Freiwillige Helfer fürs Schongauer Filmtheater gesucht

Leise Hoffnung fürs Kino

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Aktuelle Filme sucht man derzeit im Schongauer Filmtheater vergebens. Ob und wann das Kino wieder eröffnet, ist nach wie vor unklar.

Schongau – Freiwillige Helfer für das Filmtheater Schongau gesucht: So lautet ein Aufruf, den die Aktionsgruppe Schongau belebt jetzt im Internet veröffentlicht hat. Steht das seit mehr als eineinhalb Jahren geschlossene Kino etwa vor der Wiedereröffnung, mag sich manch Leser der wenigen Zeilen gefragt haben. So viel vorweg: Ganz soweit ist es noch nicht. Doch es gibt positive Signale.

In den Schaufenstern des Filmtheaters in der Blumenstraße scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Plakate für Kino 1 und 2 werben für „Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman“ und „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“. Beide Filme feierten ihre Deutschland-Premiere bereits im ersten Quartal 2014. 

So lange ist es schon her, dass die Türen des Schongauer Filmtheaters sich zum letzten Mal für Kinogänger öffneten. Wer aktuelle Blockbuster sehen will, dem bleibt seitdem nichts anderes übrig, als sich ins Auto zu setzen und die Fahrt nach Weilheim, Kaufbeuren oder Penzing in Kauf zu nehmen. 

Denn die digitale Revolution hat auch vor dem Filmtheater und dessen Betreiber Otto Konrad nicht halt gemacht. Kinofilme werden heutzutage per Festplatte oder direkt über das Internet an die Kinos verteilt. Die gute alte Filmrolle, wie sie bis zuletzt im Filmtheater im Einsatz war, hat ausgedient. 

Ohne Umrüstung auf digitale Projektoren, so viel steht fest, gibt es auch keine Zukunft für das kleine Kino an der Blumenstraße. Das hat auch Konrad eingesehen und Anfang des Jahres angekündigt, auf die neue Technik umstellen zu wollen. Seitdem ist es still geworden um die Pläne, was freilich nichts heißen mag, denn Konrad ist nicht dafür bekannt die Öffentlichkeit zu suchen.

Einen Hinweis darauf, dass sich hinter den Kulissen vielleicht tatsächlich etwas rührt, gab es jetzt bei Facebook. Dort postete Beatrice Amberg von der Gruppe Schongau belebt einen ziemlich kurz gehaltenen Aufruf, dass Ehrenamtliche fürs Filmtheater gesucht würden. 

Dahinter steckt Daniel Blum. Für die Jugendorganisation der SPD hatte sich der Schongauer bereits im März für eine Wiedereröffnung des Filmtheaters stark gemacht. Im Gespräch mit Konrad versprach er damals, den Betreiber ehrenamtlich unterstützen zu wollen.

Seitdem habe es immer wieder Kontakt gegeben, berichtet Blum. So weiß er, dass Konrad mittlerweile bei der Filmförderstelle finanzielle Unterstützung für den Kauf der digitalen Technik beantragt hat. Bis Ende Oktober soll es eine Antwort geben. Fällt diese positiv aus, will Blum anschließend ein Treffen arrangieren, bei dem Konrad die freiwilligen Helfer kennenlernen soll, die sich bis dahin gemeldet haben. 

Diese sollen den Betreiber im alltäglichen Betrieb unterstützen, erklärt Blum seinen Plan, also Tickets verkaufen oder die Popcorn-Maschine bedienen. „Herr Konrad hat das alles bislang allein gemacht, aber das ist für ihn sehr schwierig.“ Erste Unterstützer hat der Juso im Kreis von „Schongau belebt“ schon gefunden. „Aber je mehr Leute wir sind, umso besser lässt sich vermeiden, dass jedes Wochenende die gleichen an der Kasse stehen.“ 

Sollte so die Wiedereröffnung des Kinos gelingen, wäre Blums Ziel erfüllt. „Wir wollen, dass in Schongau was los ist und man nicht immer woanders hinfahren muss, um einen aktuellen Film zu sehen.“ Dass das in die Jahre gekommene Filmtheater mit den modernen Multiplex-Kinos in Sachen Komfort nicht mithalten kann, ist für ihn kein Problem. „Den nostalgischen Charme muss man bewahren, den darf’s gar nicht verlieren.“ Zumal die Alternative, ein immer wieder diskutierter Neubau in Schongau oder Peiting, nach wie vor nicht in Sicht ist. Ganz nach dem Motto: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Christoph Peters

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