"Auf ein Wiedersehen!"

Ganz Ingenried feierte die Eröffnung des Dorfladens

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Vollzogen gemeinsam die symbolische Schlüsselübergabe (v. links): Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Architekt Horst Hafenmayer, Ladenleiter Andreas Martin und Bürgermeister Xaver Fichtl.

Ingenried – Schon geraume Zeit vor der festlichen Einweihung des neuen Ingenrieder Dorfladens am vergangenen Samstag konnte man Bürgermeister Xaver Fichtl dabei beobachten, wie er vergnügt zwischen den eintreffenden Gästen wandelte, wie er Bürgern die Hand schüttelte, sich mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß austauschte oder einfach seinen Blick über die Vielzahl an Besuchern gleiten ließ; viele wollten dabei sein, wenn dem neu eröffneten Dorf­laden nun auch der kirchliche Segen durch Pfarrer Thaddäus Biernacki zuteil werden sollte. Fichtl hatte auch allen Grund, seine Freude zu zeigen. Zum einen ist mit der Eröffnung des Dorfladens ein lange schon gehegter Wunsch des Rathaus­chefs in Erfüllung gegangen, zum anderen damit der fehlende Nahversorger für die Auerberggemeinde Wirklichkeit geworden.

Man habe eben keinen Discounter auf der grünen Wiese am Dorf­rand präferiert, sondern Bestand innerhalb Ingenrieds wiederbeleben wollen, stellte Fichtl in seiner Eröffnungsrede dar. Herausgekommen sei nun ein schöner, funktionaler Laden, der „ein wichtiges Projekt für die Dorfgemeinschaft darstellt“. Vorteile habe der Kunde auch durch zwei Betreiber in einem Haus, mit der Bäckerei Würfl gleich nebenan. „Die Wertschöpfung bleibt so im Ort“, sagte Fichtl, „und der Kunde spart Zeit und Geld!“. Einen Dank richtete er im Anschluss denn auch an Bäckermeister Andreas Würfl direkt, besonders für dessen finanzielles Engagement. Würfl habe in Umbau und Ausstattung seines Meisterbetriebes viel investiert, so Fichtl. So glaube er fest an dieses tolle und zukunftsfähige Projekt.

Dass Ingenried mit dem großen Thema Dorfladen Verantwortung für die Zukunft der Gemeinde übernommen habe, würdigte im Anschluss Landrätin Andrea Jochner-Weiß. So schaffe der Dorfladen dank seiner regionalen Produkte nicht nur Identität. Dass man in der Bäckerei Würfl zudem einen Betrieb finde, „der noch selbst produziert“, auch das ringe Jochner-Weiß großen Respekt ab. Allen voran dem Rathaus­chef dankte die Landrätin stellvertretend für alle Beteiligten. „Hut ab, Xaver Fichtl!“, schloss sie vergnügt. Noch einmal den großen Wert eines Nahversorgers innerhalb einer Gemeinde stellte anschließend Monika Hirl vom Amt für ländliche Entwicklung in den Mittelpunkt. „Der Dorfladen bietet mehr als Butter und Brot“, sagte sie, „sondern auch etwas für die Seele!“. Denn gerade den älteren Dorfbewohnern diene er in sozialer Funktion. Anerkennende Worte für das zukunftsweisende Wirken von Bürgermeister und Gemeinderat fand die Leiterin der Abteilung Land- und Dorfentwicklung ebenfalls. Etwa 20 Jahre schon integriere sich Ingenried im Dorferneuerungsprogramm und hatte man im Ort vorausschauend das Thema Nahversorger im Blick. Am Beispiel Ingenried könne sie nur an die Kommunen appellieren, nicht nachzulassen bei der Innenraumentwicklung.

Mit launigen Worten richtete sich abschließend noch Ladenleiter Andreas Martin, der zudem als Geschäftsführer der Dorfladen Ingenried GmbH fungiert, an das Publikum vor Ort. Als man ihm die Bitte angetragen hatte, die Leitung des Ladens zu übernehmen, hatte er um Bedenkzeit gebeten, erinnerte sich Martin – und sich dann doch schnell entschieden. „Des mach i und etza steh’ i da!“, fasste er zusammen, was ihm die Anwesenden mit herzlichem Gelächter quittierten. Er habe zudem großes Glück mit der Auswahl seines Personals, hängte Andreas Martin an. So wünsche er sich auch in deren Namen, „dass’d Leit aus der Gmoa gera kommad!“. Schließlich brauche der Dorfladen auch Kundschaft, um wirtschaftlich bleiben zu können. Wie das aussehen könnte, auch darauf hatte Martin eine Antwort. „Auf Wiedersehen im Dorf­laden!“, fasste er launig zusammen.

Regine Pätz

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