Wanduhr und Tierbilder Cobi Reisers

Wohin mit dem Erbe?

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Fand Anklang im Stadtrat: Die acht erhaltenen Tierbilder finden wohl im Verbindungsgang zwischen Altbestand und Neubau ein neues Zuhause.

Schongau – Im Herbst erfolgte ihre spektakuläre Rettung, seitdem warten die Tierbilder und die Wanduhr des Künstlers Cobi Reiser eingelagert darauf, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Ein wichtiger Schritt dafür war die Stadtratssitzung am Dienstag. Während die Integration der Tierbilder schon in weiten Zügen skizziert ist, ist der neue Standort der Uhr noch umstritten. Und noch gewichtiger: Ihre sichtbare Rückkehr aufs Schulgelände hängt maßgeblich vom Fortgang eines noch zu stellenden Förderantrags ab.

Im Verbindungsbau zwischen Bestand und neuem Gebäude sollen sie künftig zu finden sein. Dort, wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufeinander treffen und der zentrale Haupteingang der erneuerten Grundschule angelegt wird. Die Rede ist von den acht geretteten Tierbildern aus der Hand Cobi Reisers. Sie sollen in zwei Viererreihen angeordnet werden, verkleidet mit Weißtannenholz und indirekt beleuchtet. Dazwischen prangt der neue Schul-Schriftzug. So sieht es zumindest der Entwurf des Büros Balda Architekten vor.

„Die Kosten für die Demontage lagen im Rahmen“, erklärte Sebastian Dietrich vom Bauamt. Die für die Neuintegration veranschlagten 33 000 Euro habe man „gut geschätzt“, wenngleich die Finanzierung „leicht unterdeckt“ sei. Den neuen Standort, Anordnung und Präsentation hielt er für gelungen. „Anderswo wirken die Kunstwerke arg verloren.“ Ihre Zustimmung brachten unter anderem Friedrich Zeller (SPD) und Gregor Schuppe (ALS) zum Ausdruck: „Ausgesprochen klug“ fand letzterer den Standort, machte sich aber Sorgen, ob der Schriftzug richtig platziert sei. Das sei nicht Sache des Stadtrats, empfand hingegen der Sozialdemokrat, der von einer „tollen Lösung“ sprach. Siegfried Müller (ALS)wäre es lieber, sämtliche Bilder würden auf Augenhöhe angeordnet.

Gänzlich negativ eingestellt war Marianne Porsche-Rohrer: Schon zuvor keine Verfechterin der Neuintegration, fand sie, die Bilder passten „hinten und vorne nicht zum Stil des Baus.“ Das sah das Gros des Gremium anders, mit 17:6 Stimmen beauftragte es die Verwaltung mit der Realisierung der Maßnahme, wobei die CSU-Fraktion sich in Person von Michael Eberle und Kornelia Funke darüber hinaus noch zeitgenössische Kunst auf dem Gelände wünschte. „Das dürfen wir nicht außer Acht lassen“, so die Bücherei-Leiterin.

So stellt sich das Architekturbüro in seinen ersten Entwürfen die Neuintegration der Wanduhr vor.

Während der neue Standort der Tierbilder fix ist, müssen sich Freunde der Wanduhr noch gedulden. Ihre Rettung war vor allem dem Historischen Verein zu verdanken, er soll auch bei der Neuaufstellung maßgeblich beteiligt sein. Der Haken: Die Finanzierung ist noch nicht in trockenen Tüchern. „Ohne Förderung gibt es da derzeit keine Lösung“, so Dietrich.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, der mit 18:5 angenommen wurde, sah vor, den Historischen Verein beim Förderantrag an die Wüstenrotstiftung zu unterstützen und einer Aufstellung der Stele auf dem Schulgelände grundsätzlich zuzustimmen. Porsche-Rohrer tat abermals ihre Ablehnung kund; die Uhr sei ein Fremdkörper im Außenbereich. Die Diskussion, wo denn der beste Standort für die Uhr sei, wie angedacht zu einem späteren Zeitpunkt zu führen, fiel nicht allen Ratsmitgliedern leicht. Paul Huber (CSU) sah angesichts des ersten Architekten-Entwurfs Vandalismus Tür und Tor geöffnet.

Verärgert reagierte Bürgermeister Falk Sluyterman auf den Vorwurf Bettina Bureschs (ALS), die Schüler würden nicht ausreichend in den Entscheidungsprozess eingebunden. „Irgendwo ist mal Schluss“, polterte das Stadtoberhaupt, dem Dietrich zustimmte. „Erst der Stadtrat, dann die Öffentlichkeit“, laute das Procedere. „Einen anderen Weg kann die Verwaltung nicht gehen.“ Die Kinder würden nach der Sitzung ins Boot geholt. 

ras

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