"Erste Not gebannt"

Kindergartenplatz-Übergangslösung in Schongau

+
Der Kindergarten Regenbogen an der Bahnhofstraße wird künftig eine Krippengruppe aufnehmen, um den Bedarf an Plätzen zu decken.

Schongau – In Schongau fehlen 25 Kindergartenplätze. Auf Antrag der CSU-Stadtratsfraktion informierte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung am Dienstag über den aktuellen Stand und präsentierte auch eine Lösung für das bestehende Problem: In den Kindergärten „Regenbogen“ und „Luftballon“ sollen temporäre Betreuungsplätze eingerichtet werden.

„Das Thema beschäftigt uns seit geraumer Zeit“, führte Bürgermeister Falk Sluyterman in den Tagesordnungspunkt ein. Denn bereits 2014 war dem Stadtrat eine Voruntersuchung zur Wirtschaftlichkeit von Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen am Kindergarten „Regenbogen“ präsentiert worden. In Verbindung mit dem Beschluss für die Realisierung des „Hauses für Kinder“ am Gartenweg 2016 hatte das Gremium dann beschlossen, die Einrichtung bedarfsgerecht zu sanieren sowie von einem drei- in einen zweigruppigen Kindergarten mit Mehrzweckraum zurückzuführen.

Die dritte Kindergartengruppe konnte schließlich 2017 in das neue „Haus für Kinder“ umziehen. Es folgten einige Renovierungs- und Verbesserungsmaßnahmen im Kindergarten „Regenbogen“, wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich erläuterte. Neben brandschutztechnischen Erneuerungen gehörten unter anderem die Renovierung der Parkettböden, die Erweiterung des Zutrittskontrollsystems sowie die Aktualisierung der Flucht- und Rettungswegpläne. Der Einbau einer Funk­rauchmelder-Anlage soll in den Sommerferien erfolgen, so der Stadtbaumeister. Die bestehenden Defizite wie Brand- und Schallschutz sowie die Mängel, die von der Kindergartenleitung, dem Betriebsarzt und der Fachaufsicht für Kindertageseinrichtungen angeführt wurden, seien somit beseitigt worden, erklärte Dietrich. Darüber hinaus bestehe kurz- bis mittelfristig kein weiterer Sanierungsbedarf. Diese Ansicht werde im Übrigen auch von der Einrichtungsleitung geteilt.

Bezüglich des Mehrbedarfs an Plätzen im kommenden Kindergartenjahr hat man derweil eine Lösung gefunden, die Hauptamtsleiterin Bettina Schade am Dienstag dem Stadtrat präsentierte. Für die Kindergärten „Regenbogen“ und „Luftballon“ hat die Fachaufsicht des Landkreises befristete Betriebserlaubnis für eine Krippengruppe bzw. eine Kindergartengruppe erteilt.

Personal ist Voraussetzung

Die „Luftballon“-Kindergartengruppe soll als Außengruppe in den Räumen an der Benefiziumstraße untergebracht werden, so Schade. Für die „Regenbogen“-Krippengruppe muss ein Schlafraum sowie ein Wickelbereich geschaffen werden. Die Kosten zur Herstellung dieser Gegebenheiten liegen, laut Schade, bei rund 30.000 Euro. Voraussetzung für all das sei jedoch, dass man auch entsprechendes Personal finde, gab die Hauptamtsleiterin zu bedenken.

Ein Gutachten zur Bedarfsprognose wünschten sich Kornelia Funke und Helmut Hunger (beide CSU). Eine solche Analyse des Kinderbetreuungsbedarfs wird derzeit durch den Landkreis durchgeführt (wir berichteten). Man habe sich damals dazu entschlossen, sich beim Landratsamt dranzuhängen, argumentierte Schade. Die Ergebnisse der Analyse sollten demnächst vorliegen.

„Der Staat hat uns das Ei gelegt und wir als Kommune dürfen‘s jetzt ausbaden“, so Ilona Böse (SPD). Sie hob hervor, dass man in der glücklichen Lage sei, im Kindergarten „Regenbogen“ reagieren zu können und somit die erste Not gebannt sei. Künftig solle man sich Gedanken machen, in welche Richtung das pädagogische Angebot gehen könne, so Böse weiter.

Für Bettina Buresch die Gelegenheit, erneut den Wunsch nach einem Waldkindergarten vorzubringen. „Das wäre ein tolles Angebot“, so die ALS-Stadträtin. Bürgermeister Falk Sluyterman wies darauf hin, dass für ein solches Projekt Gefahren wie beispielsweise Unwetter nicht zu unterschätzen seien. Die Nachbargemeinde Peiting habe zudem so ein Angebot, verwies der Rathauschef auf die interkommunale Zusammenarbeit. Marianne Porsche-Rohrer (CSU) wünschte sich hingegen einen Kneipp-Kindergarten. Der sei leichter zu verwirklichen als ein Waldkindergarten und zudem gut für die Gesundheitserziehung der Kinder, so ihr Argument. „Der Wahlkampf hat offenbar schon begonnen“, stellte Ralf Schnabel (UWV) zu der Diskussion fest. Abgesehen davon, habe man viel investiert und sei nun in der glücklichen Lage reagieren zu können, schloss er.

Einstimmig folgte der Stadtrat dem Vorschlag, die notwendigen baulichen und organisatorischen Schritte für die Einrichtung der temporären Kinderbetreuungsplätze in den Kindergärten „Regenbogen“ und „Luftballon“ einzuleiten. 

asn

Auch interessant

Meistgelesen

Berufsschule Schongau verabschiedet 133 erfolgreiche Absolventen
Berufsschule Schongau verabschiedet 133 erfolgreiche Absolventen
Henkerstochter-Schauspiel und Historischer Markt stehen an
Henkerstochter-Schauspiel und Historischer Markt stehen an
Rückzieher beim Park-Gutachten
Rückzieher beim Park-Gutachten
Mühlkanal: Kampfmittelräumung verursacht neuerliche Sperrungen
Mühlkanal: Kampfmittelräumung verursacht neuerliche Sperrungen

Kommentare