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Erneut erfolgreiches Jahr für die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel

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Von: Rasso Schorer

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Stephanie Lang aus Burggen (Mitte) ist bayernweit zweitbeste Genossenschaftsauszubildende des Prüfungsjahrgangs. „Darauf sind wir stolz“, loben die Vorstandsmitglieder Stephan Rupprecht (rechts) und Thomas Landes (links). © Schorer

Peiting – Im Jahr 2020 knackte die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel erstmals die Milliarden-Euro-Marke, 2021 verzeichnete sie nochmals ein „ganz dynamisches Wachstum“ auf 1,155 Milliarden (plus 13 Prozent), schildern die Vorstandsmitglieder Thomas Landes und Stephan Rupprecht am Dienstag beim Pressegespräch. 

Unter den im Wachstum ihrer Bilanzsumme stärksten drei Genossenschaftsbanken Bayerns sieht Landes seine Raiffeisenbank Pfaffenwinkel. Gemessen an der reinen Größe dieser 1,155 Milliarden belegt sie Platz 59 unter 208 bayerischen (durchschnittlich rund 966 Millionen) und Nummer 269 unter 772 Banken deutschlandweit (1,49 Milliarden).

Das verwaltete Kundenvolumen wuchs gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent – „2021 war auch hier eines der wachstumsstärksten Jahre unserer Bank“, so Landes – auf 1,925 Milliarden Euro an. Es setzt sich zusammen aus dem Kundenkreditgeschäft (795,3 Millionen Euro; davon 699,9 bilanziell und 95,4 Kredite Finanzverbund) und Kundeneinlagen (1,130 Milliarden; plus 17 Prozent; 806,5 Millionen bilanziell, 323,1 im Finanzverbund).

Die 20 Prozent Wachstum aus dem Jahr 2021 beim Kundenkreditgeschäft nochmals zu toppen, werde schwer, so Landes. Das erste Halbjahr 2022 erreichte neun Prozent, doch zusehends werde es schwerer. Steigende Zinsen und Lebenshaltungskosten – „es ist von beiden Seiten Druck da“.

Ferner führe jedes Wachstum an Kapazitätsgrenzen. Diese gelte es anzuerkennen, „vor allem, wenn man so wie wir mit dem Wachstum kein Risiko einkauft“, so Rupprecht. Eine Fusion komme derzeit weiter nicht in Frage. „Wir sind bumperlgesund“, unterstreicht Landes, „waren immer beständig, mussten uns intern nie neu aufstellen“. Dass alle Funktionen im Haus, der Kundenkontakt zügig, gradraus und verbindlich sei, werde geschätzt.

Dass die Unsicherheiten und Brandherde auf dem Globus auch die Entwicklung der Kunden­einlagen beeinflussen könnten, erwartet Landes. Derzeit sei so vom Ukraine-Krieg, über Lieferengpässe bis zur Zins­entwicklung derart viel in Bewegung, dass sich sämtliche Folgeeffekte gar nicht absehen ließen.

Eine größere Entwicklung, der sich auch die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel nicht entziehen kann, ist zudem der Fachkräftemangel. Elf Auszubildende sind es derzeit, drei bis vier wolle man pro Jahr neu gewinnen. Deren Aussichten seien reizvoll, finden die beiden Vorstandsmitglieder. „Wir waren ja beide selber Lehrlinge.“ Insgesamt zählt ihre Raiffeisenbank 122 Mitarbeiter, neue zu finden sei schwierig, so Landes. „Es ist wirklich ein Kampf.“ Doch bringt diese Knappheit an Personal auch Gutes mit sich: „Wir sind effizient geworden.“

Das verdeutlicht ein Gesamtbetriebsergebnis, das mit 12,1 Millionen (plus 20 Prozent) historisch gut abschnitt. „Hat das Wachstum was gebracht“, fragt Landes und beantwortet gleich selber: „Ja.“

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern in Prozent der Durchschnittsbilanzsumme lag 2021 bei 1,04 (2020: 1,10). Für Landes eine wichtige Kennzahl, stellt sie doch Vergleichbarkeit her. Der Blick nach links und rechts zeige: „Wir verdienen mehr als eine Durchschnittsbank, der Betriebserfolg ist deutlich überdurchschnittlich.“ Das Ende der Niedrigzinsphase dürfte das noch weiter beflügeln.

Der Bilanzgewinn lag im Jahr 2021 bei 1,8 Millionen Euro (2020: 1,7 Millionen). 350.104 Euro wurden über die 3,00 Prozent Dividendenrendite ausgeschüttet, der Rest ging in die Rücklagen. Knapp 3,9 Millionen Euro Steuern zahlte die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel 2021 (knapp 1,8 Millionen Gewerbesteuer, 1,9 Körperschaftssteuer, 110.000 Solidaritätszuschlag, 20.600 Kapitalertragsteuer). Dazu kamen rund 1,2 Millionen abgeführte Lohn- und Kirchensteuer für die Mitarbeiter. Rund 50.000 Euro flossen 2021 in Spenden.

Super-Zeugnis und Abschied

96 von möglichen 100 Punkten (Gesamtnote 1,2) stehen im IHK-Abschlusszeugnis von Stephanie Lang aus Burggen – die 19-Jährige ist bayernweit zweitbeste Genossenschaftsauszubildende des Prüfungsjahrgangs. „Das zeigt, dass wir eine top Ausbildung bieten“, freut sich Landes. „Darauf sind wir stolz“, lobt auch Rupprecht. Der bald 60-Jährige schloss seine eigene Ausbildung vor 40 Jahren ab, in seinen 18 Jahren im Vorstand legten Bilanzsumme (plus 332 Prozent), Kreditvolumen (358%), betreutes Einlagenvolumen (284%) und Eigenkapital (308%) erheblich zu. Jetzt geht er nach 43 Jahren bei der Raiffeisenbank in den Ruhestand. Ihm gleich tut es im Oktober 2023 Vorstandsmitglied Mario Lindauer; dessen Nachfolge ist mit Matthias Strauß, aktuell Prokurist, schon geklärt. „Auch er hat hier gelernt“, so Rupprecht und Landes. 

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