Friedhofssatzung und Finanzspritze

So lief die erste Sitzung des Altenstadter Gemeinderats im neuen Jahr

+
In Altenstadt (Bild) und Schwabniederhofen gilt die neue Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung. Das Nutzungsrecht an Grabstätten wurde von zwölf auf 15 Jahre erhöht.

Altenstadt – Zu den wenigen Tagesordnungspunkten, die Bürgermeister Albert Hadersbeck bei der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres in Altenstadt aufgerufen hat, gehörte der Antrag der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Schongau auf einen Zuschuss. Am Dienstag vergangener Woche befasste sich das Gremium außerdem mit seinen beiden Friedhöfen in der Hauptgemeinde sowie im Ortsteil Schwabniederhofen und deren Satzung und Gebühren.

Pfarrer Jost Herrmann und Pfarrerin Julia Steller hatten sich mittels eines Briefes nicht nur an Hadersbeck und den Gemeinderat von Altenstadt, sondern auch an alle anderen Orte gewandt, die der Kirchengemeinde Schongau angehören. Darin gehen beide auf die Renovierungsarbeiten an der Dreifaltigkeitskirche sowie am Gemeindehaus in Schongau ein. In letzterem sollen die Jugendräume um- und das Gebäude barrierefrei ausgebaut werden. Die Stadt Schongau hatte bereits einen Zuschuss von 68.500 Euro zugesagt. Aufgrund der Finanzierungslücke werden die Gemeinden um einen weiteren Zuschuss in Höhe von insgesamt 18.500 Euro ersucht.

Nachdem Hadersbeck bei der Sitzung einen Betrag zwischen 5.000 bis 10.000 Euro zur Diskussion gestellt hatte, kam der Gemeinderat überein, 10.000 Euro Unterstützung zu gewähren. Der schnell und einstimmig gefasste Beschluss ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass allein in Altenstadt etwa 350 evangelische Bürger leben, was gut zehn Prozent der Einwohnerzahl entspricht. Außerdem, so der Bürgermeister, bestehe eine gute Verbindung zwischen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde. Wenn auch die von Hadersbeck erwähnten Kosten von insgesamt 753.000 Euro immens sind, hofft die Gemeinde mit ihrem Betrag bei der Finanzierung helfen zu können.

Neue Friedhofssatzung

In die derzeitige im Jahr 1982 erlassene Friedhofssatzung wurden in den zurückliegenden fast 40 Jahren fortwährend Änderungen und Ergänzungen aufgenommen. Insbesondere eine der Gemeinde vorliegende Empfehlung, das Nutzungsrecht an Grabstätten von zwölf auf 15 Jahre zu erhöhen, hatte Bürgermeister Hadersbeck dazu veranlasst, eine neue Fassung zu erarbeiten.

Darin wurden die nach wie vor verbindlichen teils 30 Jahre alten Änderungen aufgenommen. Neu hinzu gekommen ist gemäß dem Hinweis des Bürgermeisters, dass die Gehwege während der Winterzeit nicht geräumt und nicht gestreut werden und gemäß das Nutzungsrecht an Grabstätten gegen erneute Bezahlung der Grabnutzungsgebühr wahlweise um sechs oder 15 Jahre verlängert werden kann. Weitere Änderungen regeln Details zu Familiengräbern.

Dass der Gemeinderat den Entwurf bereits einige Tage vor der Sitzung erhalten hatte, wirkte sich zeitlich auf die anschließende Befassung aus: Neben wenigen vorgebrachten Punkten zu den vorgegebenen maximalen Größen von Grabmalen und zur Höhe von Grabbeeten enthielten die weiteren Mitteilungen ausnahmslos redaktionelle Hinweise. Unter deren Berücksichtigung stimmte der Gemeinderat einstimmig dem vorliegenden Neuerlass der für beide Friedhöfe geltenden Friedhofsordnung zu.

Bedingt durch den Neuerlass der Friedhofsordnung musste auch die Satzung für die erst seit Januar 2016 gültige Friedhofs- und Bestattungsgebühren geändert werden. In ihr waren die zuvor gültigen zwölf Jahre Nutzungszeit bei der Kostenberechnung aufgeführt. Die jährlichen Sätze, die je nach Art der Gräber zwischen 19,80 Euro (zum Beispiel Urnengrab) bis hin zu 59,40 Euro (Familiengrab in besonderer Lage) betragen, werden darin für die gesamte Nutzungszeit von 15 Jahren aufgeführt. Bei letzterem Familiengrab sind dies stolze 891,00 Euro. An der Höhe der jährlichen Gebühren ändere sich aber nichts, so Hadersbeck. Dies gilt auch für die zu entrichtenden Gebühren: Bis auf wenige Ausnahmen ist die Benutzung des Leichenschauhauses verbindlich geregelt, ebenso der Kostenanteil für den Friedhofsunterhalt je Bestattung in Höhe von 171,60 Euro bei Erwachsenen und Kindern über sechs Jahren. Auch diesem Neuerlass stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Weitere Gräberkosten

Neben den bereits aufgeführten sind für weitere Gräber jährliche Nutzungsgebühren zu entrichten: 26,40 Euro für Reihengräber (Erdbestattung), 19,80 Euro für Kindergräber (Kind unter 6 Jahre), 33 Euro für Reihengräber in besonderer Lage, 46,20 Euro für Familiengräber (Erdbestattung) und 30 Euro für Urnengräber mit Stelen.

Heimat ist unsere Stärke: Besuchen Sie den Kreisboten Schongau auch auf FACEBOOK.

mel

Auch interessant

Meistgelesen

Ohne Papa und Besuch auf der Wochenstation
Ohne Papa und Besuch auf der Wochenstation
Baumstämme fürs neue Schongauer Lechfloß liegen am Lido bereit
Baumstämme fürs neue Schongauer Lechfloß liegen am Lido bereit
Sanierung an der Hohenpeißenberger Umgehung beginnt
Sanierung an der Hohenpeißenberger Umgehung beginnt
Schongau setzt weiter auf Falk Sluyterman
Schongau setzt weiter auf Falk Sluyterman

Kommentare