Karl-Heinz Gerbl kandidiert 2014 nicht mehr als Bürgermeister

"Gespannt, wo es mich hinverschlägt"

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Karl-Heinz Gerbl zieht sich aus der Politik zurück.

Schongau – Zunächst weihte er seine Vorzimmerdame und die vier Abteilungsleiter ein. Dann, vor der Weihnachtsfeier, ließ Karl-Heinz Gerbl auch vor der Belegschaft die Bombe platzen: Er kandidiert 2014 nicht mehr für das Amt des Schongauer Bürgermeisters.

Am Ende seines Aufenthalts in einer psychosomatischen Klinik im Herbst rieten ihm die Ärzte, er solle aufhören. „Ich hab’s nicht geglaubt“, gibt Gerbl heute zu. Doch der „Körper sendet seine Zeichen“, gesteht der 53-Jährige. „Die Entscheidung zu treffen, war schwer für mich“, sagt der Bürgermeister. Doch nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen mit Familie und Freunden rang sich Gerbl schließlich dazu durch: Er kandidiert nicht nochmal. „Ich bring nicht mehr das, was ich leisten möchte“, bedauert er. Bis Mitte September habe er sich noch gut gefühlt. Doch nach und nach merkte er, dass er der Belastung als Stadtoberhaupt nicht mehr gewachsen sei. Noch vor Beginn des Wahlkampfes informierte er die SPD. Er wolle der Partei Zeit geben, einen neuen Kandidaten zu finden. „Es ändert sich viel“, sagt Gregor Schuppe. Für den Vorsitzenden der Alternativen Liste Schongau kam das Aus aber nicht ganz überraschend. „Man hat ihm schon angemerkt, dass es im nicht mehr so gut geht.“ Die „völlig neue Konstellation“ sorge auch bei der ALS für Diskussionsbedarf. „Wahrscheinlich“, ließ Schuppe anklingen, „wissen wir im frühen Frühjahr, wer für uns antritt.“ Bei der CSU wird diese Entscheidung noch bis Sommer warten müssen. In der Partei ändert sich vorerst nichts. „Wir bleiben weiter im Fahrplan“, erklärt Christine Sander, Vorsitzende der CSU-Ortsgruppe Schongau. Sie kennt Gerbl schon lange und hat vollstes Verständnis für die Entscheidung. „Es war mutig, den Schritt zu gehen.“ „Die Gesundheit geht klar vor“, findet auch Stephan Hild. „Ich war sehr überrascht“, gibt der Vorsitzende der UWV Schongau zu. An der Politik der Unabhängigen Wählervereinigung ändere die Nachricht aber nichts, da ohnehin noch nicht feststehe, wer 2014 zur Bürgermeisterwahl antritt. „Letztendlich kam die Entscheidung überraschend“, findet Robert Bohrer, Vorsitzender der SPD Schongau. „Wir bedauern es sehr“. Erst müsse sich die neue Situation nun setzen. „Wir werden schauen, ob es uns wieder gelingt, einen passenden Kandidaten zu finden“, blickt Bohrer in die Zukunft. Dennoch habe die SPD noch fast eineinhalb Jahre fruchtbare Zusammenarbeit mit Gerbl vor sich. „Wir werden das als gute Startposition für die nächste Wahl nutzen. Was Gerbl ärgert: „Ich werde niemals erfahren, ob ich’s gut gemacht habe“, denn das könne nur eine Wiederwahl bestätigen. Dennoch will Gerbl bis Mai 2014 sein Bestes geben. „Ich werde mit dem gleichen Elan weitermachen wie bisher.“ Was die Zukunft bringt, kann er aber noch nicht sagen. „Ich will mir Zeit lassen.“ Ein politisches Amt komme aber nicht infrage. Vorstellen könne er sich eine Stelle im Bereich Aus- und Fortbildung. „Ich bin gespannt, wo es mich hinverschlägt.“ Von Ursula Gnadl

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