Bauvorhaben in Herzogsägmühle

Fünf Millionen Euro für neue Großküche

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Die visualisierte Darstellung der künftigen Zentralküche in Herzogsägmühle.

Herzogsägmühle – Eine karge und dennoch aufwändige Konstruktion erhält die neue Großküche, die in Herzogsägmühle errichtet werden soll. So beschreibt es Fritz Weinberger: Der Schongauer Architekt hat das Projekt den Peitinger Gemeinderäten vorgestellt. Das Gebäude wird 48 Meter lang und 26 Meter breit. Der Standort ist östlich des Mühlenmarktes. Die Kosten für das Großprojekt betragen zirka fünf Millionen Euro, wie Josef Schuh, in Herzogsägmühle für Service und Infrastruktur zuständig, im Gespräch mit dem Kreisboten schildert.

Anlass für den Neubau sind die hygienischen Anforderungen, die in der bisherigen Küche aus dem Jahr 1988 kaum noch erfüllt werden können. Dort werden täglich 850 Essen zubereitet, die in Herzogsägmühle in mehrere Häuser gefahren werden. Auch werden zwei Firmen im Bereich Schongau/Peiting täglich mit Essen versorgt.

In der Küche von Herzogsägmühle arbeiten 35 Jugendliche und Erwachsene. Zudem gibt es noch eine eigene Lehrküche in der Berufsschule. Von Nachteil ist bislang, dass im bestehenden Gebäude – direkt südlich des neuen Standortes – der gesamte Bereich auf mehrere Geschosse verteilt ist. Vorräte sind im Keller, das Verladen der Mahlzeiten in den Transporter erfolgt im Erdgeschoss, die Küche selbst ist im ersten Stockwerk und im zweiten Obergeschoss wird sogar manches Geschirr aufbewahrt. Dabei ist im Gebäude nur ein Aufzug vorhanden.

In der neuen Großküche wird das anders. Da wird auf gut 1000 Quadratmetern alles ebenerdig situiert. Trotz einer Breite von 26 Metern wird auf Säulen im Gebäude verzichtet, erklärt Architekt Weinberger. Dies sei möglich, weil außergewöhnliche, bis zu zwei Meter hohe Binder aus Stahlbeton eingezogen werden, auf denen das Dach aufliegt.

Vor der Metallwand eine Holzkonstruktion

Eine Besonderheit sei zudem, dass die Großküche zwar eine „Außenhaut“ aus Metall erhält. Doch im Abstand von 60 Zentimetern wird auf allen vier Seiten eine Konstruktion aus Holzsparren vorgebaut. So wird innen für ein besseres Klima gesorgt; eine starke Sonneneinstrahlung auf die Metallwand und eine deutliche Ausdehnung werden so vermieden.

Der Betrachter sieht also außen nur eine hölzerne Fassade, die einzig auf der Nordseite an einigen Stellen unterbrochen wird. Das Dach ist in der Planung nur flach geneigt. Am höchsten Punkt misst das Gebäude sechs Meter.

Die neue Küche soll die Hygienestandards erfüllen und Abläufe optimieren, indem sich etwa Kühlräume nahe an Arbeitsplätzen befinden. Doch sie soll auch eine Erweiterung bei den Kapazitäten ermöglichen. Die Produktion von bis zu 1 200 Essen soll realistisch sein. Der Hintergrund ist, dass die Zahl der Mitarbeiter und Betreuten in Herzogsägmühle wächst. Versorgt werden sollen auch die Werkstätten an der Schönriedlstraße in Peiting.

Noch ist offen, was aus der bisherigen Küche wird, wenn die neue im Gebäude auf der anderen Straßenseite 2019 in Betrieb geht. Eine Überlegung ist, dort die leer werdenden Räume als Werkstätten und als Lager zu nutzen.

Johannes Jais

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