Fußgängerzone am Marienplatz

Die Hecke kommt weg

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Diese Hecke vor der Stadtpfarrkirche soll nach dem Willen des Planers weichen. Anschließend wird der freiwerdende Bereich bis zur Kirchenmauer gepflastert.

Schongau – Der Zeitplan ist ambitioniert: Bereits Ende Mai soll die Fußgängerzone am Schongauer Marienplatz eingeweiht werden. Im Bauausschuss wurde deshalb bei den letzten Details aufs Tempo gedrückt. Größte Änderung: Die Hecke vor der Kirche soll verschwinden.

 Der Vorschlag, die 1,5 bis zwei Meter hohe Hecke zu entfernen, stamme von Planer Jochen Baur, erklärte Bauamtsmitarbeiter Martin Blockhaus. Die Idee dahinter sei, dass der Platz dadurch besser wahrnehmbar werde. Willkommener Nebeneffekt: Verschwinde die Hecke, erledige sich auch das Problem mit den „Wildbieslern“, die das Gebüsch in der Vergangenheit oft für ihre Notdurft benutzt hätten, ergänzte Blockhaus. „Das ist auch im Interesse der Kirche.“

Entsprechend entgegenkommend habe sich Pfarrer Norbert Marxer gezeigt, als man mit dem Vorschlag auf ihn zugegangen sei, berichtete der Stadtbauamtsmitarbeiter. Die Zustimmung der Kirche sei notwendig gewesen, da die Hecke auf ihrem Grund verlaufe.

Durch die Beseitigung des Gebüsches und der nördlich dahinter liegenden Rasenfläche ergibt sich laut Blockhaus noch ein weiterer Vorteil. „Wir können dann in der Mauernische noch eine weitere Ruhebank aufstellen.“ Dies wäre eine sinnvolle Ergänzung, denn die bereits vorhandenen Sitzgelegenheiten würden aufgrund der Südlage sehr rege genutzt.

Um den Bereich begehbar zu machen, soll er gepflastert werden und zwar in Verlängerung der Häuserflucht. Die Kosten für die Maßnahme bezifferte Blockhaus auf rund 7000 Euro.

Im Gremium kam der Vorschlag gut an, es gab nur wenige Nachfragen. So wollte Bettina Buresch (ALS) wissen, ob die Hecke historisch bedingt und daher schützenswert sei. Stadtbaumeister Ulrich Knecht versprach, dass man das noch klären werde. „Wir wollen da natürlich keinen Fehler machen.“ Und Helmut Hunger (CSU) und Ilona Böse (SPD) regten an, die Pflasterung gleich bis in die Ecke des Kirchenschiffs auszudehnen. „Wir werden das aufnehmen und prüfen“, sagte Blockhaus. Die Zustimmung fiel einstimmig.

Dieser Banktyp – zum Teil mit, zum Teil ohne Lehne – soll am Marienplatz aufgestellt werden.

Anschließend ging es um die Ausstattung der neuen Fußgängerzone. Die war grob bereits vom Stadtrat im Dezember abgenickt worden. Diesmal präsentierte Blockhaus Sitzbänke und Schirme im Detail. Erstere fallen dadurch auf, dass in der Variante mit Rückenlehne diese nur über zwei Drittel der Sitzfläche reicht. Neun davon sollen entlang der Häuser positioniert werden. Weitere fünf ohne Lehne sind im Bereich des Brunnen geplant.

Die rund 115 Kilo schweren Bänke sollen nicht fest im Boden verankert werden, um bei Bedarf vom Bauhof bewegt werden zu können. Die Kosten belaufen sich zusammen mit dem vier mal vier Meter großen Podest auf rund 29 000 Euro.

Kritik gab es von Bettina Buresch. „Ich kann mich mit den Bänken nicht anfreunden“, sagte die ALS-Stadträtin. „Die moderne Art passt nicht zum Marienplatz.“ Doch mit dieser Meinung stand sie bei der Abstimmung allein.

Einstimmig fiel die Entscheidung für die Anschaffung von sechs rechteckigen, vier mal vier Meter großen Sonnenschirmen. Kostenpunkt inklusive zehn Bodenhülsen: 22 000 Euro.

Sowohl bei den Sitzbänken als auch den Schirmen drängt die Zeit. Um sie rechtzeitig zur geplanten Eröffnung beschaffen zu können, ermächtigte das Gremium den Bürgermeister, nach Einholung der Angebote die Aufträge zu vergeben.

Noch nicht entschieden wurde, wie das Ballenhaus und die Marienstatue künftig beleuchtet werden sollen. Am kommenden Montag wird ein externes Büro, das die Stadt beauftragt hat, die verschiedenen Möglichkeiten dem Bauausschuss im Rahmen eines Ortstermins vorstellen.

Christoph Peters

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