Fast fünfstündiges Spektakel im Jakob-Pfeifferhaus

Beim Schockerberg der CSU geht's ordentlich zur Sache

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A Busserl für die Landrätin: Markus Wühr zeigte als Bergbauer Luis aus Tirol vollen Körpereinsatz.

Schongau – Stadträtin Marianne Porsche-Rohrer hat als erste in Versform darauf angespielt, wie Andrea Jochner-Weiß „busselt, dass die Fetzen fliegen – ihr Charme ist nicht zu besiegen“. Beim nächsten Auftritt schritt der Bauer Luis aus Südtirol (alias Stadtrat Markus Wühr) zur Tat und drückte der Landrätin einen herzhaften Kuss auf die Lippen. Trotz dieses Auftakts beim Schockerberg der Schongauer CSU: Es blieb zum Derblecken nicht beim Schmusekurs. Sowohl im Singspiel als auch beim Finale mit der Schönachdorfer Feuerwehrkapelle und Jürgen Fi-scher ging es in punkto Lokalkolorit echt zur Sache. Knapp 600 Gäste haben mit dem Bockbier Süffiges und mit den Darbietungen deftige Kost serviert bekommen.

Der Pauli (Huber) schreitet in der Mönchskutte und in San-dalen mit einem steinernen Krug in der Hand auf die Bühne. Er wird von Rosi Wölfle, die zusammen mit Michael Eberle durchs Programm führt, als erster Beitrag an diesem langen Abend angekündigt. 

Das Programm geht mit den Musikstücken der Stadtkapelle bald fünf Stunden. Der Pauli reiht viele Themen aneinander; so findet er, dass zwischen Schongau, Peiting und Altenstadt die Verständigung net klappt – ob mit oder ohne Internet. 

Als bittere, weiße Pille ver-kleidet sich Marianne Porsche-Rohrer. Die Apothekerin, Naturheilpraktikerin und Stadträtin meint über Bürgermeister Falk Sluyterman: „Die Wertschätzung fällt nicht schwer, wenn er doch bloß kein Roter wär.“ An ihrer Kollegin Ilona Böse erkennt sie im Stadtrat „viel Getöse“. Und dem neuen Chef der Krankenhaus GmbH verordnet sie am liebsten Pillen, „um den Redefluss zu stillen“. 

Landwirt Markus Wühr spielt anschließend mit Strohhut, blauem Latz und markanten dritten Zähnen den Bergbauern Luis aus Südtirol, der über Umwege (Weilheim) nach Schongau kommt. Im Singspiel, das Luitpold Braun (er ist der „Stoiberix“ mit der weißen Matte) über acht Wochen mit den Akteuren eingeübt hat, wird schließlich ein Zaubertrank gebraut. 

Singspiel: Kriegerische Auseinandersetzung der Aufständischen (hinten) mit den Soldaten der Kaiserin.

Die Meuterei der Bayern gegen Kaiserin Angela und ihre (römischen) Soldaten führt zu kurzem Kampfgeschehen, findet aber ein gutes Ende, als auf dem Schwanenwagen König Ludwig II. (Robert Kassebaum) in den Saal gebracht wird. In der nächsten Pause braucht die kleine Besetzung der Stadtkapelle nicht lange aufzuspielen.

Denn es ist um elf Uhr am Abend höchste Zeit für das Highlight zum Finale. Jürgen Fischer aus Hohenfurch zieht mit der tonkräftigen Schönachdorfer Feuerwehrkapelle ein. Eine Pointe nach der anderen feuert Fischer ab – manchmal richtig gschert. 

Das geht von der Begrüßung („liebe Schongauer, liebe normalen Gäste“) über das Lied „Schongau, lass das Träumen“ bis zur Bemerkung „Prominenz mit Qualität ist hier herin eher dünn gesät“. Und bis zu der Fragestellung zum Schluss: Herr Sluyterman, haben Sie schon mal so viele Zugabe-Rufe nach Ihren Reden gehört?“

Johannes Jais

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