Freianlagen rund ums Münzgebäude fertig

Verweilen bei der Fronveste

Münzgebäude Freianlagen Thomas Sluyterman
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Die Freianlagen sind punktgenau fertig geworden, lobt Bürgermeister Falk Sluyterman (rechts). Robert Thomas, Verantwortlicher beim Stadtbauamt, sieht die Aufenthaltsqualität rund ums Münzgebäude erhöht.

Schongau – Mit der Fertigstellung der Freianlagen rund um das Münzgebäude sind nun alle Maßnahmen der Sanierung des historischen Baus abgeschlossen. Zu einer Rückkehr der gold-schwarzen Fensterläden wird es nicht kommen.

Wie sah das Münzgebäude früher aus? Fensterläden hatte es bis ins 20. Jahrhundert hinein jedenfalls keine, ist sich Sebastian Dietrich sicher. Diese seien wohl in den Dreißigerjahren angebracht worden – als Stilmittel eines „erfundenen Mittelalters“, fasste der Stadtbaumeister zusammen. Darauf deuten auch die Fensterabstände hin, die ein Öffnen und Schließen der Läden an mehreren Stellen verhinderten. Als störendes Element für die Harmonie der Fassade bezeichnete Dietrichs Stellvertreter Robert Thomas die Fensterläden. Dass sie mit der Sanierung entfernt wurden, das habe auch in Fachkreisen positiven Anklang gefunden.

Die Fensterläden am Münzgebäude, das war ein erfundenes Mittelalter.

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich

Dennoch gebe es Stimmen, die den gewohnten Anblick vermissen und die Fensterläden für charakteristisch halten, fasste Bürgermeister Falk Sluyterman beim Pressetermin am Donnerstag mehrere Rückmeldungen aus der Bevölkerung zusammen. Denen hält das Stadtbauamt seine Erkenntnisse entgegen – und, dass in den Planungen von Anfang an klar gewesen sei, auf die Fensterläden zu verzichten. Diese nachträglich anzubringen, das geht nun nicht mehr, erklärte Thomas. Für die umgesetzten Pläne von Sunder-Plassmann Architekten Stadtplaner gelte Entwurfsschutz.

Statt der Fassade des Münzgebäudes ging es am Donnerstag aber vor allem um dessen Freianlagen. Die Neugestaltung des Vorplatzbereichs, des ehemaligen Polizeihofs und der Wegeverbindung des nördlichen Stadtmauerumfelds führte Thomas in seiner Liste auf. Ebenso die Neuordnung der Parkplätze samt Elektrotankstelle und die barrierefreiere Zuwegung in die Altstadt.

Mehr Aufenthaltsqualität

Die Gesamtkosten dürften laut Prognosen leicht unter den angepeilten 950.000 Euro bleiben. Von Februar bis Oktober dauerte die Umsetzung. Die Aufenthaltsqualität sieht Thomas erhöht, dank der Gestaltung mit Naturstein, einem kleinen Brunnen, dem Kreuzgarten, einer Rasenfläche und Sitzgelegenheiten.

„Just-in-time“ habe man die Maßnahmen abschließen können, freute sich Bürgermeister Falk Sluyterman. Oder wie es Thomas, der die Verantwortung am Münzgebäude inne hatte, ausdrückte: „Wir sind mit der Pflanzperiode fertig geworden.“ Die Bepflanzung müsse nun über den Winter anwachsen, dann erhält sie ihren Formschnitt, ehe der Garten um Kräuter und Beetstauden ergänzt wird. „Das wird ein buntes Bild ergeben.“

Für ein solches soll auch die Freischankfläche sorgen, die dank vorhandenem Außenstrom theoretisch ab sofort bespielbar ist. Der Saal im Obergeschoss sei bereits gut angenommen worden, ehe der November-Lockdown für Absagen sorgte, schilderte Sluyterman. Nun ist noch ein Name für die Räumlichkeiten gesucht. Schon am heutigen Dienstag soll sich der Stadtrat dieser Entscheidung annehmen. Dabei könnte das Gremium dem Vorschlag von Helmut Schmidbauer folgen: Der Kreisheimatpfleger habe sich für „Turmsaal“ ausgesprochen, verriet der Bürgermeister.

Für diesen sei dann ebenso ein Schild zu besorgen, wie für den Platz selbst. „Bei der Fronveste“ war nach einigem Hin und Her herausgekommen. Einen erklärenden Zusatz, wie er zum Beispiel am Dr. Leonhard Zill Platz in der Karmeliterstraße zu finden ist, könne er sich gut vorstellen, sagte der Rathauschef. Weitere Informationstafeln, um auf die Geschichte der Örtlichkeit einzugehen, sollten dann Teil des Stadtmauerkonzepts sein, dem sich der Stadtrat am Dienstag ebenfalls widmete, erklärte Dietrich.

Barrierefreier

Lob bekam das Stadtbauamt auch für die Zuwegung samt Bypass im Norden der Stadtmauer. Nicht barrierefrei, aber immerhin barrierefreier stellt sich diese nun dar. Dabei entfalten auch Details ihre Wirkung: So sei beispielsweise der angenehme Durchmesser des stählernen Handlaufs der darauf angewiesenen Bürgerschaft positiv aufgefallen, so Thomas. Im Gespräch mit der Feuerwehr habe man außerdem dafür gesorgt, dass diese ihre Drehleiter zur regelmäßigen Maibaumpflege besser aufstellen kann.

Anklang erfahre ebenfalls der vor vier Jahren geschaffene Westzugang zum Friedhof, berichtete Sluyterman. Statt einer provisorischen Treppe in Richtung Münzgebäude findet sich dort nun eine langfristige Lösung. Verbindendes Element und somit Klammer von der einen Platzseite zur anderen ist der dort verbaute rostbraune Cortenstahl, wie er auch beim Oberlicht des Saals und bei der Aussichtsterrasse am Kopf des Zugangs zur Stadtmauer Verwendung fand.

Dass der Tag der offenen Tür am und im Münzgebäude flachfällt, das will der Rathauschef mit einem Online-Angebot etwas auffangen: Ein Angebot, um mittels Filmaufnahmen einen virtuellen Rundgang auf der Stadt-Homepage anzubieten sei bereits eingeholt.

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