EVA stellt Abfallwirtschaftsbericht vor

Erfolgsmodell Müll

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Der Wertstoffhof in Weilheim wird gerade erweitert. Die fertigstellung ist für August geplant.

Ingenried – Eine Verwertungsquote, die deutlich über dem bayernweiten Schnitt liegt, Wertstoffhöfe auf Rekordjagd und ein Gewinn von rund 165000 Euro: Fritz Raab hatte gut lachen, als der Geschäftsführer der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) am Montag den Geschäftsbericht 2014 vorstellte.

65000 Tonnen Müll sind im vergangenen Jahr im Landkreis angefallen, womit die Menge im Vergleich zu 2013 leicht zugenommen hat. Raab hat dafür eine einfache Erklärung. Immer mehr Bürger würden von den Grüngutsammelstellen Gebrauch machen, die seine Gesellschaft in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut habe. Zuletzt nahm 2014 die Einrichtung in Sindelsdorf den Betrieb auf. 

Insgesamt hat im vergangenen Jahr jeder Landkreisbürger rund 500 Kilogramm Müll produziert. Auf der Deponie in Erbenschwang landet allerdings nur ein geringer Teil. 90 Prozent des Abfalls werden wiederverwertet. Zum Vergleich: Die bayernweite Quote liegt laut Raab mit 75 Prozent deutlich darunter. Damit sei allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht, so der Geschäftsführer. „Mehr geht eigentlich nicht.“ 

Mit 93 Kilogramm pro Bürger entfällt ein großer Teil auf das Altpapier. Das wird im Landkreis von den Vereinen gesammelt. 595000 Euro nahmen diese dadurch 2014 ein. Doch die Sammelmenge sinkt. „Die Vereine kommen immer mehr an ihre Leistungsgrenzen“, stellte der Geschäftsführer fest. 

Eine „wunderbare Entwicklung“ haben laut Raab die Wertstoffhöfe hinter sich. Die Anliefermenge hat sich seit 2000 verfünffacht. Mit rund 16500 Tonnen lag sie vergangenen Jahr so hoch wie nie. Umgerechnet landet jedes vierte Kilogramm Müll auf den Wertstoffhöfen. Gleichzeitig sanken die Kosten für den Betrieb erstmals unter 30 Euro pro Tonne. 

Um der Nachfrage gerecht zu werden, erweitert die Eva gerade die Anlagen in Weilheim und Peißenberg. Erstere soll im August fertig sein, zweitere ist bereits in Betrieb und wird Anfang Juli offiziell eingeweht. „Dann sind wir für die Zukunft gut gerüstet“, so Raab. 

Auch finanziell war 2014 ein gutes Jahr für die Gesellschaft. Bei einem Umsatz von 14,9 Millionen Euro erwirtschaftete die Eva einen Gewinn von rund 165000 Euro und damit mehr als im Vorjahr. Und das, obwohl man rund 550000 Euro für die Dachsanierung des 18 Jahre alten Betriebsgebäudes ausgeben musste, in dem die mechanisch-biologische Restmüllbehandlung (MBA) untergebracht ist. 

Dass die EVA gut sechs Millionen Euro erlösen konnte, habe man auch den Photovoltaikanlagen zu verdanken, betonte Raab. Deren Einspeisungserlöse beliefen sich auf rund 429000 Euro und dürfte heuer noch einmal deutlich zulegen, denn die größte Anlage auf der Deponie ging erst im vergangenen Herbst ans Netz. 

Die gute Entwicklung bekommen auch die Landkreisbürger zu spüren. Derzeit drohe keine Gefahr, dass die Müllgebühren angehoben werden müssten, stellte Raab fest. 

Neben dem Rückblick wagte der Geschäftsführer auch einen Ausblick. So werde sich demnächst entscheiden, ob die EVA künftig das Heizkraftwerk von UPM mit BauhM beliefern dürfe. Erste Ergebnisse der Tests mit dem Brennstoff aus heizwertreichen Materialien, den die Gesellschaft seit 2013 herstellt, seien vielversprechend. 

Auch die Frage, ob der Landkreis in Zukunft auf die gelbe Tonne statt die gelben Säcke setzt, dürfte demnächste wieder Thema werden, erwartet Raab. „Wir müssen das breit diskutieren, welches Konzept wir in Zukunft verfolgen wollen. 

Zuvor allerdings dürfen sich erst einmal die Bürger ein Bild von der Arbeit der Landkreis-Tochter machen. Am kommenden Sonntag lädt die Gesell-schaft von 10 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür auf ihr Gelände in Ingenried. Neben Führungen durch die Restmüllbehandlungsanlage und der Besichtigung der Altpapiersortierung in Kinsau lockt ein um-fangreiches Rahmenprogramm mit Bücher-, Floh- und Second Hand-Markt sowie E-Bikes und E-Autos zum Ausprobieren.

Christoph Peters

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