Wenn der Amtsschimmel wiehert:

Amtsschimmel wiehert laut in Altenstadt

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Die Bürokratie treibt so manche wilde Blüte. So auch zuletzt bei der VG Altenstadt.

Altenstadt – Dass der Amtsschimmel manches mal laut wiehert, das musste die Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt kürzlich erfahren. So musste die erfahrene, gut ausgebildete Standesbeamtin Roswitha Spängele des Amtes enthoben werden – weil eine entscheidende Sache fehlte.

Unter dem Tagesordnungspunkt 11der jüngsten Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Altenstadt sollte sich ein ganz besonderer Vorgang verbergen. Sollte darin doch auf die Amtsenthebung der Standesbeamtin Roswitha Spängele verwiesen werden. Dass es sich dabei mitnichten um die absichtliche Entziehung des Amtes einer erfahrenen Beamtin handele, klärte dazu VG-Geschäftsstellenleiter Sebastian Ostenrieder auf. Vielmehr sollte es dem Beamtenrecht unterworfen sein, was die Verwaltung zu diesem Schritt zwinge. Denn: innerhalb von fünf Jahren müssen Standesbeamte eine Fortbildung nachweisen können.

Was zunächst sinnvoll und machbar klingt, sollte ganz anders kommen. So hatte sich Roswitha Spängele in 2019 zu einer Fortbildung angemeldet, aufgrund der hohen Nachfrage aber keinen Platz mehr bekommen. Der nächstmögliche Kurs in 2020 musste dann – so schreibt es die Legende – wegen Corona abgesagt werden. „Jetzt ist die Fünf-Jahres-Frist abgelaufen und wir müssen sofort handeln“, bedauert Ostenrieder. Roswitha Spängele musste deshalb von Amts wegen des Amtes entzogen werden.

Zwar wurden im Rahmen der selben Sitzung auch die Bürgermeister der VG allesamt zu „Standesbeamten für die Vornahme von Eheschließungen“ bestellt, haben allein die Standesbeamten und -beamtinnen die fachliche Legitimation, die dazu gehörenden Schriftstücke und Verwaltungsaufgaben erledigen zu dürfen. „Roswitha Spängele wird also schlicht von uns gebraucht“, konstatierte Sebastian Ostenrieder.

So sollte der dazu notwendige Beschluss noch einmal das Kuriose an der Sache zu Tage fördern. Denn zunächst stimmte die VG-Gemeinschaft einstimmig für die Amtsenthebung Spägeles; der zweite Beschluss schließlich kehrte die Sache wieder um: darin beschloss das Gremium einstimmig die Wiederbestellung der Standesbeamtin – sobald sie die Teilnahme einer Fortbildung nachweisen kann. 

pae

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