Gemeinde erwirbt Areal

Grundstück mit großer Fläche und zentraler Lage für Rottenbuchs Zukunft

Klosterhof Rottenbuch Bauernhof Grundstück
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Der Stall mit Tenne (rechts) und das Waschhäusl (links) könnten eine Zukunft haben, der Wohnbau des alten Hofs wohl eher nicht. Zu dem Anwesen gehört auch eine große Freifläche – ein Teil des ehemaligen barocken Klostergartens.

Rottenbuch – Einiges an „Hirnschmalz“ werde in den kommenden Jahren vonnöten sein, um für dieses prominent gelegene und großflächige Areal die richtige Nutzung zu finden, beschreibt Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader. Ein erster wichtiger Schritt ist aber bereits getan: Das gut 3.000 Quadratmeter fassende Anwesen Klosterhof 17 samt Freifläche ist nun in Gemeindebesitz.

Neben Hirnschmalz wird bei der Entwicklung des Areals auch Geduld gefragt sein, so Bader. „Es wird keinen Schnellschuss geben, wir werden uns das ganz in Ruhe anschauen.“ Das könne durchaus ein paar Jahre dauern.

Ideen hat das Gemeindeoberhaupt aber schon. Diese gehen in dreierlei Richtung. Der Standort sei für Wohnnutzung bestens geeignet, „speziell für Senioren“. Räumlichkeiten für Vereine brauche es ohnehin immer. Und weil Rottenbuch ein beliebtes Ziel zahlreicher Pilger ist, scheine eine Beherbergungsmöglichkeit an dieser Stelle reizvoll.

Ebenso wie die Wiedererweckung eines „Kleinods“: Denn das Areal ist nicht nur hinsichtlich seiner Lage interessant, sondern auch historisch. Früher erstreckte sich hier auf 70 mal 70 Metern der barocke Klostergarten. Er verschwand nach der Säkularisation im Jahr 1803, als in jeder seiner vier Ecken ein Bauernhof angelegt wurde – drei davon stehen bis heute, darunter das Anwesen Klosterhof 17. Der unbebaute Rest in der Mitte des vormaligen Gartens misst noch rund 50 auf 50 Meter, etwa die Hälfte davon erwarb nun die Gemeinde, rechnet Bürgermeister Bader vor. Eine erneute Nutzung als Garten sei denkbar.

Erhalten – oder nicht

Die Hofstelle wurde lange landwirtschaftlich, dann nur noch als Wohnraum und zuletzt gar nicht mehr genutzt. Entsprechend sei es nach jahrelangem Leerstand um einen Teil der Gebäudesubstanz bestellt, schildert Bader. Das Wohnhaus stehe am schlechtesten da, sein Abriss ist wahrscheinlich. Auch, weil sein Grundriss für kommende Nutzungen ungünstig scheint.

Der sich anschließende Stall mit Tenne sei in einem besseren Zustand und warte zudem mit einem schönen historischen Dachstuhl auf. Auch das südlich gelegene Waschhäusl könne durchaus stehen bleiben, schätzt Bader ein. Hinterhalb fügt sich eine vermutlich historische Mauer an. „Die ist auf jeden Fall erhaltenswert“, erklärt der Bürgermeister. „Mal schauen, ob man im Bestand saniert, teils oder ganz abreißt“, fasst er zusammen. Der Denkmalschutz stehe keiner dieser Lösungen entgegen.

Dass die Gemeinde Interesse an einem Kauf haben könnte, das habe er bei den vormaligen Besitzern schon vor rund fünf Jahren hinterlegt, erklärt Bader. Nun klappte es „ganz wunderbar“. Ende 2020 ging der Erwerb über die Bühne, in der letzten Gemeinderatssitzung wurde die Öffentlichkeit über den Vollzug informiert.

„Wir hatten es uns gut überlegt, ob wir kaufen sollen“, schildert der Bürgermeister die vorangegangene Entscheidung des Gremiums, bei der aber schnell einstimmige Einigkeit erzielt worden sei. Der finanzielle Spielraum sei auf jeden Fall vorhanden gewesen. „Es war eine einmalige Gelegenheit, so eine größere Fläche direkt im Ortszentrum zu bekommen.“

ras

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