Bauland in Peiting

Fließende Grenzen für Baugebiet am Starenweg

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Die Wiese, wo an Pfingsten noch das Heu stand, soll zu Bauland erschlossen werden – mit fließenden Baugrenzen. Hinten die Häuser am Starenweg.

Peiting – In der Frage, ob zum Baugebiet am Starenweg im Norden Peitings strenge Vorgaben gemacht werden oder die Baugrenzen eher fließend sein sollen, tendiert die Mehrheit klar zur zweiten Variante. Das hat ein Stimmungsbild im Marktgemeinderat ergeben.

Bei nur einer Gegenstimme (Hermann Mödl, Bürgervereinigung) zeigten sich nahezu alle Räte mit fließenden Baugrenzen einverstanden. Bürgermeister Peter Ostenrieder, der ein Stimmungsbild im Plenum haben wollte, wird dem Architekturbüro Narr|Rist|Türk die klare Ansage machen, wie man im Gemeindeparlament dazu steht.

Auch im Peitinger Marktbauamt hat es dazu durchaus zwei konträre Ansichten gegeben. Bettina Maeße aus der Bauverwaltung favorisierte die fließenden Baugrenzen. „Da sind wir flexibler“, gab sie gegenüber den Gemeinderäten zu verstehen.

Anders der Marktbaumeister. „So – jetzt komm‘ ich als Freund der strengen Regelung“, bekundete Fabian Kreitl. Bei einer genauen Vorgabe werde das städtebauliche Bild letztlich „homogener“, fügte der Marktbaumeister hinzu.

Wenig regulieren

„Wir haben so viele Reglementierungen“, war die Meinung von Norbert Merk (CSU). Er sei ein Freund von möglichst wenig Regulierung und plädiere klar für eine freie Gestaltung, sprich für eine flexible Auslegung.

Franz Seidel (Bürgervereinigung) zeigte „vollstes Verständnis“ für Marktbaumeister Kreitl mit dessen Ansicht als Ortsentwickler. Aber er stelle sich, so fuhr Seidel fort, schon die Frage, wie denn verfahren werde, wenn später von den Häuslebauern die Anträge auf Änderungen gestellt werden. Darum befürworte er von Anfang an fließende Baugrenzen.

Er sei „ein Gegner der stringenten Ausrichtung“, kommentierte Herbert Salzmann (SPD). Fließende Linien würden in die jetzige Zeit hineinpassen. Marion Gillinger (ÖDP) fand fließende Baugrenzen „innovativ“.

Michael Deibler (CSU) erinnerte an eine Besichtigung vor vier Jahren in Holzhausen am Ammersee, wo sich die Peitinger Gemeinderäte ein Baugebiet angeschaut hatten. Dort seien die Häuser nahezu ohne Vorgaben errichtet worden. Was aus der Nähe einen „wilden und bunten Eindruck“ vermittle, gebe im Ganzen doch ein stimmiges Bild ab, fand Deibler. Darum plädiere er für fließende Baugrenzen im neuen Baugebiet zwischen Drosselstraße und Starenweg.

Susann Tabatabai-Schweizer (Grüne) sprach den energetischen Aspekt an. Wenn schon keine Vorgaben gemacht werden, sollen da die Zeichen der Zeit jedoch erkannt; von Seiten der Gemeinde sollte „mit Nachdruck“ der Einsatz regenerativer Energie vorgeschlagen werden.

Häuser und Wohnungen

Wie im Kreisboten bereits berichtet, sollen im neuen Baugebiet im Norden Peitings zwei Mehrfamilienhäuser mit zusammen 18 Wohnungen sowie knapp 20 Einfamilienhäuser und Doppelhäuser entstehen. Die Wiese, die erschlossen wird, ist 1,4 Hektar groß und befindet sich zwischen Drosselstraße und Starenweg; auf der Ostseite wird das Grundstück vom Unterfeldweg begrenzt, der nahe am Bahngleis verläuft. 

jj

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