Erlebnisbad Plantsch feiert Geburtstag

Einmal Versenken für den guten Zweck

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Da half keine noch so gute Körperbeherrschung: Auch Schongaus Bürgermeister Falk Slyuterman ging baden – für einen guten Zweck.

Schongau – Das Schongauer Erlebnisbad Plantsch ist ins Teenager-Alter gekommen. Das wurde am Samstag gefeiert: Mit einer feucht fröhlichen Geburtstagsparty, dessen Höhepunkt das „Promiversenken“ war, bei dem selbst der Nikolaus nasse Füße bekam.

Feiern wie die Feste fallen, oder besser ausgedrückt: Feiern wie die Hüllen fallen. Das stand ganz im Mittelpunkt am Wochenende im Schongauer Plantsch. 13 Jahre ist das Erlebnisbad alt. Immer wieder lässt Geschäftsführer Andreas Kosian mit seinen Ideen aufhorchen, immer wieder schleppt er von irgendwoher ein „Badeschmankerl“ an. Sehr zur Freude seiner Gäste. 

Erst vor kurzem brachte er den „Dunk-Tank“ ins Plantsch, der bei den Gästen der große Sommerhit war. Und genau diese „Untertauch-Guillotine“ wurde eingesetzt, um vier Prominenten das nasse Element näher zu bringen. Alles für einen guten Zweck. Der Verein „Tropfen e.v.“ soll von dem außergewöhnlichen Wasserspiel profitieren. 

Einzeln betreten die Deliquenten die Arena. Tobias Kalbitzer ist Frontmann. Man erkennt ihn erst auf den zweiten Blick. Zu sehr lenkt sein voluminöser Bademantel ab. Blau im Farbton, rot-weiß längsgestreift. Entweder 50er Jahre oder ein Ablegestück von Ottfried Fischer. Andreas Kosian sieht seine Chance. Er reißt Kalbitzer förmlich den Stoff vom Leib und kleidet ihn neu ein. Strahlend weißer Bademantel mit Plantsch-Logo. Das kleidet. 

Vizelandrat Karl-Heinz Grehl kommt in charmanter Begleitung. Ehefrau Katrin im sportlichen Einteiler, Grehl ebenfalls. Nur sehr vier kleiner geschnitten. Noch kleiner wäre er ein Tanga geworden. Doch er passt zum sportlich kräftigem Körperbau. Der Badehosengummi erfährt zwar eine leichte Belastungsprobe, aber ist gute Wertarbeit. 

Promiversenken im Plantsch

Bürgermeister Falk Sluyterman erscheint mit Bodyguard. Sohn Hagen ist als Rettungsschwimmer mit dabei. Für den Fall der Fälle. Der Bürgermeister zeigt Stil, nennt einen Bugatti sein Eigen. Nicht das Automobil, der Bademantel trägt das Logo. 

Dann erscheint der vierte Mann. Der Nikolaus in vollem Ornat. Fast. Nur Stiefel hat er gegen Badelatschen eingetauscht. Den Langzeitschwimmern im großen Becken verschlägt es fast den Atem. Das Spiel beginnt. Für ein paar Euro kann man seinen Lieblingspromi versenken. Mit Haut und Haar. Da zeigt sich wahre Freundschaft.

Kosian selbst greift zu den Wurfbällen, als sich Sluytermann als Erster auf’s Fallbrett setzt. Den Chef untertauchen, wer hat noch nie davon geträumt? Kosian wirft sich förmlich in Rage, alles für den guten Zweck. Sluytermann schluckt, Kosian zahlt. 

Pause für den Bürgermeister? Von wegen. Kalbitzer reißt die Bälle an sich, Sluytermann bleibt Deliquent. Kalles Gesicht zeigt Freudenfalten, als Sluytermann wieder auftaucht. Geschafft, den Boss nass gemacht. 

Doch Kalle hat die Rechnung ohne den Vizelandrat gemacht. Der zahlt vorsorglich schon mal ein paar Euro mehr ein. Ehefrau Katrin öffnet bereitwillig die Haushaltskasse. Denn Grehl will unbedingt wissen, ob Kalbitzers Frisur wassertauglich ist. Grehl wirft. Jetzt wissen alle mehr. 

Die Lage spitzt sich zu. Sluytermann will den Grehl nass machen. Zwei Giganten Auge in Auge. Sluytermann greift tief ins Portemonnaie, dafür darf er näher hin. Körperspannung wie bei einem Speerwerfer. Linker Fuß vorne, Oberkörper bogenförmig ins Hohlkreuz gebracht, dezente Schattenbildung im Bauchnabel. Keine Chance für Grehl. Seepferdchen bestanden. 

Die große Frage: Wer taucht den Nikolaus? Wer traut sich? Jeder lässt dem Nebenmann den Vorzug. Doch einer tut es trotzdem. Für eine Handvoll Euros. Und der muss es dann aber büßen. Das gesamte Plantsch-Team steht in Reihe an, um den Übeltäter zu bestrafen. Oder doch Wohltäter, denn jeder Euro kommt ja dem „Tropfen e.V.“ zugute. 

Auf alle Fälle bekommt Andreas Kosian sein Fett weg. Erst Klaus, dann Tobi, dann Monika, dann Melanie. Alle zielsicher, alle müssen heimlich geübt haben. Dass im Anschluss die Badegäste andere Wunschopfer versenken konnten, wurde gerne angenommen. Denn wo kann man schon seine bessere Hälfte mit einem milden Lächeln untertauchen?

Hans-Helmut Herold

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