Fridays for Future

Jugendliche Klimaaktivisten und Schongaus Stadtverwaltung suchen Gespräch

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Die Vertreter der Fridays for Future Ortsgruppe Marie Neumüller, Leon Heberer, Nepomuk Mühl­egger und Julius Eder (vorne, v. links) trafen sich mit Bürgermeister Falk Sluyterman, Mitarbeitern der Stadtverwaltung, Stadträten und Jugendreferenten zum Gespräch.

Schongau – Kurz nach der ersten Fridays for Future-Demonstration in Schongau Ende November, sorgte diese beziehungsweise die Einladung der Ortsgruppe für Unmut im Stadtrat. Darin war von Rückständigkeit der Stadt in Sachen Klimaschutz die Rede. Am gestrigen Donnerstag traf man sich nun zu einem Meinungsaustausch.

„Da bisher nicht genug gemacht wurde, sollten Sie möglichst zahlreich erscheinen, damit Sie sich konstruktiv mit unseren Forderungen und Vorschlägen auseinandersetzen können und ein Prozess angestoßen wird, der Schongaus Rückständigkeit auf diesem Gebiet endlich beendet.“ Dieser letzte Satz in dem Einladungsschreiben hatte bei den Stadträten für Verärgerung gesorgt. Nun setzten sich Bürgermeister Falk Sluyterman, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Stadträte sowie Jugendreferenten mit den FFF-Aktivisten zusammen, um über den Klimaschutz in der Stadt Schongau zu sprechen.

"Niemanden angreifen"

Man habe niemanden angreifen wollen, entschuldigte sich Julius Eder für die Formulierung und auch für den fehlenden Absender. „Was könnte besser gemacht werden?“, wollte Bürgermeister Falk Sluyterman von ihm und den weiteren Vertretern Marie Neumüller, Nepomuk Mühl­egger und Leon Heberer wissen. Hauptziel wäre es, die Stadt klimaneutral zu machen, so die Aktivisten. Wie genau das zu erreichen sei, könnten nur Profis entscheiden. „Aber wir haben Ideen“, so Eder.

So sprachen sie beim Nahverkehr den Stadtbus an. Teilweise seien die Fahrpläne „undurchsichtig“, so der 17-jährige Gymnasiast. Eine Anbindung des Krankenhauses mit einer Haltestelle halte man ebenso für sinnvoll, wie bei Einkaufsmärkten, als Beispiel nannte er den Lidl. Bei den Haltestellen könne man sicherlich ein Stück weit nachjustieren, griff Sluyterman auf.

Bei anderen Themen – beispielsweise war die Idee der Aktivisten, Carsharing in Schongau einzuführen – verwies er darauf, dass es das bereits gibt. Eine Thematik, die während des Gesprächs immer wieder aufkam: Die Jugendlichen haben keine Informationen dazu gefunden, es sollte mehr Werbung gemacht werden. Wie genau die Werbung denn aussehen sollte, wollte Stadtrat Ralf Schnabel (UWV) wissen. Die Antwort überraschte dann doch etwas: Über die Schulen, man könne ja beispielsweise einen Zettel ans schwarze Brett hängen, so die Jugendlichen. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich verwies auf die neue Homepage der Stadt.

Auch die Reaktivierung der Fuchstalbahn beschäftigt die Aktivisten. „Wir wissen, dass die Stadt da nicht die alleinige Entscheidungskraft hat“, so Leon Heberer. „Aber es würde vielen Leuten helfen.“ Wegen ihm könne die Fuchstalbahn gerne am besten morgen den Betrieb aufnehmen, so Sluyterman. Er empfahl den jungen Menschen, sich beispielsweise mit der Umweltinitiative Pfaffenwinkel zusammen zu tun und sich an die Landtagsabgeordneten zu werden. „Druck auf die Regierung machen“, riet auch Stadt- und Kreisrätin Bettina Buresch (ALS/Grüne) den Aktivisten.

Ein weiterer Punkt in der Diskussionsrunde beschäftigte sich mit erneuerbaren Energien. Mehr Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden und in Neubaugebieten auf Heizen mit erneuerbaren Energien achten, so der Wunsch. „Wir beschäftigen uns aktuell in einem Baugebiet mitgenau dem Thema“, so Dietrich. Werkleiter Alexander Joseph bezeichnete Schongau diesbezüglich als „Vorzeigestadt“. Ein Drittel Schongaus werde mit Fernwärme geheizt. Wo allerdings jeder Bürger etwas tun könne, wäre beispielsweise beim Wasserverbrauch. Denn der benötigt ebenfalls eine Menge Strom.

Eine Energieberatung für die Bürger sowie regelmäßige Treffen mit Bürgern zu Umweltthemen war daraufhin der Vorschlag der FFF-Vertreter. Das könnte man ja zusammen organisieren, so der Vorschlag Schnabels, der damit die Jugend aktiv einbinden will. Der Entschluss steht: Dieses Jahr soll eine gemeinsame Veranstaltung organisiert werden, versprach Sluyterman. 

asn

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