"Das Konzept geht auf"

Positive Zwischenbilanz für das Schongauer Lechfloß

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Gut besucht: 36 Gäste kann das Lechfloß aufnehmen, nur selten bleiben Plätze frei.

Schongau – Da scheinen die Verantwortlichen ein richtig gutes Gespür bewiesen zu haben: Seit Anfang August zieht das Lechfloß immer am Wochenende seine Bahnen über den Fluss. Mit Erfolg: Die 36 Besucher fassende neue Tourismus-Attraktion erfreut sich großer Beliebtheit.

19 Mal, verteilt auf acht Termine, hieß es bisher „Leinen los“ am Lido. „Es läuft einfach toll, das Floß ist nahezu jedes Mal ausgebucht“, freut sich Ursula Diesch von der Schongauer Tourist Info. Erst ein Termin musste bisher ausfallen. Schuld daran war aber keineswegs mangelnde Nachfrage, vielmehr hatte das Wetter für widrige Bedingungen gesorgt.

Als echter Publikumsmagnet – thematischer Schwerpunkt und Floßbegleiter variieren je nach Termin – habe sich die Henkers­tochter-Fahrt mit Gisela Sporer und der Theatergruppe Treibhaus erwiesen. Das Angebot einer eigenen Sonderfahrt nutzte bisher eine Gruppe, eine weitere folge noch vor dem Saisonende, so Diesch. Das Erfolgsrezept des Lechfloßes umreißt die Verantwortliche der Tourist Information mit den Schlagworten „Ruhe und Beschaulichkeit“. Das geht auf, bekräftigt auch Sylvia Hochmuth-Rexa. Die Stadtführerin, die ihre Gäste auf dem Floß mit historischen Information versorgt, bestreitet etwas mehr als die Hälfte der Termine. „Auf der Rückfahrt wollen die Leute vor allem die Atmosphäre auf sich wirken lassen.“ Denn die Perspektive – da sind sich beide einig – sei eine ganz besondere.

Hochmuth-Rexa ist besonders vom Feedback der Besucher angetan, die aus einem großen Einzugsgebiet – nämlich bis aus Fürstenfeldbruck oder dem Allgäu – eigens nach Schongau kämen. Viele Rückfragen, beispielsweise wie der Naturraum Lech besser zu schützen sei, erreichten sie. Auch das Bewusstsein um die Veränderungen, die die Stromgewinnung gebracht hat, nehme zu. Ausgelassenen Party-Charakter – denn darum geht es auf dem Schongauer Lechfloß wohlweislich nicht – vermisse niemand.

„Das fangen wir schon bei der telefonischen Anmeldung ab“, erklärt Diesch. Sie und ihr Team informierten vorab genau, was die Gäste erwarte. Deren Reaktion falle oftmals gleich aus: „Ja, genau so haben wir uns das vorgestellt.“ Die Herangehensweise, den sensiblen Naturraum vergleichsweise schonend erlebbar zu machen, scheint aufzugehen. „Großartig“, findet das Hochmuth-Rexa, die zugibt, dem Projekt vorab aus Sorge um die Umwelt skeptisch gegenüber gestanden zu haben. „Wir nutzen Headsets, es geht alles ganz ruhig zu.“

Von dem großen Interesse an den Fahrten auf dem Wasser profitierten den Erfahrungen von Hochmuth-Rexa zufolge auch die Stadtführungen auf dem Land. Bei vielen habe die Floß-Runde das Interesse an weiteren Informationen rund um die Lechstadt geweckt.

Viele gute Argumente also dafür, das Lechfloß auch im nächstjährigen August und September wieder zu Wasser zu lassen. „Das Konzept kommt an, der Zuspruch ist super – es muss einfach weitergehen“, hofft Hochmuth-Rexa. 

ras

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