Rückschlag für Abenteurer Rohrmann

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Auf der Fähre statt zu Fuß unterwegs: Thomas Rohrmann muss den widrigen Bedingungen Tribut zollen.

Schongau – Die Aufgabe, der sich Thomas Rohrmann gestellt hat, ist gewaltig: Nur zu Fuß wollte er Europa von Norden nach Süden durchqueren, dabei 7 000 Kilometer zurücklegen. Doch nach gut einer Woche auf Tour steht fest: Ohne Bus, Zug und Fähre geht es nicht, das Skandinavien-Abenteuer ist bereits beendet. Der 57-Jährige nimmt von Travemünde aus einen Neustart in Angriff.

„Die Gefühle sind absolut im Keller, da ich nach einer weiteren bitterkalten Nacht und ohne Schlaf so nicht weiter machen kann“, gesteht Rohrmann am letzten Dienstag, Tag 6 seiner Unternehmung, im Gespräch mit dem Kreisboten ein.

Die Last seines Gepäcks, gepaart mit den Weiten des Nordens und vor allem die Kälte haben den Schongauer Abenteurer mürbe gemacht. „Der Rucksack ist jetzt leichter und außer einem Problem mit dem Knöchel ist es soweit okay“, so Rohrmann. Aufgrund der klirrenden Kälte, vor allem nachts, und der Helligkeit der skandinavischen Nächte falle das Schlafen aber schwer, immer wieder friere das Trinkwasser ein. „Bisher hat meine Ausrüstung nicht standgehalten.“

Schon am dritten Tag, dem Samstag vergangener Woche, sah der 57-Jährige sich erstmals gezwungen, einige Kilometer per Anhalter zurückzulegen und eine Nacht im Zimmer dem Campieren vorzuziehen. „Ich muss etwas ändern, wenn die Tour ein Erfolg werden soll und ich daraus keinen Büßergang machen will“, hielt er damals in seinem Tagebuch fest.

Hernach haderte Rohrmann immer wieder mit sich. Die beeindruckenden Augenblicke im „Winterwunderland“ wogen die Strapazen aber nicht auf. „Um nicht ganz abbrechen zu müssen, scheint mir dies nun die vernünftigste Entscheidung“, erklärt Rohrmann seinen Entschluss: Über Lulea ging es mit Bus und Bahn nach Stockholm, von dort aus nahm der Schongauer am Mittwoch die Fähre nach Deutschland, wo er seinen Fußmarsch fortsetzen will:

„So werde ich hoffentlich noch retten, was zu retten ist. Auch wenn ich am Nordkap war, habe ich gegen das Wetter auf ganzer Linie verloren Es kann nur besser werden.“

ras

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