinder mehr angemeldet worden, als freie Plätze (14 Stück) vorhanden gewesen wären. Zu tun haben diese Zahlen auch mit dem ausgeschöpften Platzangebot in anderen Kitas am Ort, die von der Caritas bzw. der Diakonie geführt werden.

Doch auch bei der Krippenbetreuung zeigte sich eine steigende Nachfrage. Auf die zunächst 28 belegbaren Plätze gingen rund 40 Bewerbungen ein, schilderte Geschäftsleiter Stefan Kort im Mai in der Marktgemeinderatssitzung.

Er habe schon „gewisse Bauchschmerzen“, gestand Herbert Salzmann (SPD) mit Blick darauf, rechtzeitig genügend Personal zu finden. Die Entwicklung hin zu mehr Betreuungsplätzen in Regelgruppen und Krippen habe sich durch Corona verstärkt.

Dr. Günter Franz (Grüne) anerkannte das rasche Handeln im Rathaus. Es sei gut, „dass die Verwaltung da in die Vollen gegangen ist.“ Norbert Merk (CSU), er ist Kindergartenreferent im Marktgemeinderat, bekundete seinen Respekt auf dem schnellen Weg zu einer räumlichen Lösung, um Regelgruppe und zwei Krippen unterzubringen.

Die Lösung wurde in Abstimmung mit Rektorin Anika Auhorn und Rita Ullrich vom Therese-Peter-Kinderhaus gefunden. Weitere Gespräche gab es mit Rektorin Ursula Dölling und Konrektorin Verena Deppler von der Alfons-Peter-Grundschule, wo die zwei weiteren Krippengruppen eingerichtet werden.

Erste Gewerke für Kindergarten an der Jägerstraße

Für den Kindergarten, der an der Jägerstraße gebaut wird und auf sieben Gruppen ausgelegt ist, wurden die ersten Gewerke vergeben. Geschäftsleiter Stefan Kort vom Peitinger Rathaus berichtete auf der Sitzung im Mai, dass die Gemeinderäte im März in nichtöffentlicher Runde entschieden haben, wer die Erdbauarbeiten, die Baumeisterarbeiten und das Gewerk Zimmerer ausführt. Den Zuschlag haben drei bekannte Betriebe erhalten: die Firma Kölbl (Forst; Erdbau), die Haseitl Bau (Schongau; Baumeisterarbeiten) und die Firma Schmid (Marktoberdorf; Zimmerer). Diese Firmen waren der jeweils günstigste Bieter bei der Ausschreibung. Das Projekt ist auf zirka sieben Millionen Euro veranschlagt. Summen zu den einzelnen Vergaben nannte Kort keine – anders als früher üblich. In anderen Gemeinden – zum Beispiel in Denklingen oder in Fuchstal – werden diese Vergaben mit Angabe des Preises durchaus in öffentlicher Sitzung vorgenommen. Bürgermeister Peter Ostenrieder verweist gegenüber dem Kreisboten auf einen Passus, wonach die Auftraggeber – in diesem Fall die Marktgemeinde – zur Veröffentlichung des konkreten Auftragswertes nicht verpflichtet seien.

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