Ältestes Gebäude in Herzogsägmühle saniert

Die "Herberge" ist wieder gut in Schuss

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Haus mit langer Geschichte: Das Gasthaus „Herberge“ ist das älteste Gebäude in Herzogsägmühle.

Herzogsägmühle – Das Gasthaus "Herberge" gibt Obdachlosen ein Dach über dem Kopf. Doch der Zahn der Zeit hatte dem 250 Jahre alten Gebäude stark zugesetzt, weshalb es nun saniert wurde – im laufenden Betrieb. 

Wer vor über 200 Jahren die wichtige Handelsroute von München über Wessobrun und Füssen zum Fernpass bereiste, kam am Fuße des Birkländer Bergs an einer Tafernstation vorbei. Das Gasthaus erfreute sich bei Fuhrleuten großer Beliebtheit, bot es doch eine Übernachtungsmöglichkeit für Mensch und Tier, ehe die beschwerliche Reise weiterging. Auch heute noch erfüllt die „Herberge“ in Herzogsägmühle eine wichtige Aufgabe, denn sie bietet Menschen, die auf der Straße leben, Hilfe und ein Dach über dem Kopf. Damit dies weiter so bleibt, wurde das ältestes Gebäude der Gemeinde in den vergangenen Monaten gründlich saniert. Jetzt feierte die Einrichtung den Abschluss der Generalüberholung.

Rund 100 Gäste – darunter Peitings Bürgermeister Michael Asam, Michael Frank, Leiter der Gefährdetenhilfe des Diakonischen Werkes Bayern, Sozialamtsleiter Roland Kauf sowie Rudolf Fischer, Dienststellenleiter der Polzeiinspektion Schongau – wollten sich das Ereignis nicht entgehen lassen, weshalb der für die Feier auserkorene Raum aus allen Nähten platzte. 

Andreas Kurz freute sich über das große Interesse. Der Fachbereichsleiter in Herzogsägmühle hob in seiner Laudatio die schwierigen Bedingungen hervor, unter denen die Sanierung in den vergangenen zwölf Monaten abgelaufen war. Denn die Renovierung des Gebäudes sei während des laufenden Betriebs vonstatten gegangen, erklärte er. „Wir mussten zum Glück nie schließen.“ Bei 1000 Gästen und 5000 Übernachtungen eine gewaltige Aufgabe, die nur dank des Engagements der Mitarbeiter sowie des Architekten-Teams um Fritz Weinberger habe  bewältigt werden können.

Kein Pappenstiel waren auch die Bau- und Einrichtungskosten, die sich insgesamt auf rund 700000 Euro beliefen. „Dafür haben viele Geldbeutel beigetragen“, bedankte sich Kurz. Allein 65 Prozent investierte die Diakonie als Träger von Herzogsägmühle in das Projekt. Der Rest stammt aus der Städtebauförderung, von der Landesstiftung und aus privaten Spenden. 

Das Gasthaus bietet nun Raum für 22 Übernachtungsgäste sowie zwölf Plätze für stationäre Hilfen. Die bisherigen Vierbettzimmer wurden durch Zwei- und Dreibettzimmer ersetzt und die Sanitärbereiche erneuert. Außerdem wurde das zum Teil unter Denkmalschutz stehende Gebäude energetisch auf Vordermann gebracht, um die hohen Betriebskosten auf ein erträglicheres Maß zu senken. Zuletzt war das Gasthaus, welches in den vergangenen 100 Jahren unter anderem Wohnraum für Kriegsflüchtlinge bot und zwischendurch als Sattlerei genutzt wurde, 1987 umfassend renoviert worden.

Pfarrer Dirk Wollenweber weihte und segnete das Gasthaus „Herberge“, ehe Direktor Wilfried Knorr das Schlusswort sprach. Darin stellte er die Kooperation aller Beteiligten noch einmal heraus. „In Deutschland ist alles Geld in Paragraphen geregelt.“ Diese könne man als Gitterzaun sehen, vor dem man Halt mache oder aber durch den man hindurchsehe, verglich er: „Letzteres ist hier passiert.“ chpe

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