Tag der Fallschirmjäger

Von der Schule zum Stützpunkt

+
Vor der Abordnung mit der Truppenfahne: Oberst Carsten Jahnel (links), Brigadegeneral Gert Johannes Hagemann und Oberstleutnant Christian Schoebel (rechts).

Altenstadt – Im Zeichen der Veränderungen in der Bundeswehr und am Standort Altenstadt stand die Verab-schiedung von Kommandeur Carsten Jahnel in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne. Der 51-jährige Oberst verlässt die Luftlande- und Lufttransportschule nach nur zwei Jahren und wechselt nach Celle, wo er Chef des Ausbildungszentrums Luftbeweglichkeit wird.

Die bisherige Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt wird – wie berichtet – bis zum 31. Dezember 2015 zum Ausbildungsstützpunkt umgegliedert und in der personellen Stärke deutlich reduziert. Es verbleiben noch drei Inspektionen. Vorgesehen sind zirka 230 Dienstposten und zirka 180 Lehrgangsteilnehmer. Unterstellt ist der Stützpunkt Altenstadt dem Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg. 

Aus Hammelburg kam Brigadegeneral Gert Johannes Hagemann (57) nach Altenstadt, um beim Appell zum Tag der Fallschirmjäger Oberst Carsten Jahnel zu entpflichten. Zugleich hat er mit der symbolischen Übergabe der Truppenfahne Christian Schoebel als neuen Leiter des Ausbildungsstützpunktes Luftlande/Lufttransport installiert. 

Der Oberstleutnant stammt aus Kassel. Er ist 47 Jahre alt und wohnt mit seiner Partnerin Daniela Holländer sowie deren Tochter in Schongau. Im Juli 1987 trat er in die Bundeswehr ein. Stationen waren seitdem unter anderem Oldenburg, Saarlouis und Calw. Von 2010 bis 2012 war er Dezernatsleiter an der Luftlande- und Lufttransportschule. Seit Herbst 2014 ist er wieder Soldat am Standort Altenstadt, zuletzt als Bereichsleiter Lehre/Ausbildung. 

Oberstleutnant Schoebel sei „bestens vorbereitet“ für die Aufgabe, sagte Hagemann als General der Infanterie und Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie beim Appell in Altenstadt. Schoebel habe das nötige Rüstzeug und verfüge auch über die notwendige Auslandserfahrung. 

Der bisherige Kommandeur Jahnel erwähnte beim Appell, dass an der südfranzösischen Fallschirmspringerschule in Pau eine deutsche Ausbildungsdependance in Stärke von acht Soldaten eingerichtet werde, die dort deutsche und französische Fallschirmspringer unterweisen werden. Diese acht Dienstposten seien dem Stützpunkt Luftlande-/Lufttransport in Altenstadt unterstellt. 

„Die Vernunft hat sich durchgesetzt“: Mit diesen Worten bedachte Oberst Jahnel die politische Entscheidung, dass Altenstadt das Mutterhaus der Fallschirmjägertruppe bleibt, wenngleich eine Reduktion stattfindet. Die Entscheidung von 2011, die Fallschirmjäger-Ausbildung nach Oldenburg zu verlegen, wurde im Frühjahr 2015 revidiert. 

Nahezu alle Soldaten haben laut Jahnel einen Dienstposten im Ausbildungsstützpunkt gefunden. Wenige Offiziere müssten mit der Versetzung an einen neuen Standort rechnen. Es gebe freilich noch eine kleine Gruppe ziviler Mitarbeiter, die noch nicht wissen, wie es mit ihnen weitergeht. „Das ist nicht zufriedenstellend“, sagte Oberst Jahnel. 

Der bisherige Kommandeur ergänzte, der Leiter des Dienstleistungszentrums in Landsberg habe zugesichert, dass die Betroffenen spätestens bis Weihnachten 2015 erfahren, ob sie in Altenstadt verbleiben können oder an welchem anderen Standort sie ihren neuen Dienstposten haben werden. 

Der neue Leiter des Stützpunktes, Christian Schoebel, hat im Gegensatz zu den bisherigen Kommandeuren keine Sekretärin mehr. Mariella Ose, zuletzt unter den Kommandeuren Ferdinand Baur und Carsten Jahnel Mitarbeiterin im Vorzimmer, wechselt nach Bad Reichenhall. Die Stelle des Presseoffiziers, zuletzt von Matthias Raschi wahrgenommen, wird aufgegeben. Offen ist noch, wie es mit Zivilbediensteten des Fachmedienzentrums weitergeht. 

Beim Appell zum 15. Tag der Fallschirmjäger, der vom Heeresmusikkorps aus Ulm unter strömendem Regen gestaltet wurde, ist am Ehrenmal auch der toten Kameraden gedacht worden. Oberst Jahnel hat daran erinnert, dass sich ein 24-jähriger Soldat aus dem Stabsquartier der LL/LTS in seiner Wohnung das Leben genommen hat. Außerdem seien im vergangenen Jahr weitere tragische Todesfälle zu bedauern.

 Bei dem Appell, zu dem auch die früheren Kommandeure Ernst Richstein, Ulrich Quante, Fritz Zwicknagl und Ferdinand Baur gekommen waren, erhielt der zivile Bedienstete Franz Mückenberger von Oberst Jahnel vor den Augen zahlreicher Gäste – darunter Landrätin Andrea Jochner-Weiß – das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold. 

Jahnel selbst wurde beim anschließenden Empfang vor mehreren hundert Soldaten und zivilen Gästen das Ehrenzeichen des Bundes Deutsche Fallschirmjäger verliehen; die Auszeichnung nahm Generalmajor a.D. Georg Bernhardt als Präsident dieses Verbandes vor. 

Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck richtete seinen Dank „an alle, die zu dieser sinnvollen Entscheidung beigetragen haben“. Was er damit gemeint hat? Ganz klar die Tatsache, dass die Ausbildung der Fallschirmspringer am traditionsreichen Standort in seiner Gemeinde verbleibt.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die ersten 100 Kandidatinnen
Das sind die ersten 100 Kandidatinnen
Messerstecherei in Schongau
Messerstecherei in Schongau
Jetzt bewerben: Werde das Kreisbote TrachtenMadl 2017
Jetzt bewerben: Werde das Kreisbote TrachtenMadl 2017
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder

Kommentare