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Führungswechsel beim THW in Schongau

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Von: Hans-Helmut Herold

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THW Schongau Frömmrich Wörnzhofer
Der „Alte“ und der „Neue“: Dominik Helms (Landesbeauftragter), Walter Frömmrich, Harald Wörnzhofer und Manfred Bock (Leiter Regionalstelle) (v. links). © Herold

Schongau – Bei einem Festakt wurden zwei neue Fahrzeuge des THW sowie die neuen Räume der Unterkunft eingeweiht. Zuvor übergab der langjährige Ortsbeauftragte Walter Frömmrich (68) das Amt an Harald Wörnzhofer (42). 

Die große Halle, in der während der Woche die Einsatzfahrzeuge stehen, ist zur Festhalle umdekoriert. Mit dem goldenen Ehrenzeichen dekoriert der Landesbeauftragte von Bayern, Dominik Helms, Walter Frömmrich. Auf 50 Jahre im aktiven THW-Dienst blickt dieser, 38 als Ortsbeauftragter. „Als 14-Jähriger ging ich zur Wasserwacht, wechselte dann aber schnell zum THW“, so Frömmrich. Er hatte einen Baggerfahrer des THW beobachtet und war beeindruckt. 1984 wurde er mit 31 Jahren jüngster Ortsbeauftragter in Bayern.

In seinem Ehrenamt brachte er sich jährlich 600 Stunden ein. „Das wäre nie ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Familie gegangen“, so Frömmrich. Seiner Hartnäckigkeit und Weitsichtigkeit ist es zu verdanken, dass eine neue Unterkunft geplant und realisiert wurde. „Ich höre erst auf, wenn der Bau fertig ist“, kündigte er 2013 an. Durch Corona hat sich viel verschoben, jetzt ist es soweit. Der Bau ist innen und im Außenbereich fertig, ein passender Nachfolger gefunden: Schwiegersohn Harald Wörnzhofer, jahrelang Stellvertreter, übernimmt.

Frömmrich, seit 1972 aktives Mitglied, hat die Truppe in Schongau geprägt. Als Ortsbeauftragter hat er immer wieder deutlich gemacht, wie wichtig fundierte Ausbildung und professionelles Gerät sind. Er war unter anderem dafür federführend, dass eine Hochleistungspumpe für den Landkreis angeschafft und in Schongau stationiert wurde. Die kam unter anderem je 16 Tage lang beim Elbhochwasser 2002 in Dresden und ein Jahr später in Südfrankreich zum Einsatz. Auch 2005 in Freising half sie mit, eine größere Katastrophe zu verhindern.

„Eine herausragende Person, die immer sehr engagiert ist – einfach einer der anpackt“, beschreibt es Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman. Sein Amtskollege aus Peiting, Peter Ostenrieder, lässt Zahlen sprechen: „In 70 Jahren THW hatten wir fünf Ortsbeauftragte. Allein Walter Frömmrich schulterte über die Hälfte der Jahre dieses Ehrenamt.“ Es seit ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es Menschen gibt, die anpacken können, so der stellvertretende Landrat Wolfgang Taffertshofer. „Hut ab vor Ihrer Leistung.“

Auch an Wörnzhofer gehen viele gute Wünsche. „Dass er dieses Amt als neuer Motor übernommen hat“, so Sluyterman. Es sei einmalig auf der Welt, dass beim THW 98 Prozent aller Mitarbeiter ehrenamtlich arbeiten, lobt Ostenrieder.

Musikalisch umrahmt durch die Trachten- und Knappschaftskapelle segnen Pfarrer Dirk Wollenweber, selbst Atemschutzträger bei der Feuerwehr Peiting, und Diakon Hans Steinhilber Personal, die beiden neuen Fahrzeuge und die neuen Räumlichkeiten.

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