Frühjahrskonzert der Schongauer Stadtkapelle

Anspruchsvoll und abwechslungsreich

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Sind nicht zum Löschen, sondern zum Singen ausgerückt: Männer der Schongauer Feuerwehr im Jahreskonzert beim "Feuerwehr-Marsch". Den Befehl zum Einsatz gab diesmal nicht der Kommandant, sondern der Stadtkapellmeister.

Schongau – Die charmante Moderatorin Kathrin Beckstein will im Frühjahrskonzert der Stadtkapelle gerade den Feuerwehr-Marsch ansagen, da heult die Sirene auf. Einige Musiker, die bei der Wehr aktiv sind, springen von der Bühne, ziehen sich um und kommen mit einigen anderen Kameraden und zwei Spritzen wieder in den Saal, um dann zu den Klängen des Orchesters im Trio des Marsches kräftig zu singen. Das war zum Schluss der zwei Konzertabende, zu denen 650 Besucher in die Lechsporthalle kamen, ein humorvoller Beitrag. Dieser sollte auf die 150-Jahr-Feier der Schongauer Feuerwehr vom 10. bis 12. Juni einstimmen.

 Das Programm hatte ansonsten viele Highlights zu bieten und ist den Prädikaten anspruchsvoll und abwechslungsreich allemal gerecht geworden. Ein Höhepunkt – nach dem Auftakt mit dem „Triumph-Marsch“ von Julius Fucik – ist bereits das Stück „March and Cortege of Bacchus“ von Leo Delibes. Ab dieser Ballettmusik, die mit einem zackigen Trompetensignal eröffnet, zeigt das 60-köpfige Orchester seine Stärken – und das Resultat der akribischen Probenarbeit des Stadtkapellmeisters Marcus Graf.

Starke Besetzung

Wie ein roter Faden zieht sich das durchsichtige Musizieren der stark besetzten Register durch den Abend. Der Holzsatz ist mit sieben Flöten, stets präsentem Piccolo (Claudia Riedenauer), einem Dutzend Klarinetten, Bassklarinette und Fagott und guter Stimmung ein Aushängeschild. Breit aufgestellt ist auch das Bassregister – mit sieben Posaunen, vier Tuben und einem Kontrabass (Josef Ziegler) oder die Perkussion mit fünf Instrumentalisten.

Da lassen sich so anspruchsvolle Werke wie der „Slowakische Tanz Nummer 1 von Vaclav Vakar, mit dem Wechselspiel zwischen Dur und Moll und zwischen Hektik und Ruhe, aber auch die abenteuerlichen Klangfarben im Stück „Jungle“ von Thomas Doss oder das temporeiche „Bessarabyanke“ mit Klezmerklängen ausdrucksstark vortragen, wofür dynamische Kontraste eine wichtige Voraussetzung sind.

Traditionelle und moderne Rhythmen bzw. Klänge vereint das Stück „Concerto.blecho.Grosso“ von Fritz Neuböck. Alle sieben Solisten meistern ihren Part mühelos. Hervorzuheben ist freilich der klassisch-virtuose Ton von Leo Heck an der Trompete.

Auftritt der Jugendkapelle

Einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht – der Vergleich zum Konzert 2015 ist angebracht – hat die Jugendkapelle der Musikschule Pfaffenwinkel, die nach der Pause auf der Bühne Platz nimmt. Unter den vier Stücken, die von Clara Eichelberg kurz angesagt werden, ist auch ein musikalischer Ausflug auf mehrere Erdteile („Five Continents“, bei dem die Klangbilder stark wechseln. Sauber und frisch spielen sie, die die Nachwuchsbläser unter der Leitung von Marcus Graf.

Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Schongau - die Bilder

Der hat auch für den zweiten Abschnitt im Programm einige Leckerbissen ausgesucht. Dazu gehören die Filmmusik zu „Drachenzähmen leicht gemacht“ von John Powell, Melodien aus der „West Side Story“ von Leonard Bernstein (allerdings in einem eigenwilligen Arrangement von Naohiro Iwai aus Japan, ) oder „Maxglanzer Zigeunermarsch“, wo von Hörnern und Posaunen beim präzisen, zackigen Nachschlag einiges an Durchhaltevermögen abverlangt wird.

Das Frühjahrskonzert, bei dem am zweiten Abend auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß nach Schongau gekommen ist, geht mit drei Zugaben zu Ende. Dazu gehören die „Jupiter Pop Suite“ sowie das Stück „Böhmische Liebe“, das die Herzen der Polkafreunde höher schlagen lässt.

Musiker-Jubiläen

Die Frühjahrskonzerte sind Anlass, verdiente Musiker zu würdigen. 50 Jahre aktiv ist Franz Landes (62) aus Altenstadt. Der Posaunist erhielt die Goldene Ehrenplakette des Musikbundes. Er spielt seit 2000 in der Stadtkapelle Schongau. Von 1988 bis 1996 war er Dirigent der Blaskapelle Altenstadt. 40 Jahre dabei sind Karin Graf und Jürgen Lindner. 25 Jahre als Musiker aktiv sind – schon seit dem Flötenspiel in Kindertagen – Franz Wölfe (Tuba) und Martin Landes (Posaune). Franz Dietrich, der 2015 aufgehört hat, ist zum Ehrenmitglied ernannt worden. Er leitete viele Jahre die „Schloßbergler“-Besetzung, war von 1993 bis 1995 erster Dirigent und von 1996 bis 2014 zweiter Dirigent der Stadtkapelle.

Johannes Jais

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