»Was Gutes für die Heimat«

Erste Rundgänge der Peitinger Sicherheitswacht

Sicherheitswacht Peiting
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Peter Gast, Bilge Bastürk (5. und 6. v. links), Sandra Bißot und Kevin Baltot (3. und 2. v. rechts) sind die ersten vier Freiwilligen der neuen Peitinger Sicherheitswacht. Im Beisein von Bürgermeister Peter Ostenrieder (4. v. rechts), Kiewegs Stellvertreter Toni Müller, Max Kröll und Koordinator Rene Kießlich (2. bis 4. v. links) erhielten sie von Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg (links) und Polizeipräsident Robert Kopp (rechts) ihre Ernennungsurkunden.
  • VonRasso Schorer
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Peiting/Schongau – Erstmals hat am Freitag die Peitinger Sicherheitswacht in der Marktgemeinde ihre Runden gedreht. Wenige Stunden zuvor hatten die vier Freiwilligen in den Räumen der Schongauer Polizeiinspektion ihre Ernennungsurkunden überreicht bekommen. 

Während seiner eigenen Kindheit und Teilen seiner Jugend sei in Peiting alles „top“ gewesen, schildert Kevin Baltot, mit 18 Jahren jüngstes Mitglied der Peitinger Sicherheitswacht. Doch er beobachte Veränderungen. Auch, weil er nicht wolle, dass seine sieben kleineren Geschwister „wo reinrutschen“, bringt sich der Peitinger neben seiner Ausbildung zum Rettungssanitäter fortan in der Sicherheitswacht ein.

Mit 19 Jahren ist auch Bilge Bastürk noch jung, wie Baltot hofft sie, dadurch einen guten Draht zu den Jugendlichen auf ihren Runden zu pflegen. Die Studentin aus Schongau, in Peiting aufgewachsen und in ihrer Freizeit ebenfalls beim BRK engagiert, findet es gut, dass in Reihen der Sicherheitswacht „alle Altersgruppen dabei sind“. Im Juli stoßen mit Mittfünfzigern zwei weitere Männer zum Team, das mit dem pensionierten Polizisten Peter Gast schon jetzt auf einige Erfahrung bauen kann. Weitere Bewerbungen liegen vor.

„Hör mir mit der Sicherheitswacht auf“, habe er sich zu deren Anfängen gedacht, so Gast. Doch sein Blick habe sich auch dadurch geändert, dass seine ehemaligen Kollegen voll des Lobes sind. „Mütter sollen mit ihren Kindern zum Gumpen können, ohne von Besoffenen belästigt zu werden. Es kann nicht sein, dass die Leute sich nimmer sicher fühlen.“ Ein, zwei Mal pro Woche wird er nun auf Tour gehen, als Gemeinderat als Verbindungsmann zwischen diesem Gremium und Sicherheitswacht dienen.

Nah dran am Thema Sicherheitswacht ist die 41-jährige Sandra Bißot schon lange: Ihr Mann setzt sich seit Anfang an als Mitglied des Schongauer Teams ein. Gemeinsame Runden in der Heimatstadt drehen darf das Paar aber aus rechtlichen Gründen nicht – nun engagiert die Hausfrau und Mutter sich also beim Nachbarn. Gelebt hat sie selbst einige Zeit in Peiting, ihre Eltern wohnen dort.

Wer sich, ausgerüstet mit blauen Jacken, entsprechendem Ausweis, Funkgerät und Pfefferspray, in der Sicherheitswacht einbringt, mache „was Gutes für seine Heimat“, lobte Polizeipräsident Robert Kopp. Peiting sei die 23. Kommune im Bereich Südliches Oberbayern, die auf eine Sicherheitswacht setzt. Das funktioniere ausnahmslos überall, bestätigte er ebenso wie Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg, und „wird auch in Peiting ein Erfolg“, sagte Kopp. „Wir haben durch die Sicherheitswacht viel weniger Probleme an Spiel- und Grillplätzen“, bestätigte Kieweg.

Dieser Hoffnung für Peiting ist auch Bürgermeister Peter Ostenrieder, für den nun diesbezüglich die Zeit neidischer Blicke nach Peißenberg, Schongau und Weilheim vorbei ist. Wenngleich seine Marktgemeinde der Statistik nach ein „relativ sicheres“ Pflaster sei, schließe die Sicherheitswacht eine Lücke. Denn sie stärke auch die gefühlte Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und diene als Anlaufstelle für jene, die auf Missstände hinweisen, dafür aber nicht gleich die Polizei, die „Obrigkeit“, wie Kopp es ausdrückte, rufen wollen.

Zusätzlicher Ansprechpartner

„Ihr werdet ein zusätzlicher Ansprechpartner für kleine und große Sorgen“, bekräftigte Kieweg an die vier neuen Sicherheitswachtler gewandt. Mit dem Bürger in Kontakt zu treten sei bisweilen gar nicht so einfach und je nach Situation auch nicht immer angenehm. Zumindest in der Theorie sei das Quartett aber bestens darauf vorbereitet, als Bindeglied zwischen Polizei, Gemeinde und Bevölkerung zu fungieren: Die 40-stündige Ausbildung samt Prüfung bestanden die zweimal zwei Frauen und Männer bravourös, lobte Kieweg. Alles weitere brauche dann einfach seine Zeit. „Das ist eine interessante Aufgabe“, fand Kieweg, der erklärte: „Ihr seid nicht dafür da, euch in Gefahr zu begeben.“

Das unterstrich auch Kopp. Eine Ersatzpolizei könne und solle die Sicherheitswacht nicht sein. „Wir machen unseren Job schon selber.“ Stattdessen dürfe sich Peiting fortan über eine sehr gute Ergänzung freuen.

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