Fokus auf Flächensparen

Gemeinderat Altenstadt bestätigt Vorrang auf Innenentwicklung

Inennentwicklung Altenstadt Nachverdichrung Flächenverbrauch
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Ein Beispiel für die Nutzung von innerörtlichen Flächen in Altenstadt.

Altenstadt – Um den Flächenverbrauch bei Bauvorhaben abzuschwächen, wird in Bayern schon seit Jahren verstärkt die Innenentwicklung der Kommunen betrachtet. Als solche wird im Städtebau die Strategie bezeichnet, den Flächenbedarf wo immer möglich durch die Nutzung von innerörtlichen Flächen zu decken und auf deren Ausweisung in der Peripherie und damit auf der „Grünen Wiese“ zu verzichten. 

Im Zusammenschluss mehrerer Orte im Auerbergland, zu denen auch Altenstadt gehört, hatten diese im Jahr 2019 einen Beschluss zum Vorrang von Innenentwicklung und Flächensparen gefasst. Zu dessen Inhalt hatte sich der damalige Gemeinderat bei seiner Sitzung am 12. November 2019 einhellig bekannt. Der damals noch als Gemeindeoberhaupt im Amt befindliche und jetzige Altbürgermeister Albert Hadersbeck hatte daraufhin den Beschluss mit gleichem Datum unterzeichnet.

Seitdem sind zwar erst knapp anderthalb Jahre vergangen, viele Gemeinderäte haben sich aber aufgrund der im März 2020 durchgeführten Kommunalwahlen personell verändert.

Bürgermeister Andreas Kögl teilte dem örtlichen Gremium bei dessen zurückliegender Sitzung mit, dass Auerbergland angeregt habe, „dass wir diesen Beschluss noch mal bekräftigen“. Und insbesondere mit Blick auf die neuen Mitglieder verlas er diesen neuerlich.

In dem Beschluss hatten sich die 14 Kommunen der Interkommunalen Allianz Auerberg­land zu einem schonenden und flächensparenden Umgang mit der Ressource Boden sowie zu einer effizienten Nutzung der vorhandenen Bau- und Infrastrukturen bekannt. Die 14 Kommunen zeigten sich darin der Bedeutung einer aktiven Innen­entwicklung als Basis für den Erhalt dauerhaft lebenswerter Wohn- und Arbeitsstrukturen im Auerbergland bewusst.

Als elementares Ziel wurde dargelegt, dass Boden als zentrale Lebens- und Wirtschaftsgrundlage auch den zukünftigen Generationen erhalten bleiben soll. Eine flächensparende Siedlungsentwicklung, die Bau- und Umnutzungsmöglichkeiten im bestehenden Siedlungsgefüge anwende, sei daher eine der wesentlichen Zukunftsaufgaben für die Gemeinden.

Der seinerzeitige Beschluss verfolgt als konkrete Handlungsansätze zur Innenentwicklung unter anderem die vorrangige Nutzung von Bauland und Gebäuden im Bestand vor der Neuausweisung von Baugebieten im Außenbereich und damit auch die Sicherung der Nahversorgung im Dorf. Auch die Prüfung und Einführung finanzieller Anreize für Bauen im Bestand wird in Erwägung gezogen, genauso wie konkrete Maßnahmen zur Aktivierung innerörtlicher Baulandpotenziale, was zum Beispiel durch die systematische Ansprache von Baulückeneigentümern geschehen könnte.

Hinzu kommt die Fortführung und regelmäßige Aktualisierung der vorhandenen Datenbank der Innenentwicklungspotenziale, mit deren Hilfe man Freiflächen im Ort ermitteln und gegebenenfalls als Bauland im Innenbereich nutzen kann, sowie der gegenseitige Informationsaustausch über flächenbezogene Entwicklungen und Entscheidungen in den einzelnen Gemeinden der Allianz.

Auch die Durchführung gemeinsamer Aktivitäten zur Förderung des Bewusstseinswandels für unterschiedliche Zielgruppen wie Bevölkerung, politische Gremien und Bauwillige, zum Beispiel durch Broschüren, aber auch Informationsveranstaltungen, wird in dem Beschluss in Erwägung gezogen.

Wie schon im November 2019 stimmte auch der aktuelle Gemeinderat dem seinerzeitigen Grundsatzbeschluss einstimmig zu. Der Vorrang der Innenentwicklung vor weiteren Ausweitungen der Gemeinde dürfte wohl auch im Interesse der Bevölkerung sein und auf breite Zustimmung stoßen.

Manfred Ellenberger

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