Ein Repair Café für Schongau

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Wieso wegwerfen, wenn manchmal schon kleine Handgriffe Abhilfe schaffen? Das Repair Café will Hilfestellung bei anfallenden Reparaturen leisten.

Schongau – Ab Juni, spätestens Juli, soll Schongaus Engagement-Landschaft um einen Eckpfeiler reicher sein: Der Verein Support Schongau hat beschlossen, in regelmäßigen Abständen ein sogenanntes Repair Café anzubieten. Dabei geht es, wie der Name schon sagt, um Reparaturen in netter Atmosphäre. Einen Treffpunkt zu schaffen, wo Erinnerungsstücke, streikende Haushaltsgeräte und dergleichen zusammen mit versierten Freizeit- und Profi-Tüftlern vor dem Wegwerfen gerettet werden, ist das Ziel. Ein nächstes richtungsweisendes Planungstreffen findet am kommenden Mittwoch, 15. März, statt.

Was tun, wenn der Föhn die Haare nicht mehr trocknet oder die Laufmasche am Lieblings-Pulli immer größer wird? Ab in den Müll, neu kaufen? Aus den Augen, aus dem Sinn? Nein, sagt der Verein Support Schongau. Marion Heberle ist eines seiner Vorstandsmitglieder. „Wir wollen einen Gegenpol zur Wegwerfgesellschaft bilden“, beschreibt sie die Idee hinter dem Repair Café. In Weilheim, Landsberg oder auch Kempten hätten sich derartige Initiativen bewährt. Den weißen Schongauer Fleck auf der Landkarte zu beseitigen, laute nun das Ziel ihres Vereins.

„Oft handelt es sich um gar nicht so schlimme Kleinigkeiten, die mit einer Schraube oder einem Tropfen Öl schon zu beheben sind“, beschreibt Theo Völker. Der gelernte Maschinenbauer ist einer von zwei Reparatur-Experten, den Support Schongau für sein Repair Café gewinnen konnte und so etwas wie die Allzweckwaffe des Vereins. „Ich kann mit den Händen relativ viel, repariere fast alles“, sagt er.

Wichtig ist ihm und Heberle bei aller Begeisterung eines: „Wir sind keine Dienstleister, sondern Freiwillige. Wir verpflichten uns nicht, kostenlos eine Reparatur zu übernehmen, sondern wollen gemeinsam mit den Gästen anpacken und sie dabei anleiten.“ Oft ginge es einfach nur darum, sich als Laie an ein kaputtes Gerät heranzutrauen. „Am Anfang ist es sicher ein Drauf-Einlassen“, so Völker. Dabei wollen er und seine Mitstreiter auch Technik- oder Handarbeits-Muffel begleiten. Bis auf anfallende Kosten für Ersatzteile ohne Entschädigung, jedoch gern gegen kleine Spenden, über die sich der Verein finanziert.

Doch damit die Pläne wie erhofft umgesetzt werden können, sind noch weitere helfende Hände wichtig: „Um das Repair Café wie gewünscht zu etablieren, brauchen wir ein größeres Team“, ist sich Heberle sicher. Zum einen, um noch mehr und vielfältigere Reparaturen übernehmen zu können. Zum anderen, um flexibel zu bleiben. „Wir wollen eigentlich kein Café absagen, wenn mal einer der Freiwilligen im Urlaub ist.“

Doch nicht nur Engagierte, die handwerklich anpacken wollen, sind begehrt. „Wir freuen uns auch über Verstärkung im Organisations-Team oder bei den Kuchenbäckern.“ Sie erwarte ein „Abtasten“, bei dem sich zunächst herauskristallisieren müsse, wer als Helfer zur Verfügung stünde und wie die Bevölkerung das neue Angebot annehme. Das könne zwar möglicherweise etwas dauern, vom Konzept ist Heberle aber überzeugt: „Ressourcen in netter Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen schonen, das ist doch super.“

Die Aufgabe ihres Vereins sieht das Vorstands-Mitglied darin, die Idee anzustoßen, ein organisatorisches Dach zu bieten und vor allem die Räumlichkeiten im Haus4you in der Blumenstraße 2, wo auch schon die Fahrrad-Werkstatt abgehalten wird, zu stellen.

Das nächste Planungstreffen von Support Schongau findet am nächsten Mittwochabend, 15. März, ab 19 Uhr im Haus4you statt. 

ras

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