Väter bei der Geburt in Schongau weiterhin erwünscht

Ohne Papa und Besuch auf der Wochenstation

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Geburt in Schongau in Corona-Zeiten: Elisabeth Böhme mit Florian und Balbina Pecher mit Frida Sophie.

Schongau – Eine Geburtsbegleitung durch werdende Väter im Kreißsaal ist derzeit in der Geburtshilfe in Schongau möglich. Allerdings gelten Vorsichtsmaßnahmen, die sich an den aktuellen Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Institutes, der Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie des Gesundheitsamtes orientieren. Nach der Geburt müssen sich die Papas von ihren Frauen und dem Nachwuchs trennen.

Chefarzt Dr. Ikechukwu Emmanuel Anikwe.

Vor einer Geburt durchläuft der Vater oder eine andere Begleitpersonen – aktuell ist nur eine möglich – immer eine Symp­tomabklärung. Bei positivem Testergebnis oder wenn Kontakt zu einer positiv getesteten Person besteht, ist das Risiko zu hoch. Dann ist Draußenbleiben angesagt „Väter sind ausdrücklich bei der Geburt erwünscht, sofern sie gesund sind und einen Mund-Nasenschutz tragen“, stellt Dr. Ikechukwu Emmanuel Anikwe klar. „Aber nach der Geburt können die Väter nicht mit auf die Wochenstation und auch der Besuch der Familie ist zur Zeit nicht möglich“, betont der Chefarzt. „Wir müssen das Corona-Risiko so gering wie möglich halten für die Mütter, die Familien und auch unser Personal.“

Er und sein Team folgen damit den Empfehlungen der Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Kooperation mit dem Universitätsklinikum rechts der Isar. „Die Familien der Neugeborenen im Krankenhaus Schongau können dieser Vorgabe gut folgen und haben Verständnis“, schildert Krankenhaus-Pressesprecherin Isa Berndt. Bis Ende März wurden 2020 mehr als 155 Kinder im Klinikum geboren.

Skypen statt Umarmen

Auf der Geburtsstation wird in der Regel ein Zimmer mit zwei Müttern und ihren Kindern belegt, da müssen zum Schutz vor Corona die weiteren Kontakte auf ein Minimum reduziert werden. Ohnehin werden die Mütter so schnell wie möglich entlassen, damit sie wieder bei ihren Familien sein können. Ungewohnte Kommunikationsmöglichkeiten kommen für kurze Zeit zur Anwendung: Skypen statt Umarmen.

Auch vor der Geburt erfolgen nur unbedingt notwendige Kontrolluntersuchungen, eine Besichtigung des Kreißsaals ist derzeit nicht möglich und der Informationsabend entfällt. Ein Bild können sich die werdenden Eltern aber unter „Geburtshilfe Schongau“ auf Facebook machen.

Laut Berndt stellen die Hebammen und Pflegekräfte fest, dass die ungewohnte Ruhe auf der Station und in den Zimmern Müttern und Kindern gut tut: „Die Kinder müssen nachts nicht mehr die Aufregung des Tages aufarbeiten“, sagt die stellvertretende Stationsleitung Monika Hirschvogel und „mit dem Stillen klappt es mit mehr Ruhe besser“, bemerkt Hebamme Nadine Lachmann. Natürlich sei es schöner, die ganze Familie dürfte das Neugeborene besuchen – „aber Sicherheit geht über alles“, so Berndt.

Zuhause seien nach der Entlassung Vorsichtsregeln einzuhalten, erklärt Anikwe:

• Fremde Personen oder Personen mit Verdacht auf Corona oder bestätigter Diagnose müssen Abstand halten
• Häufig Händewaschen
• Kind nicht küssen
• Desinfektion
• Kein Besuchkb

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