Start schon ab September 2021

Neues Ausbildungsangebot bei Regens Wagner Rottenbuch

Klostergebäude Rottenbuch Bauarbeiten Brand Regens Wagner
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Noch ist die Fassade der Schule im ehemalige Klostergebäude von einem Stahlgerüst verdeckt (hier die Nord- und Westfassade). Bei Regens Wagner Rottenbuch zeigt man sich aber sehr optimistisch, dass das Gebäude zur Jahreswende 2021/22 wieder bezogen werden kann.

Rottenbuch – Der Ausbau der Ganztagesbetreuung von Grundschulkindern muss entsprechend gesetzlicher Vorgaben bis 2025 vollständig verwirklicht werden. Vor diesem Hintergrund hat die Fachakademie für Sozialpädagogik auf dem Campus von Regens Wagner in Rottenbuch entschieden, sich ab September 2021 an einem neukonzipierten Aus- und Weiterbildungsgang zu beteiligen und an dem Schulversuch „Pädagogische Fachkraft für Grundschulkindbetreuung“ teilzunehmen. Dazu und darüber, dass dafür eine eigene Klasse eingerichtet wird, informierten vergangene Woche der Gesamtleitende von Regens Wagner Rottenbuch Achim Gerbig, der Leiter der Fachakademie Stefan Eblenkamp sowie dessen Stellvertreterin Edith Richter-Schindele.

Mit Beginn des Schuljahres 2021/2022 wird die Akademie neben den Schülern der Fachakademie für Sozialpädagogik und der Kinderpflegeschule auch die pädagogischen Fachkräfte für Grundschulkindbetreuung ausbilden.

Achim Gerbig zufolge soll das im September 2018 kurz vor der Fertigstellung bei einem Großbrand stark beschädigte Klostergebäude in knapp einem Jahr und damit noch vor Weihnachten 2021 bezugsfertig sein. „Uns stehen dann ganz einfach neue räumliche Möglichkeiten zur Verfügung. Die werden wir mit neuem Leben füllen.“ Im Hinblick darauf, dass das Schuljahr und damit auch der neue Ausbildungsgang bereits im September 2021 beginnen, werde man sich in den wenigen Übergangsmonaten anders zu behelfen wissen.

Personalmangel

Dass der Mangel im Bereich der Erzieher gravierend sei, davon wusste Stefan Eblenkamp nur zu gut zu berichten. Aufgrund der geänderten Vorgaben werde der Fachkräftebedarf im Bereich der Grundschulkindbetreuung nochmals stark steigen. Darauf stelle man sich mit der neuen Ausbildung ein.

Seine Stellvertreterin Edith Richter-Schindele nannte konkrete Zahlen. Insgesamt werde der sich anbahnende Personalmangel allein im Bereich der Ganztagesbetreuung von Grundschulkindern Durchschnittsberechnungen zufolge in Bayern etwa 19.400 Stellen betragen – wenn man nichts dagegen unternimmt. Für die in Rottenbuch vorgesehene Klasse möchte man wenigstens 16, idealerweise etwa 24 Schüler für die zweijährige schulisch/praktische Ausbildung gewinnen.

Diese beinhalte psychologische, sozialpädagogische und viele fachpraktische Kenntnisse und Fähigkeiten mit einem begleitenden beruflichen Praktikum. Im ersten Jahr werde dann in 36 Wochenstunden rein schulischer Unterricht vermittelt. Dabei habe man die Absicht, diesen an die allgemeine Erzieherausbildung anzudocken, so Richter-Schindele. Das zweite Jahr sollen die künftigen pädagogischen Fachkräfte mit schulischer Betreuung bereits als Praktikanten bei einer Ausbildungsstelle absolvieren.

Der Gesamtleitende von Regens Wagner Rottenbuch Achim Gerbig, der Leiter der Fachakademie Stefan Eblenkamp sowie dessen Stellvertreterin Edith Richter-Schindele (v. rechts).

Als Zielgruppe für das neue Ausbildungsangebot hat man bei Regens Wagner insbesondere berufliche Wiedereinsteiger im Blick, die eine komprimierte Ausbildung machen wollen und möglicherweise schon jetzt als ungelernte Kräfte in der Mittagsbetreuung tätig sind und sich nachqualifizieren möchten. Daneben gelte es aber auch, anderweitig Berufstätige anzusprechen, die einen beruflichen Wechsel anstreben. „Das Attraktive ist auch, dass man eben nicht nur an Schulen arbeiten kann, sondern auch an Einrichtungen gehen kann, die jetzt schon Schulkinder haben.“ Damit seien unter anderem Horte, Kindertageseinrichtungen als auch Heime und ähnliche Bildungsstätten gemeint, so Edith Richter-Schindele. Vielerlei Möglichkeiten also für Bewerber.

Um das Niveau der Fachschule zu halten, müssen diese als Eingangsvoraussetzung die Mittlere Reife und eine abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung vorweisen. Die Ausbildung muss keinen Bezug zu dem neuen Berufsbild haben. Bewerber mit einer anderen Muttersprache als Deutsch müssen Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens nachweisen. Durch alle Bewerber ist der Nachweis eines sechswöchigen Vorpraktikums mit Grundschulkindern im Alter von sechs bis zehn beziehungsweise elf Jahren zu erbringen.

Bereits im ersten Jahr der Ausbildung kann gegebenenfalls eine finanzielle Vergütung auf Grundlage des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (kurz: AFBG) erfolgen. Im zweiten Jahr ist die Vergütung analog des Tarifs für ein entsprechendes Berufspraktikum vorgesehen.

Einzugsgebiet

Die Ausbildung soll sich hauptsächlich an Bewerber aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen sowie Landsberg richten. Richter-Schindele möchte die Möglichkeit für eine Teilnahme aber keinesfalls nur anhand der als Einzugsgebiet definierten Landkreisgrenzen im südlichen Oberbayern festmachen.

Dem mit dem ersten schulischen Ausbildungsjahr zur pädagogischen Fachkraft für Grundschulkindbetreuung einhergehenden höheren Lehrkräftebedarf möchte man in Rottenbuch neben einzelnen Neueinstellungen maßgeblich durch das Aufstocken von Stunden bei den bis dato 35 Fachkräften begegnen.

Bewerbungen sind ab sofort möglich.

mel

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