Von Geiern und Rothäuten – "Schockerberg" lockte nach zweijähriger Pause mehr als 600 Zuschauer an

Brachten Stimmung in den Saal (v.li.): Luitpold Braun als schwuler Westernwilli, Robert Stöhr als „Old Shatter Horst“ und Anna Eberle als „Angie Ntschutschu“. Foto: Jungwirth

Zu süffigem Schockerbock und Blasmusik hatte der Schockerberg nach zweijähriger Pause wieder einiges zu bieten: Witzige Parodien, deftige Sprüche und wuchtige Seitenhiebe auf die Oppositionsparteien. Aber auch manch alt gedienter Stadtrat wurde ein wenig auf die Schippe genommen.

Er ist das kleine Pendant zum Nockherberg und lockt immer wieder an zwei Abenden mehr als 600 Zuschauer ins Jakob-Pfeiffer-Haus: Der Schockerberg, veranstaltet von der Schongauer CSU. Zwar waren zahlreiche Politiker aus der Region zu der Veranstaltung gekommen, aber einer fehlte: Der gefallene CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg. Dafür hatte dieser bei dem Singspiel, das an dem Abend nur einen der zahlreichen Höhepunkte darstellte, einen kurzen, aber schmerzlichen Auftritt: „General Guttenberg“, gespielt von Thomas Schleich, wurde von den „Roten“ niedergemetzelt, aber der Todesschuss kam aus den Reihen der schwarz-gelben Koalition. „Unter Geiern“ lautete der Titel des diesjährigen Singspiels, bei dem sich im Wilden Westen der schwule „Westernwilli“, parodiert von Luitpold Braun (jun.), „Old Shatter Horst“, dargestellt von Robert Stöhr und „Angie Ntschutschu“, hervorragend gespielt von Anna Eberle, in den öden Weiten des Westens zusammen finden und sich schließlich einen erbitterten Kampf gegen die bösen „Roten Häute“, sprich die SPD, die Grünen und die Linke, liefern. Und sogar unschuldige Bleichgesichter, wie CSU-Stadtrat Peter Blüml wurden kurzzeitig von den roten Teufeln als Geisel genommen, um ihre weithin bekannte Gefährlichkeit zu unterstreichen. Auch andere Stücke hatten es in sich. So untersuchte Amtsrat Ludwig Spanner, von seinen Freunden nur „Lurer-Lucki“ genannt und dargestellt von Helmut Schmidbauer, permanent die Schongauer Altstadt. Immerhin ist der „Lurer“ extra zur Bespitzelung der Schongauer ins Rathaus bestellt worden, wo er den „Städtischen Überwachungsdienst“ leitet – eine Parodie auf Bürgermeister Gerbls Videoüberwachungsversuche. Nicht fehlen durfte natürlich die Fastenpredigt. Markus Wühr war ins priesterliche Gewand geschlüpft und hielt als „Don Marco“ den armen Sündern im Saal eine Stand-Predigt. Zahlreiche regional-politische Themen brachte der Geistliche aufs Tablett: Die doppelte Abstimmung zum Mobilfunk-Mast, bei der „Peppone Gerbl“ keine so gute Figur abgegeben hatte, der unendliche Streit um die Gestaltung des Marienplatzes. Für mehr Frauenpower sprach sich die „Frauendemo“ unter Federführung von Marianne Porsche-Rohrer aus, die mehr Emanzipation forderte. Schongaus Vize-Bürgermeister ging da schon mal mit gutem Beispiel voraus: Er stand mit Kopftuch auf der Bühne und hatte ein großes Schild in der Hand, auf dem er fordert: „Frauen an die Macht“.

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