Am Ort des Liebeszaubers

Erste Trauung in der Villa Rustica

Hochzeit Villa Rustica Peiting
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Bürgermeister Peter Ostenrieder bei der Zeremonie für Max Kögel und Katharina Brenauer samt Trauzeugen Marina Ullmann und Ralf Berchtold sowie zwei „Römern“.
  • VonHans-Helmut Herold
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Peiting – Es gibt sie, idyllische Plätze, wo sich Brautpaare das Ja-Wort geben. Das Gipfelkreuz auf dem Hörnle, der Ballenhaussaal und seit dem vergangenen Freitag die Villa Rustica. An dieser Stätte mit Museumsanlage und römischem Kräutergarten hat Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder nun Katharina Brenauer und Max Kögel getraut.

Der Garten um die Villa ist so ein Platz, der Verliebte förmlich anziehen muss. Schließlich wurde dort 1956 ein Bleitäfelchen aus der Römerzeit ausgegraben, auf dem die Mixtur eines Liebeszaubers eingeritzt ist. Es wurde 2018 in die Liste der kostbarsten 100 Heimatschätze Bayerns in nichtstaatlichen Museen aufgenommen. Und seine Geschichte faszinierte das Premieren-Brautpaar derart, dass die beiden sich die Villa Rustica als Ort ihrer Trauung auswählten.

Ein paar Tropfen dieser Rezeptur muss Bräutigam Max schon 2009 in der Discothek P.S. in Schongau eingenommen haben. Da fiel ihm Katharina auf, dort hat er sie kennengelernt. Einen kräftigen Schluck hat Max sich dann wenig später sicherlich bei der Bootshausparty am Lido reingezogen. Der Liebeszauber zeigte seine volle Wirkung. Wegen der Berufe der beiden ging‘s erst mal rund um die Welt: Australien, Großbritannien und die USA. Am Ende sind die Verliebten wieder in Peiting gelandet und wollen 2020 Nägel mit Köpfen gemacht.

Der Termin steht, die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Doch dann kommt Corona. Verschieben ist angesagt. Doch genau dadurch kam die Villa Rustica für das Paar ins Gespräch. Für den Bräutigam ein „cooler Ort“. „Da wir das Angebot bekamen, bei Schlechtwetter in den Sparkassensaal auszuweichen, haben wir natürlich die Villa Rustica gewählt“, erzählt Katharina. Und hängt noch lachend eine Bemerkung über den Liebeszauber an.

Es ist soweit: Die Gäste in Sommerkleidung haben sich am Vorplatz eingefunden. Alle geimpft und negativ getestet, die Bestuhlung in den vorgegebenen Abständen vom Bauhof aufgestellt. Das Brautpaar rückt an, strahlt mit dem Himmel um die Wette. Kein Lüftchen regt sich, die ausgelegten Fächer auf den Sitzplätzen tun ihr Gutes.

Alle Register sind gezogen, sogar an zwei Personen aus der Römerzeit ist gedacht, die sich links und rechts vom Bürgermeister in Positur stellen: Das Ehepaar Wolfgang und Claudia Maurus von der Historischen Römergruppe Augsburg in historischen Gewändern. Er stellt einen römischen Offizier dar, sie eine römische Domina. Keinesfalls die mit der Lederpeitsche, hier steht die Herrin des Hauses.

Der Bürgermeister spricht sehr persönlich. Erinnert an den Kniefall von Max bei einem Geburtstagsausflug in Verona, wo er seine Katharina mit dem Verlobungsring überraschte. Und der Frage aller Fragen. Das Ergebnis: Sie will. Das zeigt die Braut auch vor allen Gästen und den Trauzeugen. Ihr „ja“ kommt laut und voller Leidenschaft, gefolgt von einem innigen ­Kuss. Der Peitinger Liebeszauber hat richtig eingeschlagen.

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