Nach 50 Jahres etwas Neues

Fußball: Kreis Zugspitz will Spielsystem in der kommenden Saison komplett umstellen

Fußball Altenstadt Peiting
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Auch die Kreisliga, in der der TSV Altenstadt und der TSV Peiting antreten, könnte sich auf einen neuen Modus einstellen. In einem Monat wird abgestimmt.

Landkreis – Ob die Fußball-Saison in Bayern noch zu Ende gespielt werden kann, ist derzeit noch völlig offen. Ungeachtet dessen geht bei den Verantwortlichen im Kreis Zugspitz der Blick schon in Richtung kommende Spielzeit, deren Modus komplett anders aussehen könnte.

„Es war an der Zeit, einen neuen Plan zu erarbeiten“, meinte Kreisspielleiter Heinz Eckl zu Beginn einer Online-Konferenz mit den Vereinsvertretern, bei der die geplanten Neuerungen vorgestellt wurden. „Die Idee für eine Veränderung gab es schon seit zwei Jahren, aber dann kam Corona.“

Das Interesse am gemeinsamen Termin war mit bis zu 251 Teilnehmern überaus groß. „Ich bin stolz, dass so viele dabei sind“, freute sich Eckl, der im Vorfeld mit einer über zwanzigköpfigen Arbeitsgruppe aus Spielleitern, Trainern und Vereinsvorständen aus den verschiedenen Spielgruppen am neuen System feilte. „Wir haben versucht, uns gemischt und sehr breit aufzustellen und haben auch welche dazu genommen, die kritisch eingestellt waren“, berichtete der Kreisspielleiter, der die Zusammenarbeit in diesem Gremium ausdrücklich lobte. In drei Online-Meetings war zuvor ausführlich über das Für und Wider sowie auch Detailfragen diskutiert worden.

Verkleinerte Klassen

Das neue Modell sieht vor, alle Spielklassen von der Kreisliga bis zur C-Klasse deutlich zu verkleinern. Die dann nur noch sieben bis acht Mannschaften umfassenden Klassen spielen eine Sommer-/Herbstrunde im üblichen Zeitrahmen von August bis November. Für die nach der Winterpause anschließende Frühjahrsrunde werden die Spielklassen dann neu zusammengestellt. Es gibt eine Aufstiegsrunde, in der jeweils die drei Erstplatzierten aus der vorherigen Runde landen. Die Teams ab Platz vier wandern in die Abstiegsrunde.

In der Kreisliga gäbe es bei den aktuell 29 Teams zunächst drei Siebener- und eine Achtergruppe. Zwölf Mannschaften bilden dann nach dem Jahreswechsel die Aufstiegsgruppen mit je sechs Vereinen. Die Abstiegsrunde wird mit 17 Teams in zwei Sechser- und einer Fünfergruppe gespielt.

Wie und ob man die Punkte aus der Sommer-/Herbstrunde in die Frühjahrsrunde mitnehmen kann, war einer der längeren Diskussionspunkte. „Wir haben uns dann auf eine Bonuspunkteregelung geeinigt, da eine Punktmitnahme aufgrund der unterschiedlich großen Gruppen nicht geht“, erklärte Eckl.

Für Platz eins gibt es in der Aufstiegsrunde sechs Zähler extra. Position zwei bringt vier und Rang drei zwei Extrapunkte. In der Abstiegsrunde werden vom Vierten ab sechs, vier, zwei und für die Plätze sieben und acht noch ein Punkt verteilt. „Das ist eigentlich recht einfach und verständlich“, meinte Eckl.

In der anderen Klassen wird ähnlich verfahren. In der A-Klasse wird es dann 14 Gruppen zu je sieben oder acht Teams geben. In den sieben Aufstiegsgruppen wird mit sechs Mannschaften gespielt. Die restlichen Vereine verteilen sich auf die zwölf Gruppen. Aufsteiger ist jeweils der Erstplatzierte aus jeder Aufstiegsgruppe. Der Zweite geht in die Relegation. In der Abstiegsgruppe erwischt es den jeweiligen Letzten, der muss die Klasse verlassen. Der Vorletzte bekommt noch eine Chance über die Relegation.

Nur in der B-Klasse gibt es keine Abstiegsrelegation. „Die Relegation kann in Hin- und Rückspiel oder in Play-Downs gespielt werden“, berichtete Eckl, der auch die C-Klasse dem neuen Modell anpassen möchte. „Das wird sicher nicht einfach und bringt den Spielleitern einen Sack voll an Arbeit“, erklärte der Spielleiter, der trotz der zuletzt rückläufigen Mannschaftszahl in der untersten Spielklasse zuversichtlich ist, die C-Klasse am Leben zu halten. „Im Bezirk Oberbayern gab es trotz Corona einen Zuwachs von 22 Mannschaften“, sagte Eckl, der das neue Spielsystem den Vereinen aber nicht aufzwingen will.

„Ihr könnt jetzt innerhalb eurer Vereine darüber reden“, haben die Clubs vier Wochen Zeit für eine dreigeteilte Abstimmung – über die Änderung an sich, die als Pilotprojekt für andere Kreise gilt, über die Relegation mit Playoffs sowie über den Zeitraum (zwei oder drei Jahre), wie lange das neue Modell erst einmal gespielt wird. „Zwei Drittel der abgegeben Stimmen sind nötig, um das Spielmodell einzuführen“, stellte Eckl klar.

Positives Stimmungsbild

Die Fragen zum Abschluss der Online-Konferenz hielten sich in Grenzen. Eine drehte sich um die Gruppeneinteilung. „Da wird auf alle Fälle die Leistung des Vorjahres berücksichtigt“, meinte Eckl.

Die Vereinsvertreter zeigten sich sehr angetan von den Plänen. „Die Bonuspunkte sind eine gute Sache, ich werde das Modell befürworten“, erklärte Alex Sanktjohanser, Trainer des TSV Hohenpeißenberg. „Nach über 50 Jahren ist es an der Zeit, was Neues auszuprobieren“, meinte Andreas Mayländer vom Verbandsspielausschuss.

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