Eckpunktepapier vorgestellt

Fuchstalbahn: Entscheidung im Winter?

Bürgermeister Falk Sluyterman nahm das Eckpunktepapier von Andreas Holzhey (v. links) entgegen.
+
Bürgermeister Falk Sluyterman nahm das Eckpunktepapier von Andreas Holzhey (v. links) entgegen.
  • Astrid Neumann
    VonAstrid Neumann
    schließen

Schongau/Landsberg – Rund 50 Seiten umfasst das Eckpunktepapier zur Reaktivierung der Fuchstalbahn, das Verkehrs­ingenieur Andreas Holzhey in Eigenregie erarbeitet hat. Bei einem Runden Tisch im Schongauer Ballenhaus am vergangenen Montag stellte er dieses den politischen Vertretern der Anrainergemeinden vor. Unter anderem beschäftigte sich Holzhey vor allem mit den Bahnübergängen, Haltestellen sowie den Kosten und Fördermöglichkeiten.

Der erste Runde Tisch zu gleichem Thema ist nun fast zwei Jahre her. Ziel von Andreas Holzhey war es jetzt, beide Landkreise – Weilheim-Schongau und Landsberg – auf einen Stand zu bringen. Neben den Bürgermeistern der Anrainergemeinden entlang der Schiene waren deshalb auch Landsbergs Landrat Thomas Eichinger, mehrere Mitglieder des Landtags sowie ein Vertreter des Arbeitskreises Fuchstalbahn und Norbert Moy von ProBahn der Einladung nach Schongau gefolgt.

Das letzte Gutachten zur Reaktivierung der Strecke, auf der der Personenverkehr 1984 eingestellt wurde, ist mittlerweile 20 Jahre alt. Das von Holzhey erarbeitete Eckpunktepapier stelle nun in komprimierter Form dar, was auf die Kommunen im Falle einer Reaktivierung zukäme, so Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman nach dem Runden Tisch.

Es deckt verschiedene Themenbereiche ab. Ein wichtiger Punkt sind dabei die Bahnübergänge. „Diese müssen teilweise gesichert werden, können so bleiben oder aufgelassen werden“, fasste Holzhey die Situation entlang der Bahnstrecke zusammen. Beispielsweise die Übergänge in Denklingen und in Asch/Leeder müssten ohnehin gesichert werden.

Auch auf die Haltestellen ging der Verkehrsingenieur ein. Möglich hält Holzhey „fünf bis sieben Zwischenhalte“ zwischen Schongau und Landsberg. Historisch wären dies Unterdießen, Asch/Leeder, Denklingen, Kinsau und Hohenfurch. Neu hinzu kommen könnte beispielsweise einer am Schongauer Krankenhaus und einer im Landsberger Süden.

Dass die Fuchstalbahn möglichst schnell von Schongau nach Landsberg gelangen müsse, halte er für unnötig, betonte Holzhey. Viel wichtiger sei es hingegen, dass sie sich in den sogenannten Deutschlandtakt einfüge und die Anschlüsse an die Lechfeldbahn von Kaufering nach Augsburg und an die Pfaffenwinkelbahn von Schongau nach Weilheim aufnehme. „Die Fuchstalbahn muss sich da einpassen“, so sein Fazit.

Zu den anfallenden Kosten äußerte sich Holzhey nur sehr zurückhaltend. Es handele sich lediglich um eine grobe Schätzung, alles andere müsste eine Ingenieursplanung klären. Die technische Sicherung der Bahnübergänge sowie die Herstellung der Bahnsteige schätzte er auf je rund 800.000 Euro ein. Wobei die Kommunen bei der Sicherung der Übergänge nichts zuzahlen müssten, wie Holzhey betonte. „Alles andere wäre relativ kostengünstig“, so seine Prognose. „Die Gleise sind da und in Ordnung.“ Die häufig erwähnte Signaltechnik müsse ohnehin in absehbarer Zeit erneuert werden. Zudem seien die Fördermittel des Bundes deutlich ausgeweitet worden.

Die politischen Vertreter der Anrainergemeinden haben das Eckpunktepapier nun erhalten und sollen es in den jeweiligen Gemeinderäten durcharbeiten. „Die Ergebnisse des Papiers wurden bei dem Runden Tisch zum Teil schon kontrovers diskutiert“, gab Bürgermeister Sluyterman aber zu bedenken. Eine weitere solche Runde soll dann Fragen klären und offenbaren, ob eine Mehrheit möglich ist. Geplant sei diese Runde „im Winter 2021/22“, so Sluyterman. Für eine Reaktivierung wäre eine einstimmige Mehrheit nötig.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue befestigte Landebahn in Altenstadt in Betrieb
Schongau
Neue befestigte Landebahn in Altenstadt in Betrieb
Neue befestigte Landebahn in Altenstadt in Betrieb
Fynn Mike ist das 500. Baby des Jahres in Schongau
Schongau
Fynn Mike ist das 500. Baby des Jahres in Schongau
Fynn Mike ist das 500. Baby des Jahres in Schongau
Afghanistan-Experte Reinhard Erös: Vortrag endet mit Eklat
Schongau
Afghanistan-Experte Reinhard Erös: Vortrag endet mit Eklat
Afghanistan-Experte Reinhard Erös: Vortrag endet mit Eklat
Ein Jahr danach: Wie die Arbeiten nach dem Brand des Klosters in Rottenbuch vorangehen
Schongau
Ein Jahr danach: Wie die Arbeiten nach dem Brand des Klosters in Rottenbuch vorangehen
Ein Jahr danach: Wie die Arbeiten nach dem Brand des Klosters in Rottenbuch vorangehen

Kommentare