Gelungene Wiederbelebung

In der Schongauer Altstadt grassiert das Flohmarktfieber

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Die Schnäppchenjäger strömten am Samstag in Scharen in die Schongauer Altstadt, um an den zahlreichen Flohmarkt-Ständen Ausschau nach Raritäten zu halten.

Schongau – Es mutet an wie in einem bekannten Märchen, wo erst ein Prinz vorbeikommen muss, um die Prinzessin wach zu küssen. Beim kombinierten Altstadt- und Bürgersteigflohmarkt, der am vergangenen Samstag seine Premiere in der Schongauer Altstadt feierte, waren allerdings gleich zwei Prinzen verantwortlich für die gelungene Auferweckung.

Hartgesottene Flohmarktgänger erinnern sich bestimmt noch: Das gab es doch schon mal. Einen Flohmarkt in der Schongauer Altstadt auf dem Marienplatz. So richtig groß aufgezogen, mit allen nur erdenklichen Kuriositäten. Dieser kam super an, doch irgendwie versank er in einen (nicht ganz) hundertjährigen Schlaf.

Es sind zwei Prinzen, die sich zusammen getan haben und dem Schlaf jetzt ein Ende bereitet haben. Der eine ist Michael Eberle, Fraktionschef der Schongauer CSU. Er hatte die zündende Idee: „Was in Peiting die SPD auf die Beine stellen kann, muss doch bei uns in Schongau auch möglich sein“, so seine Überlegung und brachte gleich den zweiten Prinzen mit ins Spiel: Rudi Mahl, seines Zeichens Flohmarktspezialist im Oberland. 

Die beiden legten die Marschroute fest und bekamen weitere Unterstützung. Daniela Puzzovio von „Schongau belebt“ war sofort von der Idee begeistert, den Bürgersteigflohmarkt mit einzubringen und die beiden Veranstaltungen zusammenzulegen. Eine gute Entscheidung, wie die Premiere am vergangenen Samstag bewies.

Schon beim Durchfahren des Münztores fällt einem der erste Blickfang ins Auge. Quer zur Fahrtrichtung erstreckt sich der langgezogene Flohmarkttisch. Gespickt und voll beladen mit wahrlich Kunst und Krempel. „Richtiges Dekorieren ist das A & O des Verkaufserfolges“, so das Credo des Trödlers. Und das kann er. Bunte Emailleschilder neben Pressglaskerzenständern, die Tretnähmaschine schon mitnahmebereit auf dem Leiterwagen. Die Overtüre ist gelungen.

Der Eingang des Landratamtes zweckentfremdet. Petra, während der Woche dort in der Verwaltung tätig, hat hier ihre Zelte aufgeschlagen. Geschirr in allen Variationen, Bügeleisen, und Kinderbücher sind großflächig ausgelegt. Und nicht zu vergessen ein Herrenwagenheber. Das ist Neuland selbst für die Trödel-Spezialisten.

Auf dem Marienplatz grassiert ebenfalls das Flohmarktfieber. Eine Mischung aus Händlern und Hobbytrödlern reiht sich Stand an Stand. Einer von ihnen ist Günther aus Peißenberg, der eher in der Profiliga spielt. Seine Ware sieht man nicht alle Tage, einfach kuriose ausgewählte Stücke. Günther ist zufrieden: „Hierher kommen wirklich Kaufleute und keine Sehleute.“

Zufrieden sind auch die beiden „Prinzen“ Rudi Mahl und Michael Eberle, die schon vor 5 Uhr morgens vor Ort waren. Unterstützt, wenn auch zu späterer Stunde, wurde letzterer von den Freunden seiner Partei am eigenen Stand. Dort konnte von Bürgern gespendete Ware günstig erstanden werden. Ein Highlight: eine funktionsfähige alte Rodenstock 6x9 Plattenkamera, die Robert Kassebaum zur Verfügung gestellt hatte. Die Einnahmen aus den Standgebühren wurden übrigens durch die Gruppe aufgestockt und kommen in vollem Umfang einer sozialen Einrichtung zugute.

Das Fazit der Veranstalter: eine gelungene Veranstaltung, die nach Möglichkeit keine Eintagsfliege bleiben soll.

hh

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