Tierbilder und Wanduhr

Gerettete Kunstwerke Cobi Reisers an der Staufer-Grundschule präsentiert

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Die geretteten acht Tierbilder Cobi Reisers befinden sich nun im Foyer des Teilneubaus. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich (rechts) stand für Fragen zur Verfügung.

Schongau – Alle Mühen haben sich gelohnt, darin waren sich die Gäste bei der Präsentation der Cobi-Reiser-Bilder und der -Uhr in der vergangenen Woche einig. Sie blickten auf die Geschichte der Rettung der Kunstwerke zurück und feierten diese in der neuen Grundschul-Aula.

An der Schongauer Staufer-Grundschule kam man vor den Ferien aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Zunächst wurde der Teilneubau eingeweiht, dann widmete man dem Erhalt der Cobi-Reiser-Kunstwerke einen kleinen Festakt. Zu dem hatte der Historische Verein am Mittwoch vor den Sommerferien in die neue Aula geladen.

Betritt man das Schulgelände, empfängt einen die große Uhren-Stele. Im Eingangsbereich des Teilneubaus, in dem sich auch die Aula und die Mensa befinden, haben die acht Tierbilder ihren Platz gefunden. „Schön, dass dieses inhaltsreiche Bild nicht das Zeitliche gesegnet hat“, sagte die Vorsitzende des Historischen Vereins Schongau Heide-Maria Krauthauf zu Beginn der Veranstaltung im Hinblick auf die große Wanduhr. Zur Feier des Tages waren auch die Tochter und der Enkel des Künstlers in die Lechstadt gekommen. Eine Tafel mit einem Porträt Cobi Reisers sowie weiteren Informationen über ihn, hat an der großen Stele Platz gefunden.

Krauthauf erinnerte an das Schuljahr 2015/2016, in dem Lehrerin Irmgard Schreiber-Buhl gemeinsam mit ihrem Mann Ernst Buhl und ihren Schülern begann, sich für den Erhalt der Wandbilder einzusetzen. Das galt jedoch zunächst eher den acht Tierbildern. „Die Stele galt als verloren“, so Krauthauf. Doch mit vielen Spenden und Förderungen durch Stiftungen konnte auch sie schließlich gerettet werden und erinnert nun im Eingangsbereich an die alte Schule von 1953, sagte die Vorsitzende des Historischen Vereins.

Restaurator Thomas Hacklberger erläuterte seine Vorgehensweise bei der Wanduhr. Links Heide-Maria Krauthauf vom Historischen Verein.

An die Unterschriften-Aktion von Schreiber-Buhl dachte auch Bürgermeister Falk Sluyterman in seiner Rede zurück. Am 15. März 2016 habe der „Vorgang“ für ihn begonnen, als ihm die Liste mit etwa 300 Unterschriften für den Erhalt der Bilder überreicht wurde. Die Kinder hätten dabei nichts anderes gemacht, als eine Petition eingereicht, so Sluyterman. „Sie haben den Entscheidern gesagt, sie mögen das Ganze noch einmal überdenken“, so der Rathauschef. Doch anders als bei den meisten Petitionen, die mit den „drei Fs“ – „formlos, fristlos, fruchtlos“ – bedacht seien, ist diese hier geendet. „Und das war eine gute Entscheidung, wenn man das heute so sieht“, sagte das Stadtoberhaupt.

Die Umgebung präge die Schüler, so Direktorin Ulla Heitmeier, die sich in den Ruhestand verabschiedet. Mit dem neuen Gebäude erstrahle die Schule nun. Sie griff auf ein eigens komponiertes Cobi-Reiser-Lied aus der Eröffnungsfeier zurück: „Kunst bewahren, ist das nicht wunderbar?“

Seine Glückwünsche zu der schönen neuen Schule überbrachte Peitings Bürgermeister Michael Asam als Vertreter des Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer. Die Stele bezeichnete er als „Schmuckstück“ und hob das Engagement aller hervor, die sich für den Erhalt eingesetzt haben.

"Hat sich gelohnt"

Als besonderen Ehrengast konnte der Historische Verein auch Kabarettist Helmut Schleich begrüßen, der sich – selbst ehemaliger Schüler der Staufer-Grundschule – sehr für die Kunstwerke eingesetzt hat. „Die Vollendung zeigt: Es hat sich gelohnt“, so Schleich. „Bürgerschaftliches Engagement zahlt sich aus.“

Nach einem Rückblick von Heide-Maria Krauthauf über die drei Jahre lang währende Rettungsaktion, besichtigten die Gäste die Tierbilder im Foyer sowie die Stele im Außenbereich. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich, Restaurator Thomas Hacklberger sowie Kirchenmalerin Juliane Danczak standen dabei für Fragen zur Verfügung. Anschließend gab es noch einen Umtrunk – der Historische Verein spendierte ein 50-Liter-Fass Augustiner – und einen Imbiss in der Mensa. 

asn

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