Pläne vorgestellt

Rösch-Anwesen: Platz für 42 Wohnungen

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Das Rösch-Anwesen vom Jahnweg her gesehen. Bald schon sollen hier die Bagger rollen.

Altenstadt – Südlich von Altenstadt möchte ein Landwirt das dortige Anwesen zu einem Reiterhof umbauen. Eine entsprechende Bauvoranfrage beschieden die Altenstädter Gemeinderäte positiv und diskutierten auch, wie die alte Hofstelle, die dadurch frei wird, genutzt werden kann.

 Schon 2009 hatte Johann Rösch einen Bauantrag zur Errichtung einer Reithalle samt zweier Pferdeställe sowie eines Reitplatzes auf einem Areal zwischen der Sonnen- und der Alpenstraße gestellt. Seinerzeit hatten die Räte dem Antrag stattgegeben, wie Bürgermeister Albert Hadersbeck in der jüngsten Gemeinderatssitzung erinnerte. Allerdings hatte der Bauwerber dann keine Verlängerung für den Antrag gewollt, weshalb der Bauantrag als solches verfiel.

Nun landete der leicht geänderte Antrag erneut auf den Ratstischen. Abermals möchte der Bauwerber das Areal als Reiterhof nutzen mit Schwerpunkt auf Ausbildung und Verkauf der Pferde. Die Tochter des Landwirts möchte sich in dieser Richtung engagieren. Neu bei der Voranfrage dazugekommen ist nun ein Wohnhaus, lediglich die Anordnung der Gebäude und deren Volumen habe sich verändert, erfuhren die Räte.

Nachdem sich das Areal im Außenbereich befindet, handelt es sich um ein privilegiertes Bauvorhaben, Gespräche mit dem Landratsamt und dem Landwirtschaftsamt seien geführt und positiv beschieden worden, ergänzte Hadersbeck. Im Umfeld des Hofes habe sich ansonsten nichts geändert, so der Bürgermeister weiter, der Antragsteller sei, so war Hadersbeck informiert, mit Grundstücksnachbarn im Gespräch wegen der Koppel. So gab es von den Gemeinderäten ein einvernehmliches Ja zum Vorbescheid, der nun durch einen Bauantrag präzisiert werden muss.

Wenn die Familie Rösch nun aussiedelt, wird innerorts das Areal zwischen der Jahnstraße und dem Friedhofsweg frei für eine neue Nutzung. Diese Althofstelle war denn auch Thema eines weiteren Tagesordnungspunktes in der gleichen Gemeinderatssitzung. Wo derzeit noch friedlich die Pferde ihr Heu mümmeln soll nach dem willen der Planer eine Wohnbebauung mit vier Wohnanlagen entstehen, die noch dazu Gewerbe beherbergen soll. Gerhard Abt vom gleichnamigen Marktoberdorfer Planungsbüro stellte die ersten Überlegungen vor.

Vier Entwürfe

Die alte Hofstelle umfasst knapp 6000 Quadratmeter. Platz genug, um dort, zusammen mit einem Bauträger Wohnraum für zahlreiche Menschen zu schaffen. Dazu hatte Gerhard Abt vier Entwürfe im Gepäck, die in der Hauptsache vier – ein Entwurf zeigte fünf – Gebäude beinhalten, die in unterschiedlicher Weise auf dem Areal platziert werden sollen. Dabei soll immer der dörfliche Maßstab das Maß aller Dinge bleiben.

Dafür hatte Abt eine so genannte 2+D-Bebauung vorgeschlagen, also zwei Etagen plus Dachgeschoss, das ebenfalls als Wohnraum ausgebaut werden soll. In Summe würden die Häuser, so Bürgermeister Hadersbeck, nicht höher als das derzeitige Wohnhaus der Familie Rösch. Wie das Dachgeschoss letzten Endes gestaltet werden soll, eher mit einem steilen Dach oder mit einem flacheren Dach mit Gauben, solle man derzeit noch offenlassen, schlug Abt vor.

Am meisten überzeugte die Räte aber die Bebauungsvariante, bei der drei der Häuser nahezu parallel zueinander stehen und das vierte, im Nordosten des Areals situierte, parallel zum Friedhofsweg. Hier stellen sich Planer und Bürgermeister auch Gewerbe vor, beispielsweise ein Laden für die Nahversorgung, der aber in seinem Angebot keine Konkurrenz zum gegenüberliegenden Tagescafé sein dürfe. Auch vorstellbar seien hier spezielle Kurzzeitvermietungen, an Gäste ebenso wie etwa an Soldaten, die nur unter der Woche in Altenstadt seien, sagte Hadersbeck.

42 Wohnungen

Die Größe der einzelnen Wohneinheiten, bei denen man schon an den demographischen Wandeln denken solle, so Hadersbeck, schwankt zwischen 45 und 80 Quadratmetern. Somit könnten um die 42 barrierefreie und eventuell seniorengerechte Wohneinheiten entstehen. Zwischen den einzelnen Gebäuden soll es einen grünen Innenhof mit Stellmöglichkeiten für Behinderte geben, das Gros der Parkplätze soll unter die Erde in eine oder zwei Tiefgaragen verschwinden.

Weitere Stellplätze wird es in den beiden anliegenden Straßen geben, wobei weder die eine noch die andere zu sehr unter den Folgen des erhöhten Verkehrsaufkommens leiden sollte, wie die Räte meinten. Insbesondere über die Jahnstraße erfolgt die Anlieferung der Kindergartenkinder, zu Fuß oder mit dem Pkw. Auch eine Wohngruppe für Menschen mit Demenz hält Hadersbeck für möglich, hier gebe es Bedarf. Letztlich votierten die Räte für die genannten Rahmenbedingungen, die nun ausgearbeitet werden sollen.

Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Hadersbeck, dass Johann Rösch mit einem Bauträger im Gespräch stehe, wohl die Wohnbau-Südlech GmbH. Während der Sitzung hatte Helmut Horner sich weder an der Diskussion beteiligt noch an der Abstimmung über den Bebauungsplan teilgenommen. Horner ist Geschäftsführer der WBS.

Oliver Sommer

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