Ins Überschwemmungsgebiet

Gaplast-Erweiterung: Wo abgetragen und aufgeschüttet werden soll

+
Das Gelände bei der Firma Gaplast. Optionen zur Erweiterung bestehen auf der Südseite (hinten) zwischen Mittlerem Weg (Bild) und Schnalzstraße. Die Wiese ist im Besitz eines Landwirts aus Peiting.

Peiting – Im Fall, dass die Firma Gaplast im Süden Peitings den Standort erweitert und einen Vollausbau anstrebt, muss das Gelände im Überschwemmungsgebiet bearbeitet werden. Damit eine Bebauung bis hinauf zum Stadel am Mittleren Weg möglich ist, muss an der Umgehungstraße (B472) Material abgetragen und im Norden zu den geplanten Hallen hin wieder aufgefüllt werden. Dies erklärte Marktbaumeister Fabian Kreitl.

Die Aufnahmekapazität des Überschwemmungsgebietes müsse in dieser Gegend gleich bleiben. Darum werde diese Maßnahme vorgeschlagen. So schilderte es Marktbaumeister Kreitl in der Gemeinderatssitzung am Dienstag.

Zur Frage von Silvia Ruhfass-Bückle (Grüne), ob das Unternehmen im Falle einer Erweiterung nach Süden hin die Gebäude nicht auf Stelzen bauen könne, antwortete Kreitl, dies sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Zum einen sei es notwendig, mit Lastwagen zur und in die Halle zu gelangen. Und zum anderen sei es schwierig, die Brandschutzauflagen zu erfüllen.

Sensible Flächen

Gemeinderat Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) mahnte zur Vorsicht bei dem sensiblen Thema. Durch den Starkregen heuer im Mai seien diese Wiesen von der B472 nach Norden bis zum Stadel hin überschwemmt worden. Zudem wies er darauf hin, dass ein Eingriff in den Boden mit Abtragen und Auffüllen an anderer Stelle einen Wertverlust bedeute. Das Grundstück büße an Qualität ein.

Ein weiteres Anliegen war für Barnsteiner: Man solle geplante Erweiterungsflächen nicht schon jetzt „großspurig“ ankündigen. Der Landwirt habe das Grundstück ja noch nicht verkauft. Bürgermeister Michael Asam räumte ein, dass es momentan noch nicht so weit sei. Aber wenn die Firma erweitern wolle, dann sei darüber zu reden.

Das Grundstück gehört einem Bauern, der im Süden der Marktgemeinde einen Hof bewirtschaftet. Er hat das letzte Wort, ob es dort zu einer Erweiterung kommen kann. Norbert Merk (CSU) sagte dazu, es gehe für die Gemeinde schon darum, die „Planungshoheit“ auch durchzusetzen. Man unterstütze eine Firma, die pros­periert.

Letztlich stimmten die Marktgemeinderäte dem zu, dass der Bebauungsplan für das Gebiet westlich der Schnalzstraße geändert wird. In einem so genannten städtebaulichen Vertrag wird geregelt, dass die Planungskosten von der Firma übernommen werden. Die Gemeinde Peiting wird ein externes Planungsbüro mit der Änderung des Bebauungsplanes beauftragen.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Peitinger Blühstreifen als Deko-Quelle missbraucht
Peitinger Blühstreifen als Deko-Quelle missbraucht
Positives Fazit zum Historischen Markt in Schongau
Positives Fazit zum Historischen Markt in Schongau
Rauchschwaden über UPM
Rauchschwaden über UPM
Nächste heiße Phase an der Echelsbacher Brücke
Nächste heiße Phase an der Echelsbacher Brücke

Kommentare