Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten

5000 Euro erzielte das Hengstfohlen mit der Nummer sieben. Es war damit das teuerste aller 107 Fohlen, die Auktionator Michael Walser an den Mann oder die Frau brachte. Foto: Kindlmann

Ein weiß-blauer Himmel, 112 bildschöne Kaltblutfohlen, 80 Marktstände, das riesige Festzelt mit der örtlichen Musikkapelle und an die 7000 Besucher: Deutschlands größter Kaltblutfohlenmarkt in Rottenbuch bot wieder ein beeindruckendes Bild.

„Eine sehr ausgeglichene Kollektion speziell bei den Hengstfohlen“, hat Manfred Mayr aus Steingaden erkannt. Der ehemalige Zuchtleiter des Zuchtverbandes Bayern begründet dies damit, dass die Züchter bereits selbst stärker selektieren. Was in der Praxis bedeutet, dass nur die Spitzenfohlen vorgestellt werden. Schwankungen, so Manfred Mayr, seien indes bei den Stutenfohlen erkennbar. „Jedenfalls nicht so homogen wie bei den Hengstfohlen.“ Einen allgemein hervorragenden Zustand und eine erfreuliche Qualität der Fohlen bescheinigt Florian Schelle den Züchtern. Der erste Vorsitzende des Pferdzuchtverbandes Oberbayern fasst seinen Eindruck über den seit 1935 in dieser Art praktizierten Fohlenmarkt so zusammen: „Für alle, die was mit Rössern zu tun haben, ist das heute ein Feiertag.“ 112 Kaltblutfohlen wurden von den Züchtern vorgestellt. Sie alle wurden von den beiden Kommissionen um Florian Schelle bewertet. Die Hengst- und Stutenfohlen wurden dabei in zwei Klassen eingeteilt. Rosette und Klasse eins. Bei jedem einzelnen Fohlen wurden Typ, Gebäude, Fundament, Gang und Korrektheit sowie Schritt und Trab bewertet. Besonders hoch bewertete Fohlen werden mit der Rosette ausgezeichnet, was sich später bei der Versteigerung im höheren Preis niederschlägt. Insgesamt wurden von Auktionator Michael Weiser wortgewandt 107 Fohlen an den Mann oder an die Frau gebracht. Mit großen Schwankungen. Etliche Züchter mussten sich mit 600 Euro für ihre Fohlen begnügen, weil einfach nicht mehr geboten wurde. Mehr Glück hatte ein Züchter aus Forst, der für sein Stutenfohlen 2200 Euro mit nach Hause nehmen konnte. Den Vogel hat allerdings ein Züchter aus Uffing abgeschossen. Den Preis für sein Hengstfohlen konnte Michael Weiser auf sage und schreibe 5000 Euro hoch treiben. Für Rottenbuchs Bürgermeister Andreas Keller ist der Markttag „ein Festtag unter blau- weißem Himmel.“ Mit schönen Rössern und gutem Bier. Die Stellvertretende Landrätin Andrea Jochner-Weiß indes sagte, sie könne die Rottenbucher nur beglückwünschen für ihr organisatorisches Talent eine solche Veranstaltung auszurichten. Und sie fügte an: „Ich bin heuer das erste Mal da.“ Was Schelle zu der Bemerkung veranlasste, „Sie hätten die Jahre vorher auch schon kommen können, wir waren da.“

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