Entwürfe für Neubau der Echelsbacher Brücke vorgestellt

Große Pläne für wichtige Verbindung

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Gerhard Pahl vom Ingenieurbüro Grassl GmbH, das mit dem Landschaftsarchitekten Sr. H.M Schober den Siegerentwurf geleifert hatte, erklärt die Details des Entwurfs.

Rottenbuch – Die Echelsbacher Brücke bei Rottenbuch hat eine lange Geschichte. Doch 86 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen, das Bauwerk muss erneuert werden. Noch bis zum 23. Januar sind die Entwürfe für die geplante neue Brücke im Rathaus der Gemeinde zu sehen.

Bei einem Pressetermin wurden alle eingereichten Arbeiten und die beiden Siegerentwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt. Den ersten Preis erhielt Bürogemeinschaft Dr. Schütz, Kolb, Ripke, Narr, Risk und Türk, die über den bestehenden, denkmalgeschützten Stahlbogen einen schlanken Stahlbetonbogen mit einer tragenden Fahrbahnbrücke legen will. Läuft alles wie geplant, könnten 2018 die Arbeiten für die Behelfbrücke beginnen.

Bezeichnend für die eingereichten Entwürfe, so Michael Kordon vom staatlichen Bauamt in Weilheim, sei gewesen, dass nach dem ersten Durchgang des Planungswettbewerbes keiner der Vorschläge ausgeschieden sei. Sieben Planungsbüros habe man zugelassen für den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb für eine neue Brücke, sieben Entwürfe reichten die Architekten ein, die alle Belange berücksichtigen mussten. 

Da war zum einen der Denkmalschutz, der am liebsten die mittlerweile 86 Jahre alte Brücke komplett erhalten würde, insbesondere den tragenden Stahlbogen. Dazu kommt der Naturschutz ist das Ammertal doch FFH-Gebiet, steht also unter dem besonderen Schutz der EU. Und auch die Brücke selbst ist von ökologischer Bedeutung, brüten und leben doch hier seltene Fledermäuse, die nicht gestört werden sollen. 

Deshalb, so Kordon, habe man nicht nur ein Planungsbüro beauftragt, sondern einen Wettbewerb ausgeschrieben, dem die Planer mit den verschiedensten Varianten versucht haben, gerecht zu werden, wobei seitens des Bauamtes nicht nur der Entwurf für die neue Brücke berücksichtigt wurde, sondern auch die Art und Weise die alte Brücke zurückgebaut werden soll. 

So gab es neben einer Hängebrückenvariante auch eine, die den Bogen der alten aufgreift und zum tragenden Element der neuen macht, vor allem aber diverse Vorschläge, den alten Bogen in seiner jetzigen Form zu schützen und zu betonen. Allen gemein aber ist, dass der Bogen, der seinerzeit einbetoniert worden war, freigelegt und nach der Sanierung geschützt werden soll. 

Der Siegerentwurf nutzt dabei den bestehenden Bogen, um darauf den neuen zu bauen, der in einem flacheren Kreissegment die Ammerschlucht überspannen wird. Darüber, so erklärte Thomas Kolb vom Architekturbüro, gemeinsam mit seinem Ingenieurskollegen Gerhard Pahl, wird die Fahrbahndecke geschoben, die für die Aussteifung des Bauwerkes sorgen wird. Man greife sozusagen die Qualität der Arbeit von damals auf. 

Bewusst war man sich seitens der Architekten und Ingenieure ob der Bedeutung der bestehenden Brücke. Gut 10000 Kraftfahrzeuge passieren täglich die Brücke, die quasi ein Nadelöhr darstellt. Will man ohne sie von der Rottenbucher auf die Bad Bayersoier Seite der Ammer, muss man dazu lange Umwege in Kauf nehmen, nicht zuletzt die enge Tordurchfahrt in Rottenbuch, wo für einen 40-Tonner-Lkw bereits Schluss wäre. 

Welche Strapaze die Talquerung darstellt, wusste man schon vor über 100 Jahren, als es eine erste Petition zum Bau einer Brücke gab, hingen doch nicht nur Fuhrwerke, sondern auch die Feuerwehr bei schlechter Witterung an der Steigung fest. 1906, so Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader, habe es diese Eingabe gegeben, 1929 schließlich konnte man die Fertigstellung des 182 Meter lange Bauwerks feiern. 

Die Geschichte der Echelsbacher Brücke, insbesondere die Petition und die Berichterstattung über den Bau sind Teil in der Ausstellung, die zu den normalen Geschäftszeiten im Rathaus zu sehen ist. Weiterhin sind alle sieben finalen Entwürfe für die neue Brücke zu sehen, die so Kordon, ein herausragendes Bauwerk im Amtsbereich des Bauamtes darstellt, das für 1400 Bauwerke und 1600 Kilometer Straßen in den fünf Landkreisen zuständig ist.

Als nächstes wird aus dem eingereichten Entwurf die Planung erstellt, wobei noch eine Feinplanung vorgenommen wird. So werde man beispielsweise noch den Schutz der Fußgänger auf der Brücke betrachten, erklärte Kordon. Schließlich werde man die Pläne im Bundesministerium vorstellen, das für die Finanzierung zuständig ist. Wenn alles seinen Gang geht, könnte 2018 die Behelfsbrücke gebaut werden, die während der gut zweieinhalbjährigen Bauzeit den Verkehr aufnehmen wird. Dann könnte die „neue Echelsbacher Brücke“ im Jahr 2022 oder 2023 für den Verkehr freigegeben werden.

Oliver Sommer

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