Gemeinde hebt erneut Gebühren an

Peiting: Kindergärten werden teurer

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Im Kindergarten am Rathaus, wo 42 Buben und Mädchen im Alter von drei bis sechs  im offenen Konzept (ohne festen Gruppenräume) betreut werden. In der Mitte Sylvia Wladar, die stellvertretende Leiterin, links Noreen Gindhart.

Peiting – Es ist noch kein halbes Jahr vergangen, dass die letzte Erhöhung bei den Gebühren in Kraft getreten ist, da folgt in Peiting schon der (einstimmig gefasste) Beschluss, die Sätze bei den gemeindlichen Kindergärten zum 1. September 2016 ein weiteres Mal anzuheben. Sie steigen um 2,4 Prozent.

In Peiting will man den Weg beschreiten, dass bei den Gebühren für die gemeindlichen Kindergärten künftig öfters an der Stellschraube gedreht wird, aber dafür nicht so fest. So schilderte es Kämmerer Christian Hollrieder auf der letzten Sitzung des Gemeinderates. Nach der Erhöhung rechnet er mit Mehreinnahmen von 10 000 Euro im Jahr. Zurzeit betrage das Defizit je Betreuungsstunde zwei Euro und 27 Cent.

Mütter und Väter, die für ihr Kind täglich drei bis vier Stunden buchen, zahlen ab September 85 Euro (bisher sind es 83 Euro) pro Monat. Bei vier bis fünf Stunden sind es künftig 95 Euro (statt bisher 93 Euro). Bei neun bis zehn Stunden pro Tag sind es 148 Euro (bisher 145 Euro). Beibehalten wird der Passus, dass für ein zweites Kind aus der gleichen Familie die monatliche Gebühr genau die Hälfte beträgt.

Höher sind die Kosten für Eltern, die Kinder unter drei Jahren in den Kindergartengruppen der Gemeinde Peiting betreuen lassen. Da werden etwa für drei bis vier Stunden Buchungszeit 127,50 Euro je Monat fällig. Bei vier bis fünf Stunden sind es 142,50 Euro. Und beim Maximum, einer Betreuungszeit zwischen neun und zehn Stunden, werden ab September 222 Euro verlangt. Bei der Kinderkrippe stellt es sich so dar, dass für drei bis vier Stunden 170 Euro abgebucht werden. Beim Höchstsatz (neun bis zehn Stunden) sind es 296 Euro.

Zurzeit besuchen 343 Buben und Mädchen in Peiting einen Kindergarten. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 6,3 Prozent. Bei 89 Kindern im Vorschulalter übernimmt der Freistaat Bayern die Gebühren. Knapp ein Viertel der Eltern erhält einen Zuschuss vom Jugendamt im Landratsamt Weilheim-Schongau.

 Auch Schongau plant Erhöhung

In Schongau sind die Gebühren für Kindergartenplätze niedriger. Das trifft auch dann noch zu, falls die vorgeschlagene achtprozentige Erhöhung heuer greift. In der Nachbarstadt Schongau wird in der Sitzung Ende Februar der Vorschlag der Verwaltung behandelt, die Gebühren in dieser Höhe anzupassen, wie Rita Weckbecker aus dem Rathaus auf Anfrage bestätigt. Dies wäre freilich die erste „saftige“ Erhöhung bei den städtischen Kindergärten seit mehreren Jahren.

Peiting habe zusammen mit Weilheim die höchsten Beiträge im Landkreis, heißt es im Brief, den 50 Väter und Mütter unterschrieben haben und den Elternbeiräte zur Gemeinderatssitzung an Kämmerer Christian Hollrieder überreichten.

Auch wenn sie „nicht populär“ sei – die Erhöhung sei notwendig, warb Bürgermeister Michael Asam um Verständnis. Die Gemeinde wende im Jahr 1,2 Millionen Euro für den Bereich Kindertagesstätten auf. Auch habe es seinen Preis, die Qualität hochzuhalten. Seitdem das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) greife, würden die Kommunen höhere Defizite verzeichnen. Viel habe mit der Flexibilität (bei der Buchung sowie mit dem damit verbundenen „Jonglieren“ bei den Arbeitszeiten des Personals zu tun.

Ebenso wie der Rathauschef betonten mehrere Redner in der Diskussion, dass die Tarife für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen 2015 zu Recht angehoben worden seien. Gemeinderat Norbert Merk gab zu bedenken, dass die Marktgemeinde jedes Kind mit 3000 bis 4000 Euro pro Jahr unterstütze und dass Peiting zudem für einen Ort vergleichbarer Größe „ein gerüttelt Maß an integrativen Plätzen“ anbiete.

Johannes Jais

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