Erster Milchfrühling blüht auf – Bei der Stadtbevölkerung mit originellen Ideen Lust auf regionale Milchprodukte wecken

Gaumenschmaus: V. li. stellv. Kreisbäuerin Brigitte Albrecht, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, Kreisbäuerin Silvia Schlögel, Käsesommeliere Roswitha Boppeler, Milchkönigin Beate Deisenhofer und Festredner Dr. Dirk Ippen beim Käsetesten. Fotos: ola

Der Milchfrühling 2011 ist am Sonntag mit einem großen Fest offiziell eröffnet worden. Die Landfrauen des Pfaffenwinkels haben insgesamt an die 70 Veranstaltungen rund um den Rohstoff Nummer Eins zusammengestellt.

Beim Auftakt im Peitinger Gasthof „Buchberger“ sprach Verleger Dr. Dirk Ippen. Die Bäuerinnen der Region hatten bereits 2009 bei der Milchfrühling-Premiere ein umfangreiches Programm gestemmt. Diesmal ist es auch nicht anders. Der einzige Unterschied ist, dass die Werbeaktion heuer in 14 Landkreisen entlang des Alpenrands läuft. „Die Saat ist aufgegangen“, betonte Kreisbäuerin Silvia Schlögel. Verleger Ippen gewährte den Festgästen Einblicke in seine Kindheit, die er auf dem Bauernhof der Großeltern in Norddeutschland verbrachte. „Man hatte alles, was man brauchte.“ Die wenigen Dinge, die man nicht selber erzeugte, habe man im Kolonialwarenladen gekauft. Man habe damals „in großer Unabhängigkeit“ und „ganz bescheiden“ gelebt, schilderte der 70-jährige Verleger. Zusammen mit Nachbarn bewirtschaftet Ippen heute einen reinen Ackerbaubetrieb, der allerdings zehn Mal so groß ist wie der Betrieb des Großvaters. Der Verleger stärkte den Landwirten den Rücken. Ippen sprach von „Eingriffen in die Selbstständigkeit des Wirtschaftens, die einfach überzogen sind“. So werde ernsthaft erwogen, das Anbinden von Kühen zu verbieten. Es sei Wahnsinn, das vorzuschreiben. „Wenn das kommt, dann können in Bayern von zehn Betrieben acht schließen.“ Denn es könne nicht jeder einen Laufstall finanzieren. Darüber hinaus ging Ippen auf das Bild ein, das die Stadtbevölkerung aus seiner Warte vom Leben auf dem Land hat. Peiting – Der Auftakt des Milchfrühlings war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Zeitungsverleger Dr. Dirk Ippen hielt in Peiting die Festrede. „Die Sicht des Städters vom Leben auf dem Land ist unrealistisch und romantisch“, stellte Ippen fest. Der Städter wisse nicht, was es bedeutet, auf dem Land tätig zu sein. „Reine Stadtmenschen haben oft nicht das Naturverständnis.“ Landwirt zu sein sei noch nie ein Weg gewesen, reich zu werden, ergänzte Ippen, Verleger des KREISBOTEN und Münchner Merkur. „Aber es ist ein wunderbarer Beruf.“ Als Publizist sei er immer bemüht gewesen, die Interessen der Landwirtschaft zu vertreten. Kreisbäuerin Silvia Schlögel bekam ein dickes Lob von Peitings Bürgermeister Michael Asam (SPD). Es sei „eine tolle Leistung, wie sie in den vergangenen Jahren die Milch in den Vordergrund gestellt hat. Die Milch hat wieder eine ganz andere Bedeutung bekommen.“ Schlögel betonte, es sei ihr ein großes Anliegen, „dass die Landwirte in die Stadt gehen“ und für ihre Produkte werben. Im Rahmen des Milchfrühlingsfestes wurden auch die Sieger des Milch-Marketingwettbewerbs gekürt und mit Preisen belohnt. Die Teilnehmer waren zahlreich und sehr kreativ. So fertigten die Kinder unter anderem Geldbörsen und Taschen mit Milchwerbung an. Doch auch originelle Slogans und Filme wurden eingeschickt. Die Veranstalter bekamen insgesamt 500 Einsendungen. Erster Milchweglauf Ein Höhepunkt des Milchfrühlings geht am Samstag, 30. April, in Rottenbuch mit dem 1. Pfaffenwinkler Milchweglauf über die Bühne. An der Schönegger Käse-Alm geht es los, die Teilnehmer laufen oder bestreiten die vier Kilometer mit Nordic Walking. Der Startschuss fällt um 13 Uhr, es gibt Pokale und Medaillen für die Gewinner. Ein Modefrühstück findet am Samstag, 16. April, von 9 bis 16 Uhr bei Eichmeiers Modewelt in Peiting statt mit Leckerem aus regionalen Milchprodukten und speziellen Angeboten im Laden. Am Freitag, 29. April, werden im Huglfinger Kochatelier Brenner ein Winzer und eine Käsesommeliere erklären, welcher Wein zu welchem Käse passt.

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