Gemeinsam kämpfen – Bezirksleiter der IG Metall Bayern setzt sich für Zarges-Beschäftigte ein

Kämpfen zusammen für den Erhalt von Zarges: Jürgen Wechsler (Bezirksleiter IGM Bayern), Werner Bäumler (Betriebsratsvorsitzender bei Zarges und Günter Schachner (1. Bevollmächtigter der IGM Weilheim). Foto: Jungwirth

Klare Worte fand der bei seiner Stippvisite ins Peitinger Zarges-Werk gekommene Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Jürgen Wechsler. Bei einem Pressegespräch führte der Gewerkschaftler aus, wo es seiner Meinung nach hapert und warum immer mehr Betriebe in Deutschland schließen und ins Ausland abwandern. Für Zarges allerdings scheint die Zeit abzulaufen.

Natürlich, so beteuerten die anwesenden Gewerkschaftsvertreter und Betriebsräte, werde man alles tun, um eine Schließung des Werkes zu verhindern. Doch sollte dies nicht gelingen, so garantierte der seit 1. Juli der IG Metall in Bayern vorstehende Jürgen Wechsler, werde man versuchen, dass sich dies woanders nicht wiederhole. „Möglicherweise kann man das Schließen des Standortes nicht mehr verhindern. Aber ich werde alles tun, damit sich so was nicht wiederholt und alle Betriebe Deutschlands warnen“, sagte dieser in ernstem Ton und fuhr fort: „Denn mit dieser Investorengruppe, die jetzt bei Zarges das Sagen hat, kann man nicht zusammenarbeiten. Das sind Heuschrecken.“ Unverständnis äußerte Wechsler hinsichtlich der Schließung, denn schließlich arbeite die Firma mit schwarzen Zahlen, es bestehe eine gute Auslastung und eine hervorragende Auftragslage. Lobende Worte fand der Gewerkschaftler in Hinsicht auf die Belegschaft. „Hier ist eine selbstbewusste Belegschaft, die Widerstand leistet. Nur so sind Veränderungen möglich“, unterstrich Wechsler, der die Zarges-Belegschaft als „Leuchtturm des Widerstandes“ bezeichnete. Kritisch äußerte er sich über die Politik. „Da haben einige noch nicht begriffen, was in der Wirtschaft zur Zeit läuft“, wetterte Wechsler und verwies auf den in den letzten Jahren gepriesenen Turbokapitalismus, dessen negative Auswirkungen seit der Finanzkrise zu spüren sind. So prangerte er auch die ständig weiter um sich greifende Leiharbeit an und die Tendenz vieler Arbeitgeber, Arbeitsverträge nur noch befristet abzuschließen. „Wir brauchen gleiches Geld für gleiche Arbeit. Ansonsten wird die Grundfeste unserer Demokratie in Deutschland zerstört“, so Wechsler. Für den Herbst kündigte dieser zahlreiche Gewerkschaftsaktionen an und forderte die Politiker unmissverständlich auf, sich mehr für das Wohl der Arbeitnehmer einzusetzen anstatt sich hinter Lobbyisten zu verschanzen. Für den Betriebsratsvorsitzenden von Zarges, Werner Bäumler, ist der Kampf noch nicht verloren. „Wir machen weiter. Und sollten wir irgendwann aufhören müssen, so können wir sagen, dass wir alles versucht haben“.

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