Nur ein Sorgenkind

Altenstadter Bürgerversammlung bei Dauerregen und Hochwassergefahr

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Die bevorstehende Neugestaltung des Marienplatzes am Rathaus stellt für Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck ein wesentliches Projekt der Dorferneuerung dar.

Altenstadt – Bürgermeister Albert Hadersbeck dürfte sich darüber gefreut haben, dass trotz andauerndem Regen und der zunehmenden Gefahr möglicher Überschwemmungen über 90 Gemeindeangehörige der Einladung zur diesjährigen Bürgersammlung der Gemeinde Altenstadt im Gasthof Janser in Schwabniederhofen gefolgt waren.

Er selbst kam nach der Eröffnung gleich zur Sache, wusste er doch den Teilnehmern an diesem Abend viel und vor allem auch viel Gutes zu berichten. Gleich zu Beginn informierte Hadersbeck die Zuhörer über die Bevölkerungsentwicklung. Insgesamt zählt die Gemeinde 3.510 Einwohner, von denen 376 einen ausländischen Pass haben.

Trotz einem nur geringen Überschuss bei den Geburten im Vergleich zu den Sterbefällen von gerade mal einer Geburt im zurückliegenden Jahr 2018 gab es in der Gemeinde – betrachtet man die letzten neun Jahre – insgesamt 44 Geburten mehr als Sterbefälle.

Seine anschließende Powerpointpräsentation zu den Finanzen dürfte der Bürgermeister den anwesenden Gemeindemitgliedern sehr gerne und auch nicht ganz ohne ein wenig Stolz präsentiert haben. Zwar betragen die aktuellen Schulden 1,46 Millionen Euro, der jährliche Schuldenstand, der im Jahr 2008 mit 2,79 Millionen Euro fast doppelt so hoch war, verkleinert sich aber in der Darstellung von Jahr zu Jahr auf den derzeit aktuellen Tiefststand seit 1990.

Die Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 1,79 Millionen Euro wollte das Gemeindeoberhaupt nicht näher kommentieren, da bei diesen gegebenenfalls im kommenden Jahr noch eine Korrektur möglich sei.

Die Investitionen der Gemeinde im Jahr 2018 verfehlten mit weniger als 67 Euro die magische Grenze von einer Million Euro nur knapp. Der Schwerpunkt bei den Investitionen in Höhe von exakt 999.933,67 Euro wiederum lag bei elf kostenintensiven Vorhaben und Projekten.

Grunderwerbe der Gemeinde in Altenstadt in Höhe von 177.000 Euro und in Schwabniederhofen (111.000 Euro) sowie weitere 143.000 Euro für den dortigen Wohnungsbau und die Ortsdurchfahrt stellten neben der Fassadensanierung inklusive der Fenster in der Turnhalle Altenstadt (161.000 Euro) und dem Breitbandausbau (124.000 Euro) die im sechsstelligen Bereich liegenden Ausgaben dar.

Hinzu kamen jeweils fünfstellige Kosten für die Sanierung des Sportheims in Schwabniederhofen, die Dorferneuerung in der St. Lorenz-Straße und am Angerweg, die Beschaffung eines neuen Mehrzweckfahrzeugs für die Feuerwehr, die Abwasserbeseitigung und die Wasserversorgung sowie der Bau eines Pavillons am Via Claudia Platz.

Die Neugestaltung des Marienplatzes am Rathaus stelle ein für ihn wesentliches Projekt der Dorf­erneuerung dar, so Hadersbeck. Letzte Planungen befinden sich noch in der Prüfungsphase. Eine Ausschreibung soll dann Ende dieses Jahres und die Ausführung im Jahr 2020 folgen.

Auch bei den Planungen für die Sport- und Spielanlage in Schwabniederhofen schwebt dem Bürgermeister die Schaffung eines Ortes der Begegnung sowohl im örtlichen Bereich als auch für die Bürger aus Hohenfurch und Altenstadt vor, die dazu eingeladen seien, diese Anlage zu nutzen.

Beim allgemeinen Straßenbau besteht künftig unter anderem Sanierungsbedarf in der Sonnenstraße, in der Alpenstraße, im Köllenweg, in der Wettersteinstraße sowie in Schwabniederhofen in der Oberdorfstaße, in der Kapellenstraße und im Erlenweg. Maßnahmen im Wirtschaftswegebau sowie die Ersterschließung beim Ausbau eines Reiterweges ergänzen diesen Posten.

Zusammenarbeiten

Als Bürgermeister einer Garnisonsgemeinde ist Hadersbeck am dauerhaften guten Miteinander mit den beiden großen militärischen Dienststellen in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne, dem Ausbildungsstützpunkt Luftlande- und Lufttransport und dem Feldwebel-/Unteroffizieranwärter-Bataillon 3 gelegen.

Aufgrund des hohen Lehrgangsaufkommens und der zahlreichen Besucher wurde der vor der Kaserne befindliche Parkplatz dem Fahrzeugaufkommen nicht mehr gerecht. Er wird deshalb derzeit ausgebaut. Besonders freute ihn, dass in die zukünftige Wärmeversorgung der Kaserne auch die Abwärme der Bio-Gasanlage Schwabniederhofen einbezogen wird.

Danach zog der Bürgermeister bei der Zusammenarbeit mit der Pfarreiengemeinschaft, der ärztlichen Versorgung, der Versorgung des täglichen Bedarfs, der Gastronomie sowie der Situation der Gemeinde als Kindergarten- und Schulstandort eine insgesamt positive Bilanz.

Sorgenkind Schwimmbad

Als „Sorgenkind” bezeichnete Hadersbeck trotz den im letzten Jahr sehr guten Besucherzahlen das örtliche Schwimmbad. Neben den hohen laufenden Kosten müssen die Beckenwände in dem 50 mal 30 Meter messenden Schwimmbecken nach mittlerweile etwa 50 Nutzungsjahren dringend saniert werden. Die Kosten sollen etwa 300.000 Euro betragen. Hinzu kommt die Erneuerung der Technik.

Trotz den absehbaren hohen finanziellen Aufwendungen plant die Gemeinde angesichts der zunehmenden Zahl von Kindern, die nicht schwimmen können, etwas ganz Besonderes. Altenstadt möchte den Eltern von diesen Mädchen und Buben einen Gutschein in Aussicht stellen, mit dessen Einsatz das Schwimmenlernen ermöglicht werden soll. Auch bei dieser Überlegung geht es dem Bürgermeister einmal mehr um eine Investition in die Dorfgemeinschaft. Für ihn stellt das Schwimmenkönnen ein Stück Lebensqualität dar. Außerdem sei das Wasserbecken einer der wenigen Orte, wo man ohne Handy auskommen und somit direkt miteinander reden müsse.

Bauland und Wohnungen

Gemäß Baulandausweisung stehen im Neubaugebiet „Westlich der Alpenstraße” 6.800 Quadratmeter zur Verfügung. Für den künftigen Bedarf an öffentlichen Einrichtungen hat sich die Gemeinde für weitere 16.700 Quadratmeter die Ankaufsrechte gesichert.

Das Gebot zum sparsamen Umgang mit der Baulanderweiterung auf Grünflächen in Kontroverse zu der bestehenden großen Nachfrage nach Bauland bzw. Wohnungen veranlasst die Gemeinde dazu, wo immer möglich Lückenschließungen und Verdichtungen innerorts zu betrachten. Derzeit werden auf dieser Grundlage Wohnanlagen im Bereich Friedhofsweg/Jahnstraße gebaut.

Nach seinem kurzen Rückblick auf Ereignisse im Jahr 2018 richtete der Bürgermeister den Blick auf die noch anstehenden Großveranstaltungen in diesem Jahr. Ganz dem Grundsatz der Dorfgemeinschaft verpflichtet, bat er alle Bürger, das Bezirksmusikfest Ende Juni 2019 in Altenstadt zu unterstützen und zu besuchen.

Ein weiterer Höhepunkt wird das in Schwabniederhofen stattfindende Gauschießen mit Schießwettbewerben ab Anfang August und Veranstaltungen um Mitte August sein. Auch hierfür bat er um Bürgerengagement und unterstützende Begleitung.

Nachdem er das Wort an Landrätin Andrea Jochner-Weiß übergeben hatte, betonte diese, dass sie der Einladung zur Bürgerversammlung nach Altenstadt sehr gerne gefolgt sei. Sogleich verwies sie dann auch auf die Notwendigkeit der zur Deckung des Finanzbedarfs der Kreise durch die Städte und Gemeinden an den Landkreis abzuführenden Kreisumlage. Dass diese Gelder auch sinnvoll durch den Landkreis eingesetzt werden, verdeutlichte sie anhand der im Jahr 2019 veranschlagten Investitionen in Höhe von rund 46 Millionen Euro (54 Prozent der Umlage) in Krankenhäuser, Schulen und Kreisstraßen. Allein 10 Millionen Euro der Summe werden ihren Ausführungen zufolge für nötige Sanierungsmaßnahmen im Krankenhaus Schongau verwendet. 

mel

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