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Fahrradstraße am Lido in Schongau?

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Von: Astrid Neumann

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Lido Schongau Fahrradstraße
Das Team Radverkehr brachte den Vorschlag einer Fahrradstraße zum Lido. Die Polizei sieht das skeptisch, der Stadtrat will nochmals eine eingehende Prüfung. © Neumann

Schongau – Das Parkproblem am Lido wird derzeit angegangen. Mit Hilfe von zwei Park­automaten soll die im Sommer teilweise chaotische Situation gelöst werden (wir berichteten). Um einen weiteren Beitrag für mehr Sicherheit in diesem Bereich zu sorgen, hat das Team Radverkehr nun einen Antrag an den Stadtrat gestellt, dort eine Fahrradstraße einzurichten. Der Vorschlag soll nun genauer untersucht werden.

Vor geraumer Zeit hat sich unter den Stadträten das Team Radverkehr parteiübergreifend gebildet. Dem Team gehören Bettina Buresch (Grüne), Monika Maucher (UWV), Friedrich Zeller (SPD), Gregor Schuppe (ALS) und Hans Rehbehn (CSU) an. An sie wurde die Bitte herangetragen, die Straße oberhalb des Lidos für Fußgänger und Radfahrer sicherer zu gestalten, heißt es in dem Antrag, der in der Stadtratssitzung am Dienstag behandelt wurde.

Schongauer Lido: Wunsch nach reduzierter Verkehrsgeschwindigkeit

Ein Fußgängerweg oder Fahrradstreifen sei dort aus topografischen Gründen nicht realisierbar, trug Rehbehn für das Team Radverkehr vor. „Das heißt, wir brauchen im besagten Abschnitt eine Lösung, die zu einer deutlich reduzierten Geschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer führen wird“, so Rehbehn. „Dann wäre die Gefahr für Fußgängerinnen und Fußgänger deutlich verringert.“ Diese Lösung könnte beispielsweise das Einrichten einer Fahrradstraße sein.

Inzwischen hat ein Ortstermin mit der Polizeiinspektion Schongau stattgefunden, wie Hauptamtsleiterin Bettina Schade in der Sitzung berichtete. Für die Schaffung einer Fahrradstraße müsste der Fahrradverkehr übergeordnet sein. „Das sieht die Polizei dort bisher nicht“, so Schade. Bei einer Fahrbahnbreite von rund 5,75 Meter wären auch die neu eingerichteten Parkplätze nicht zulässig, berichtet die Hauptamtsleiterin. Ein weiteres Argument der Polizei: Es gilt ja ohnehin schon Tempo 30. „Wir wollen aber die Flinte nicht vorschnell ins Korn werden und die ganze Situation noch einmal genau anschauen“, so Schade.

Als „sehr frustrierende Angelegenheit“ bezeichnete Bettina Buresch die Situation. Insbesondere weil Kontrollen durch die Polizei aufgrund von Personalmangel nicht möglich sei, so die Aussage aus der Schongauer Inspektion. Gregor Schuppe regte daher an, einen Blitzer der kommunalen Verkehrsüberwachung an der Staustufe zu platzieren. „Wenn es die Polizei nicht macht, machen wir es eben selber.“

Zu den möglichen Problemen mit den neuen Parkplätzen beim Einrichten einer Fahrradstraße sagte Hans Rehbehn, dass es drei verschiedene Arten von solchen Straßen gebe. Bei Fahrradstraßen, die auch für den Kfz-Verkehr frei sind, dürfe auch geparkt werden, informierte er.

Der Stadtrat war einstimmig dafür, die Einrichtung einer Fahrradstraße oberhalb des Lido noch einmal eingehend zu prüfen. Im Weiteren soll sich der Bau- und Umweltausschuss mit dem Thema befassen, bevor der Stadtrat eine endgültige Entscheidung trifft.

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