Faschingsumzug in Schwabsoien

Ein Dorf im Ausnahmezustand

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Deutschland als Kasperltheater: Die Faschingsfreunde Schwabsoien nahmen die Skandale der letzten Monate aus Politik, Wirtschaft und Sport aufs Korn.

Schwabsoien – Power satt, auch ohne Kat – so könnte man das Motto des diesjährigen Faschingsumzug in Schwabsoien beschreiben. Nicht immer gefiltert rauchte es bei so manchem Gaudiwagen aus dem Ofen. Geraucht dürfte auch der eine oder andere Kopf bei den Vorbereitungen, denn einen Kopf gemacht hatten sich die zahlreichen Gruppen schon ob des Themas. Und so standen der Abgasskandal, der G7-Gipfel und noch manch andere interessante Themen auf der Agenda.

Wer erinnert sich nicht noch gerne an das liebliche Schloss Ellmau, an die Sommerfrische für unsere geschätzten Politiker, als die Deutschen noch Zäune bauen konnten und die Grenzen sichern. Zumindest die Gullideckel müssten in Schwabsoien jetzt aber alle gesichert sein, liefen doch zwei Teams im Umzug mit, um selbige „zuzuschweißen“. Sogar die Frau mit der Raute und ihren afro-amerikanischen Freund konnte man erblicken, so man den Ansturm der Ordnungskräfte widerstanden hatte.

Skandalreiches Jahr

 Skandale gab es in den vergangenen zwölf Monaten genug, um damit einen kompletten Zug zu gestalten, ob das gekaufte Sommermärchen, die gekauften Abgaswerte oder auch die gekauften, oder gemieteten Narren, ohne die im Fasching rund um Schongau wohl nichts mehr ginge. Zumindest, wenn man den Narren glaubt, die es wissen könnten. Auf jeden Fall wissen sie, wofür VW steht: für ein völlig wertloses Auto.

Schöne Farbenspiele gab es ebenfalls, als die jungen Schwarzen Blaue aus den Roten machten. Für den nicht Eingeweihten: Die Junge Union hatte sich überlegt, wer aus dem Schongauer Stadtrat wohl welchem Schlumpf am ähnlichsten sei. Wobei sich manche ohnehin statt einer Staatschefin den Kini zurückwünschen, und sei es nur für die Zeit während des Fasching.

Faschingsumzug in Schwabsoien - die Bilder

Geschossen würde übrigens auch, nicht nur im Wald, sondern mit der Seifenblasenkanone. Auch eine Abordnung aus einem kleinen Dorf, das bis heute Widerstand leistet gegen die Besatzer, war dabei. Asterix und Obelix, ganz ohne Hintersinn.

Flankiert wurde der Umzug wie immer von zahlreichen Feierwilligen, die manchmal nur einen Bademantel als Kostüm übergeworfen, teils sich aber auch so richtig in Schale geschmissen hatten. Mehr als 3000 Besucher zog das bunte Spektakel heuer in seinen Bann – so viele wie noch nie.

gau

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